Wanda Badwal Exklusiv: Ihre neue Karriere als Fotografin

Wanda Badwal
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© Wanda Badwal
Gala.de traf Wanda Badwal auf der Fashion Week in Berlin. Die 29-Jährige erzählte über ihr "neues Ich" als Fotografin, ihren Ex-Freund und darüber, wie "GNTM" ihr einige Wege verbaute

Eigentlich wollte Wanda Badwal, 29, auf der Bühne stehen, Schauspielerin werden oder Model. Mit zarten 14 bekam sie die ersten Jobs vor der Kamera, acht Jahre später wurde sie durch "Germany's Next Topmodel" bekannt. Heute sieht ihr Leben ganz anders aus, denn das Schicksal führte sie von dem Laufsteg hinter die Kamera.

Sie sind als Model bekannt geworden, jetzt stehen Sie hauptsächlich als Fotografin hinter der Kamera. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe mit 14 angefangen zu modeln und mich damals schon sehr für Fotografie interessiert. Gemeinsam mit meinen Freundinnen habe ich immer kleine Shootings gemacht – natürlich noch nicht mit Digitalkameras. Ich habe die Mädels geschminkt, gestylt und eine Art Konzept entworfen. Und ehrlich gesagt: Die Fotos waren gar nicht so schlecht, auch wenn ich gar keine Ahnung hatte, was ich da eigentlich so genau mache. Ich war schon immer ein sehr kreativer Mensch.

Wann haben Sie angefangen, sich professionell mit der Fotografie auseinanderzusetzen?

Ich hatte das Glück, dass ich mit einem Fotografen zusammen war: Felix Rachor - er ist Fotograf und Dozent für Fotografie. Das war super. Ich habe mich einfach in seine Workshops reingesetzt. Am Anfang habe ich nicht viel verstanden, aber ich wollte lernen und die Fotografie ernsthaft angehen. Das ist jetzt drei Jahre her.

Vor Wandas Linse ist Moderatorin Collien Fernandes-Ulmen ganz natürlich.
Vor Wandas Linse ist Moderatorin Collien Fernandes-Ulmen ganz natürlich.
© Wanda Badwal

Also haben Sie durch die Liebe Ihre Leidenschaft zur Fotografie ausleben können.

Felix hat mir sehr viel beigebracht und mich sehr unterstützt. Ich habe eine Art Crash-Ausbildung bekommen. Aber ich habe mir auch sehr viel selbst erarbeitet und mir durch Shootings und Jobs ein Portfolio aufgebaut. Mittlerweile läuft es wirklich sehr gut.

Sind sie noch ein Paar?

Nein, nicht mehr.

Haben Sie denn einen neuen Freund?

Ne, ich bin Single.

Ist es schwer sich als Ex-Model einen Namen als Fotografin zu machen?

Ich bin nicht das erste Model, das hinter die Kamera tritt. Helena Christensen ist ein bekanntes Beispiel. Als Model bringt man eine Expertise mit, die so schnell nicht erlernbar ist. Ich habe schon so vielen Fotografen beim Arbeiten zu gesehen und dabei sehr viel aufgenommen.

Zum Beispiel?

Wie funktioniert ein Set, wie baut man ein Shooting auf. Man bekommt ein Gespür für Mode und vor allem für Bilder. Außerdem weißt du, wie sich die Models vor der Kamera fühlen. Ich kann mich in sie hineinfühlen und gegebenenfalls vormachen, wie ich mir gewisse Posen oder Ausdrücke vorstelle. Das ist der Vorteil, den ich habe - im Gegensatz zu jemandem, der rein technisch versiert ist. Dieses Gespür kann man auf keiner Schule lernen.

Sie klingen so euphorisch, wenn Sie über die Arbeit als Fotografin reden. Was reizt Sie so sehr an diesem Beruf?

Ich kann mich kreativ ausleben. Als Model kann man selten eigene Ideen einbringen. Ein Model stellt dar, ein Fotograf erschafft. Diese Art mich auszudrücken erfüllt mich. Ich bin sehr glücklich.

2008 haben Sie bei "Germanys Next Topmodel" den vierten Platz belegt. Wie wichtig war diese Show für Sie und Ihre Karriere?

Ich bin sehr dankbar und glücklich über diese Erfahrung. Ich habe sehr viel über das Medienbusiness gelernt und profitiere bis heute davon. Es war eine tolle Zeit, die ich niemals vergessen werde.

Wie sind die Chancen nach so einer Show wirklich im Modelbusiness Fuß zu fassen?

Ich habe ja schon acht Jahre vorher gemodelt, aber durch "GNTM" sind meine Gagen unglaublich gestiegen. Man wird oft als Testimonial gebucht. Ich habe unter anderem eine Kampagne für Nokia geschossen und hatte einen Dreijahresvertrag mit Betty Barclay. Auf meine Modelkarriere hatte GNTM einen sehr guten Einfluss.

Sie konnten also Ihren Marktwert steigern.

Total. Natürlich muss man sich aber auch das richtige Image zulegen. Die Marken müssen dich als Typ gut finden und du musst am Ende zu der Marke passen.

Haben Sie noch Kontakt zu einigen der Kandidatinnen?

Mit Caro Ruppelt bin ich sehr gut befreundet. Gerade habe ich ihre Hochzeit fotografiert.

Wie sieht es mit der Schauspielerei aus, Sie haben ja immerhin eine Musicalausbildung genossen.

Ich habe mich für die Fotografie entschieden. Außerdem ist es mit dem "GNTM"-Branding sehr schwer als Schauspielerin zu arbeiten. Das habe ich vorher nicht gewusst.

"Berlin – Tag & Nacht"-Darsteller Jan Leyk, ganz lasziv in der Badewanne.
"Berlin – Tag & Nacht"-Darsteller Jan Leyk, ganz lasziv in der Badewanne.
© Wanda Badwal

Wie macht sich das bemerkbar?

Gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat man es als "Pro-Sieben-Gesicht" schwer. Obwohl du die gewünschte Leistung bringst und sie dich eigentlich gut finden. Ich habe viele tolle Castings gemacht, doch daran ist es leider oft gescheitert.

Also kann man sich mit der Teilnahme an einer Castingshow auch Wege verbauen?

Man sollte sich vorher genau überlegen, welche Richtung man einschlagen will und wo man später einmal hin möchte. Gerade in der Schauspielerei kann es einem viele Türen verschließen. In Amerika ist das anders, aber hier herrscht immer noch die Vorstellung, dass Models nicht schauspielern können.

Sie sind ja gebürtige Hamburgerin. Wo lebe Sie jetzt?

In Berlin.

Warum?

Ich bin ursprünglich wegen der Schauspielerei nach Berlin gezogen. Ich liebe Berlin, es ist international, bunt, es gibt viel zu erleben und viel zu entdecken. Die Stadt ist noch nicht richtig fertig – es gibt sehr viele Baustellen (lacht). Im wahrsten Sinne des Wortes.

Janina Kirsch Gala

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