Daniel Küblböck: Die wichtigsten Fragen zu seinem Verschwinden

Daniel Küblböck bleibt nach seinem Sturz von einem Kreuzfahrtschiff verschollen. Die wichtigsten Fragen zum Fall 

Daniel Küblböck wird seit Sonntag, den 9. September 2018 im Atlantik vermisst

Tragischer Vorfall auf der Fahrt der AIDAluna von Hamburg nach New York: Am Morgen des 9. Septembers geht ein Passagier bei Neufundland über Bord. Das Schiff wendet, beginnt mit der Suche. Später stellt sich heraus: Bei dem Vermissten handelt es sich um  , Drittplatzierter von "Deutschland sucht den Superstar" 2003. 36,5 Stunden nach dem Vorfall auf dem Atlantik gibt ein Sprecher der Kanadischen Streitkräfte, zu der auch die Küstenwache gehört, bekannt, dass die Suche nach dem 33-Jährigen abgebrochen wurde. Fans, Familie und Freunde rechnen mit dem Schlimmsten.

Wie geht es jetzt im "Fall Daniel Küblböck" weiter?

Auch vier Tage nach dem Sturz fehlt von dem gebürtigen Bayer jede Spur. Dass die Suche zu Wasser eingestellt wurde heißt aber nicht, dass der Fall zu den Akten gelegt wird. "Die Polizei wird Herrn Küblböck vorerst als vermisst führen und weitere Ermittlungen durchführen. Auch die kanadische Verkehrsbehörde wird Untersuchungen einleiten", sagt Major Mark Norris, der Einsatzleiter der Suchoperation im Kommandozentrum des kanadischen "Joint Rescue Coordination Centre", zu "BILD". Auch, wenn noch vieles im Unklaren ist, kann die Polizei jetzt bereits eines bestätigen: Es seien "keine kriminellen Handlungen" im Zusammenhang mit dem Überbordgehen des Sängers festgestellt worden.

Gala sprach vor dem Abbruch der Suche am 10. September mit Christian Stipeldey, 40, Sprecher der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, über den Fall Küblböck. 

Könnte Daniel Küblböck im Meer überlebt haben?

Stipeldey: "Zu Daniel Küblböck im Speziellen können wir uns nicht äußern, denn seinen Fall kennen wir nur aus den Medien. Grundsätzlich gilt: Es zahlen unterschiedliche Faktoren darauf ein, wie lange ein Mensch, der über Bord eines Schiffes gegangen ist, überleben kann. Wir haben beide Extreme schon erlebt: dass jemand relativ schnell nach dem Sturz gestorben ist und dass jemand nach einem Tag noch wohlauf gefunden wurde." 

Daniel Küblböck

Ein Leben voller Höhen und Tiefen

2002/ 2003  Daniel Küblböck tritt erstmals ins Rampenlicht und nimmt an der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" teil. Er wird mit seiner schrillen Art zu einem Publikumsliebling und zu einem der Lieblinge von Chef-Juror Dieter Bohlen. 
2003  Im DSDS-Finale wird der damals 17-jährige  Daniel Dritter. Hier zu sehen mit dem Sieger der Staffel Alexander Klaws und Juliette Schoppmann.   
2003  Daniel Küblböck spielt eine Gastrolle in der ARD-Serie "St Angela"
2003  Daniel stellt seine Biografie "Ich lebe meine Töne" erstmals in Hamburg vor. 

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Wie lange wird nach einer vermissten Person gesucht und wer entscheidet das?

Stipeldey: "Es gibt dafür keine Faustregel, das ist abhängig von den Bedingungen vor Ort und immer eine individuelle Entscheidung. Aber ja: Irgendwann stellt die Seenotleitung eine Suche ein. Das dauert aber eine lange Zeit. In Deutschland sind unsere Leute zum Beispiel eigenverantwortlich in der Entscheidung, wann sie die Suche abbrechen, das heißt: Sie können weiter suchen, auch wenn die Seenotleitung nach menschlichem Ermessen keine Aussicht mehr auf Erfolg sieht. Wie es bei der kanadischen Küstenwache ist, weiß ich nicht." 

Ein Sprecher der kanadischen Streitkräfte sagte in einer offiziellen Pressemitteilung zum Ende der Suche am Montag, den 10. September: "Unglücklicherweise wurde keine Spur von Herrn Kübböck gefunden und angesichts der kurzen Überlebenszeit aufgrund der Wassertemperatur zu dieser Jahreszeit wurde die schwierige Entscheidung getroffen, die Suche zu beenden." 

Daniel Küblböck fühlte sich vor Kreuzfahrt gemobbt

Das sagt seine Schauspielschule zu den Vorwürfen

10.09.2018

Daniel Küblböck wird seit Sonntag, den 9. September 2018 im Atlantik vermisst

Welche Faktoren spielen generell bei den Überlebenschancen eine Rolle?

Stipeldey: "Zum einen sind es persönliche Faktoren wie der Ernährungszustand und die psychische Verfassung einer Person. Also: Bin ich mir bewusst, in welcher Situation ich stecke? Kann ich damit umgehen, schlimmstenfalls über Stunden im Meer zu treiben? Kann ich meine Kräfte sparen, indem ich mich so wenig wie möglich bewege und so viel Kleidung wie möglich anbehalte, um eine drohende Unterkühlung abzuwenden? Auf der anderen Seite spielen Wind, Wetter und Seegang eine Rolle. Und dann natürlich der Verletzungsfaktor: Hat sich die Person bei dem Sturz über Bord etwas getan? Hat sie durch das Eintauchen ins kalte Wasser einen Schock erlitten und ist bewusstlos geworden? Hat sie Wasser in die Lunge bekommen? Schon ein halbes Glas reicht aus, um zu ertrinken. Und: Je mehr Seegang herrscht, desto mehr Spritzwasser kann eingeatmet werden und desto höher steigt die Gefahr, dass die Person innerlich ertrinkt." 

Wie läuft eine Seenotrettung im Allgemeinen ab?

Stipeldey: "Das betreffende Schiff vor Ort, im Fall von Daniel Küblböck die AIDAluna, sendet ein Mayday-Signal aus. Dieses wird von einer Küstenfunkstelle oder einer Seenotleitung empfangen und verstärkt. Im besten Falle melden sich viele Fahrzeuge zurück und dann wird bewertet, wer zur Hilfeleistung geeignet ist. Die Seenotleitung an Land bestimmt daraufhin einen Einsatzleiter vor Ort. Ein Kreuzfahrtschiff ist hier gut geeignet, denn es hat eine hochgelegene Brücke und ausreichend nautisches Personal an Bord.
Allerdings: Allein das Anhalten eines Schiffes in der Größe der AIDAluna ist schwierig, das dauert mehrere Kilometer. Auch das Wenden braucht seine Zeit. Dann kommt es auf technisches Equipment an. Selbst wenn jemand dabei gesehen wird, wie er oder sie über Bord geht: Mit dem bloßen Auge ist die Person bei diesen Distanzen schon bald nicht mehr im Wasser auszumachen. Auch nicht mit einem Fernglas. 
Anschließend wird ein Suchgebiet berechnet. Wichtige Fragen dafür: Wann ist das Unglück passiert und wo? Wie sind die Wetter-, Drift- und Strömungsverhältnisse? Damit kann man berechnen, wie sich ein menschlicher Körper im Einsatzgebiet in den letzten Stunden verhalten hat. Die Schiffe suchen dann das abgesteckte Suchgebiet ab. Idealerweise werden die Schiffe durch einen Hubschrauber unterstützt." 

Christian Stipeldey, Sprecher des DGzRS

Was passiert, wenn der Körper von Daniel Küblböck nicht gefunden wird?

Stipeldey: "Die wenigstens Menschen gehen vollständig verloren, können wir aus unserer Erfahrung sagen. In küstennahen Gewässern werden in der Regel zumindest irgendwann ihre Leichname gefunden. Jemanden ist jedoch nicht Aufgabe der Seenotrettung, sondern der Behörden."

Der deutsche Gesetzgeber hat dafür das sogenannte "Verschollenheitsgesetz" verabschiedet. Paragraph 5 besagt: "Wer bei einer Fahrt auf See, insbesondere infolge Untergangs des Schiffes, verschollen ist, kann für tot erklärt werden, wenn seit dem Untergang des Schiffes oder dem sonstigen die Verschollenheit begründenden Ereignis sechs Monate verstrichen sind." 
Als Verschollen gilt nach Paragraph 1, "wessen Aufenthalt während längerer Zeit unbekannt ist, ohne daß Nachrichten darüber vorliegen, ob er in dieser Zeit noch gelebt hat oder gestorben ist, sofern nach den Umständen hierdurch ernstliche Zweifel an seinem Fortleben begründet werden". 

Daniel Küblböcks trauriges Geständnis

Mobbing an der Schauspielschule

Daniel Kübelböck
Noch ist zwar nicht abschließend geklärt, ob Daniel Kübelböck tatsächlich von der "AIDAluna" gesprungen ist, trotzdem wissen wir, was den Sänger schon vor Wochen bewegte: Er soll an seiner Schauspielschule gemobbt worden sein. 
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