Woody Allen: So reagieren die Stars

Dylan Farrow beschuldigt ihren Vater Woody Allen des sexuellen Missbrauchs und verlangt von seinen Schauspielern, darunter Cate Blanchett und Alec Baldwin, Stellungnahme. Beide Stars haben sich nun geäußert

Es ist ein heikles Thema, das einen Schatten über die bevorstehende, glamouröse Verleihung der Oscars wirft: Am vergangenen Samstag (1. Februar) veröffentlichte Woody Allens Adoptivtochter Dylan Farrow in der "New York Times" einen offenen Brief, indem sie erstmals selbst Stellung zu den bereits im Jahre 1993 gegen ihren Vater erhobenen Missbrauchsvorwürfen bezog. In dem Brief adressierte die heute 28-Jährige einige der Stars, die in Allens Filmen gespielt haben, namentlich.

Unter ihnen sind auch die Darsteller Cate Blanchett und Alec Baldwin aus Allens aktuellem Film "Blue Jasmine", der unter anderem bereits bei der diesjährigen Verleihung der Golden Globes abräumen konnte. "Was, wenn es Ihr Kind gewesen wäre, Cate Blanchett? [...] Alec Baldwin?", heißt es in Farrows Brief. Nachdem zunächst keine Statements der erwähnten Stars öffentlich gemacht wurden, reagierten beide nun auf sehr unterschiedliche Weise.

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Cate Blanchett äußerte sich gegenüber dem US-amerikanischen Journalisten Jeffrey Wells von "Hollywood Elsewhere" ausweichend und diplomatisch: "Es ist offensichtlich eine lange und schmerzhafte Situation für die Familie und ich hoffe, dass sie eine Form von Lösung und Frieden finden werden."

Alec Baldwin reagierte indes hitziger als seine Kollegin aus "Blue Jasmine". Wie "People.com" berichtet, polterte der 55-Jährige bei Twitter los, als ein Follower ihm nahelegte, sich bei Dylan Farrow zu entschuldigen. "Was zum Teufel läuft falsch bei dir, wenn du glaubst, dass wir alle diese persönliche Familienkrise kommentieren müssten?" soll er in einer Antwort, die zwischenzeitlich wieder entfernt wurde, geschimpft haben. In einer weiteren, ebenfalls gelöschten Twitter-Antwort soll er außerdem geschrieben haben: "Du weißt also, wer Schuld hat? Wer lügt? Du persönlich weißt das? Du irrst dich, wenn du denkst, dass ich oder irgendein anderer Außenseiter Platz in dieser Familienangelegenheit haben."

Die ebenfalls in dem Schreiben angesprochenen Stars Diane Keaton (nahm im Januar Allens Golden Globe für dessen Lebenswerk entgegen), Scarlett Johansson (spielte in mehreren Woody-Allen-Filmen mit), Emma Stone (wird im Sommer 2014 im neuen Allen-Film "Magic In The Moonlight" zu sehen sein") und Louis CK (spielt ebenfalls in "Blue Jasmine") äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Während sich die meisten Prominenten also gar nicht und wenn, dann sehr zurückhaltend zu dem heiklen Thema äußern, bezog "Girls"-Star Lena Dunham bei Twitter klar Stellung. Sie postete den Link zu Farrows "New York Times"-Artikel bei Twitter mit den Worten: "Etwas auf diese Weise zu teilen ist couragiert, stark und selbstlos." Einige US-Medienverterter äußern sich in ähnlicher Weise, sehen gar bereits "das Ende von Woody Allen" voraus, wie beispielsweise der Journalist Tom Garra vom "Wall Street Journal".

Wenn am 2. März 2014 in Los Angeles der Oscar verliehen wird, könnte Woody Allens aktueller Film "Blue Jasmine" den Preis in den Kategorien "Beste Hauptddarstellerin" für Cate Blanchett, "Beste Nebendarstellerin" für Sally Hawkins und "Bestes Originaldrehbuch" für Woody Allen erhalten. Der Regisseur hat sich zwischenzeitlich über seinen Sprecher zu den Vorwürfen geäußert und diese als "unwahr und beschämend" bezeichnet. Schon früher hatte Woody Allen behauptet, dass die Vorwürfe rachemotiviert seien. Seine Exfrau Mia Farrow habe seine Tochter gegen ihn aufgehetzt, da sie ihm nie verzieh, dass er die gemeinsame Adoptivtochter Soon-Yi geheiratet hat.

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