Vitali Klitschko: Er greift nach der Macht

Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt in der Ukraine bestätigt. Große Chancen werden ihm aber offenbar nicht eingeräumt

Staatschef Wiktor Janukowitsch ist entmachtet, das Blutvergießen hat endlich ein Ende - nun steht die Ukraine vor der Herausforderung, eine neue Regierung zu bilden. Vitali Klitschko, ehemaliger Boxweltmeister und Vorsitzender der oppositionellen "Udar"-Partei hatte bereits seit Monaten immer wieder durchblicken lassen, dass er im Falle einer Neubildung der Regierung für das Amt kandidieren wolle. Laut Medienberichten bestätigte der 42-Jährige diese Absicht nun am Dienstag (25. Februar) in Kiew. "Ich bin völlig überzeugt davon, dass in der Ukraine die Spielregeln geändert werden müssen. Es muss Gerechtigkeit herrschen. Ich weiß, dass dies möglich ist", wird er unter anderem von "Spiegel.de" zitiert.

Seine größte Gegnerin im Rennen um den höchsten Posten in der Ukraine soll die ehemalige Ministerpräsidentin und Oppositionsführerin Julija Timoschenko sein. Die Absicht der 53-Jährigen zu einer Kandidatur ist zwar noch nicht offiziell, gilt aber als sehr wahrscheinlich. Sollte es dazu kommen, räumt der deutsche Osteuropa-Experte Ewald Böhlke Klitschko keine Aussicht auf Erfolg ein. "Herr Klitschko hat da gar keine Chance gegen sie. Timoschenko ist Champion im politischen Boxen, Klitschko ist Champion im sportlichen Boxen", wird er von "Welt.de" unter Bezugnahme auf die Sendung "Unter den Linden" bei Phoenix zitiert.

Heidi Klum im Halloween-Fieber

Mit welchem Kostüm wird sie dieses Jahr alle Blicke auf sich ziehen?

Heidi Klum
Heidi Klum ist bekannt für ihre aufwendigen Halloween-Verwandlungen. Jetzt zeigt sie erstmalig die Vorbereitungen ihres Kostüms.
©Gala

Vitali Klitschkos politische Ambitionen sind nicht neu: 2006 kandidierte er erstmals für das Amt des Bürgermeisters in Kiew, unterlag seinem Herausforderer Leonid Tschernowezkyj, erhielt jedoch ein Abgeordnetenmandat für den Stadtrat von Kiew. 2008 musste er sich erneut bei den Wahlen um das Bürgermeisteramt geschlagen geben. Seit April 2010 ist er Vorsitzender der damals neu gegründeten, pro-westlichen Partei "Ukrainische demokratische Allianz für Reformen" (UDAR). Im August 2013 hatte Klitschko laut einer Pressemitteilung des Boxverbandes "WBC" erstmals davon gesprochen, sich als Präsidentschaftskandidat für die Ukraine aufstellen lassen zu wollen.

Die sich ausweitenden politischen Ambitionen Klitschkos haben auch Auswirkungen auf die Werbedeals des beliebten Sportlers. Am Sonntag (23. Februar) war bekannt geworden, dass aufgrund der zunehmenden Brisanz der Lage in Kiew ein Werbespot gestoppt wurde, den Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir, 37, für die Einzelhandelskette "Tchibo" gedreht hatten. "Angesichts der Bilder, die uns in den letzten Tagen aus Kiew erreicht haben, scheint es uns nicht angebracht, diesen Film noch zu zeigen", war "Tchibo"-Sprecher Arnd Liedtke vom "Tagesspiegel am Sonntag" zitiert worden. Die berühmten Brüder hatten den Spot, der in Kürze in Deutschland hatte starten sollen, dem Bericht zufolge bereits im Sommer 2013 abgedreht.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche