Vanessa Paradis + Johnny Depp: Ihre Befreiung - sein Absturz?

Nach 14 Jahren haben sich Vanessa Paradis und Johnny Depp getrennt. Woran scheiterte diese große Liebe, und wie geht es jetzt weiter? "Gala" hat sich auf Spurensuche begeben

Am Ende ist es doch wahr.

Das, worüber seit Wochen alle in Los Angeles gesprochen haben. Das, was trotz aller Anzeichen keiner glauben wollte, weil es einfach nicht sein durfte. Vanessa Paradis, 39, und Johnny Depp, 49, haben sich nach 14 gemeinsamen Jahren getrennt. Ausgerechnet diese beiden Paradiesvögel, die in ihrer Extravaganz füreinander bestimmt, die mehr als ein Liebespaar zu sein schienen. Zwei Seelenverwandte, die für ihre Liebe keinen Trauschein brauchten, die es scheinbar spielerisch schafften, Hollywood-Glamour, Piraten-Flair und französisches Savoir-vivre zu vereinen, die von Teenagern ebenso verehrt wurden wie vom Feuilleton.

Das alles soll jetzt der Vergangenheit angehören. Der Traum vom Glück, er wurde zerstört, und fassungslos fragt man sich: Was zum Teufel ist da passiert? Ein Insider aus dem Bekanntenkreis des Paars hat es "Gala" erzählt. Dass vor allem Johnny Depp schon länger unzufrieden mit der Beziehung gewesen sei: "Er hatte immer mehr das Gefühl, mit seinem Leben in einer Sackgasse zu stecken. Kam sich vor wie ein Einsiedler. Johnny denkt, dass die Trennung für beide das Beste ist. Er will verstärkt Musik machen und neue Dinge ausprobieren." Der gefeierte Schauspieler könne sehr "eigenbrötlerisch, launisch und schrullig" sein. Vanessa habe ihm deshalb mehr und mehr Freiräume gelassen in den vergangenen Monaten, in der Hoffnung, dass er mehr zu sich findet. Bitter: Gerade diese letzte verzweifelte Maßnahme, ihre Liebe doch noch zu retten, sorgte dafür, dass beide noch weiter auseinanderdrifteten. Zuletzt war Johnny immer häufiger allein in New Mexico, wo er den Disney-Film "The Lone Ranger" dreht. Vanessa und die beiden gemeinsamen Kinder Jack, 10, und Lily Rose, 13, waren von Frankreich nach Los Angeles gekommen, wo Johnny ein Apartment in Downtown und ein Haus in West Hollywood besitzt, damit sie ihn wenigstens ab und zu sehen konnten. Wären sie in Plan de la Tour bei Cannes geblieben, der bisherigen Homebase der Familie, hätten sie Johnny gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Enrique Iglesias

Er bringt seine Kinder immer zum Lachen

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Aber auch so war es selten genug. Wenn er in den Drehpausen nach L. A. einflog, traf man ihn meistens bei ausgedehnten Touren durchs Nachtleben. Im "Soho House" am Sunset Boulevard, einer seiner liebsten Anlaufstationen. Später in den Bars und Clubs, die nicht im Fokus der Paparazzi sind. Meist in weiblicher Begleitung. In jüngster Zeit hat man ihn auch wieder mit Amber Heard gesehen, die ihn jetzt sogar am Set von "The Lone Ranger" besucht haben soll und mit der er angeblich schon 2009 während der Dreharbeiten zu "The Rum Diary" eine Affäre hatte. Doch nicht Affären seien der Hauptgrund für die Trennung gewesen, sagt der Insider - dass keiner der beiden einen neuen Partner hat, bestätigt das. Viel mehr waren es unterschiedliche Vorstellungen über das gemeinsame Leben. Und die waren schon seit einigen Monaten nicht mehr vereinbar. Die Trennung war beschlossene Sache, wurde aber noch geheim gehalten - der Kinder wegen. Vanessa wollte, dass die Trennung erst öffentlich wird, wenn die Kinder darauf vorbereitet sind.

Doch was passiert nun mit Lily Rose und Jack? Wo wird die Familie in Zukunft ihren Lebensmittelpunkt haben? Da Vanessa und Johnny nicht verheiratet sind, hat sie nach kalifornischem und französischem Recht zwar Anspruch auf Unterhalt, aber nicht auf das Vermögen ihres Partners, das auf rund 300 Millionen Dollar geschätzt wird. Und das Sorgerecht? "Da hängt es davon ab, wo die Kinder in den vergangenen sechs Monaten gelebt haben", sagt die US-Scheidungsanwältin Lynn Soodik "Gala". "Gilt das kalifornische Sorge- und Unterhaltsrecht, kann Vanessa Paradis nicht einfach so mit den Kids zurück nach Frankreich gehen. Es sei denn, sie hat seine Zustimmung oder eine entsprechende gerichtliche Verfügung. Genau hier könnte es zum Konflikt kommen. Es ist kein Geheimnis, dass Vanessa Paradis sich in ihrer Heimat am wohlsten fühlt, auf Dauer zurück will. Aber Johnny will, dass Jack und Lily Rose die meiste Zeit in Los Angeles sind. "Er möchte sie um sich haben", so der Insider. Bei aller Trauer um die verlorene Liebe: Auch eine Befreiung sei dieser Schnitt für Vanessa Paradis, hört man. Sie war es leid, immerzu leugnen zu müssen, wie zuletzt im Januar, als sie die Trennungsgerüchte noch als absurd abtat: "Sobald ich drei Erbsen esse, bin ich schwanger, im Winter trenne ich mich, im Sommer heirate ich." Jetzt hat sie ganz andere Probleme, schaut sich schon mal in Malibu und Beverly Hills Villen an. Schließlich wird sie auch, wenn sie ihren Willen bekommt und mit den Kindern nach Frankreich geht, regelmäßig nach L. A. kommen: Die Kinder vergöttern ihren Vater. Und Johnny vergöttert seine Kinder.

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Für Johnny Depp hingegen könnte die Trennung von Vanessa schwieriger werden, als er denkt. Vielleicht hat er jetzt seine Freiheit wieder, dafür aber könnte er jeglichen Halt verlieren. Dass, wie er in Interviews immer wieder erzählte, seine Frau und die Kids für sein seelisches Gleichgewicht ungeheuer wichtig sind, war nicht nur so dahingesagt. Denn Stabilität ist das, was der Mann, der aus einer Scheidungsfamilie stammt, der die Schule abbrach, Drogen nahm, vor seinem Durchbruch ziellos als Musiker durchs Leben vagabundierte, für seine innere Balance am dringendsten braucht. Nach der Trennung aber ist er wieder im Rock'n'Roll-Modus angekommen. Mit all seinen Verheißungen, mit all seinen Gefahren. "Ich hatte großes Glück im Leben", sagte Johnny einmal zu "Gala". Hoffentlich hat es ihn jetzt nicht verlassen. Hauke Herffs, Julide Tanriverdi Mitarbeit: Ariane Sommer, Anna-Barbara Tietz

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