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"Viper Room" in Los Angeles Vor diesem Skandal-Club starb einst River Phoenix

Viper Room
Viper Room
© Getty Images
Der "Viper Room" in Los Angeles ist lange Zeit das globale Epizentrum der alternativen Musikszene. In dem kleinen Club in West-Hollywood spielen legendäre Bands, kurz bevor sie Weltruhm erlangen. Doch vor allem ein dramatischer Todesfall vor der Tür macht ihn über Nacht weltberühmt. GALA blickt in die wechselvolle Geschichte des verruchten Etablissements

Der "Viper Room" war nie ein Geheimtipp. Kaum öffnet er seine Tore im Jahr 1993, ist er bereits kurze Zeit später in aller Munde. Das liegt an den vielversprechenden Bands, die sich die Klinke in die Hand geben, aber vor allem am Tod des Schauspielers River Phoenix. In der Halloween-Nacht des Eröffnungsjahres bricht der damals 23-Jährige infolge eines Speedballs in den Armen seines Bruders Joaquin Phoenix auf dem Bürgersteig vor dem Club zusammen. Der Drogencocktail beinhaltet eine tödliche Überdosis an Heroin und Kokain. Sein Tod erschüttert die Welt und stilisiert River Phoenix posthum zur Legende.river-phoenix-450 (4786469)

Der "Viper Room" hat viel gehört

Das Who-is-Who der internationalen Musikszene trifft sich Mitte der 1990er Jahre am 8852, Sunset Boulevard. Bands wie Oasis, Placebo oder die Red Hot Chili Peppers begeistern das Publikum - mal mehr oder weniger. Die beklemmende Enge in Kombination mit der drogengeschwängerten Umgebung lassen nicht jeden Auftritt gelingen. Aber im "Viper Room" spielt das keine große Rolle. Auch Iggy Pop, Johnny Cash, Bruce Springsteen finden Gefallen an dem ursprünglichen Rock'n'Roll-Charakter. Ab 1995 treten zudem die damals noch gänzlich unbekannten Pussycat Dolls als Tanzrevue im "Viper Room" auf, weshalb es nicht überrascht, dass die ortsansässige "L.A. Times" den Club kurzerhand zum "most consistently hip club in town" ausruft.

Keine Kinder von Traurigkeit: Mick Jagger und Tommy Lee

Im Oktober 1996 spielt sich dann folgendes Szenario im "Viper Room" ab: Ein Paparazzo schießt die auf Tuchfüllung gehenden Mick Jagger und Uma Thurman ab. Nach Angaben des Fotografen kommt es dann zu einem Handgemenge mit den Bodyguards des Musikers, weil diese dem Fotografen die Kamera entreißen wollen. Das Vorhaben gelingt und der Fotofilm wird vernichtet. Daraufhin reicht der Fotograf Klage ein, weil er argumentiert, das Foto wäre bei Veröffentlichung eine Million Dollar wert gewesen. Am Ende werden ihm tatsächlich 600.000 Dollar Schadensersatz zugesprochen.
Im selben Jahr langt dann auch Rocker Tommy Lee ordentlich hin - und zwar vor dem Club, ebenfalls zum Nachteil eines Fotografen. Dieser hatte sich erdreistet, Lee und dessen Frau Pamela Anderson vor dem Club abzulichten. Die Folge: 24-Monate auf Bewährung und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit. Zwei Jahre später muss der wilde Tommy dann doch noch in den Knast, weil er seiner Frau gegenüber gewalttätig wurde.

Miteigentümer Johnny Depp

Bis zum Jahr 2004 ist kein Geringerer als Hollywoodstar Johnny Depp Miteigentümer des Nachtclubs. Der spätere "Pirates of the Caribbean"-Star ist Promi-Magnet und lockt regelmäßig Teile seines riesigen Bekanntenkreis an. Im schwarzen Innern spenden nur kleine grüne Lämpchen etwas Licht - und im Dunkeln ist bekanntlich gut Munkeln. Johnny Depps fester Platz im Schummerlicht war übrigens mit einer Bronzeplatte markiert, darauf stand geschrieben: "Do not f*** with it!" 

Berühmte Filmkulisse

Im Jahr 1991 dreht US-Starregisseur Oliver Stone Teile seines wegweisenden Musikerbiopics "The Doors" im jazzigen Vorgängerclub "The Melody Room", der an gleicher Stelle residierte wie heute noch der "Viper Room". Oliver Stone war der Drehort sehr wichtig, denn genau dort traten die legendären Mannen um Frontmann Jim Morrison (†) tatsächlich in den 1960er Jahren auf.
Nur ein weiterer Beleg für einen Ort, an dem sich Mystik und Tragik zusammen am Tresen ein paar Drinks gönnen.

3. Juli 1971: Woran genau der damals 27-jährige Jim Morrison verstirbt, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
3. Juli 1971: Woran genau der damals 27-jährige Jim Morrison verstirbt, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
© Action Press

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