Vanessa Mai: "Ich bin ein unsicherer Mensch"

Vanessa Mai hinterfragt alles und jeden, auch sich selbst. Ziemlich ungewöhnlich in der heilen Welt des Schlagers

Ein riesiger Konferenztisch im Hamburger Hotel "Park Hyatt", darauf ein Laptop. Vanessa Mai, 26, schaut mit zwei Mitarbeitern auf den Bildschirm. Als sie den GALA-Reporter wahrnimmt, sagt sie lächelnd, man müsse noch kurz etwas Geschäftliches besprechen, dann kann es losgehen. 

Vanessa Mai wird nachdenklich 

Vanessa, die rastlose Businessfrau. Gerade schloss sie ihre "Regenbogen"- Tour ab, jetzt stehen Festivaltermine und die PR fürs neue Album an. Das Interview ist quasi Erholung. Sie schaltet einen Gang runter und wird an vielen Stellen sehr nachdenklich.

Für Ihr Album waren Sie das erste Mal in Los Angeles. Wie war’s? 

Mega! Ich habe das eigentlich immer belächelt, wenn Künstler nach Amerika geflogen sind, um dort eine Platte aufzunehmen. Ich muss aber zugeben: L. A. hat ein besonderes Flair. Dort fühlt sich alles viel grenzenloser und freier an. Allein wer schon in dem Studio produziert hat, in dem ich aufgenommen habe: Da waren Prince und Michael Jackson

Spürt man die Energie der Superstars? 

Man riecht die Energie förmlich. (lacht) Im ganzen Studio roch es nach Gras, das da früher geraucht wurde. 

Vanessa Mai + Andreas Ferber

Und was haben Sie privat erlebt? 

Mein Mann und ich haben noch einen Roadtrip von Los Angeles nach Las Vegas unternommen. Mit einem roten Ford Mustang sind wir durch die Wüste, ohne zu wissen, wo wir schlafen werden. Wir sind in einem typischen Motel an der Autobahn nahe Palm Springs abgestiegen. Und weiter nach Vegas, wo wir uns Shows angeguckt haben.

Vor einem Jahr haben Sie auf Mallorca geheiratet. Waren das nun die Flitterwochen, die Sie bisher nicht hatten?

Andreas möchte das gerne als Flitterwochen laufen lassen. Aber für mich war Amerika ein Ineinanderfließen von Job und privat. Ich beharre auf Flitterwochen am Strand.

Wie haben Sie den ersten Hochzeitstag verbracht?

Der Tag war voller Arbeit. Wir sind abends nur etwas essen gegangen. Ich muss solch ein Datum auch nicht sonderlich feiern.

Warum nicht? 

Ich bin keine Romantikerin. Ich brauche auch keinen Valentinstag. Und ich zähle nicht zu den Frauen, die sich aufregen, weil der Mann vergessen hat, Blumen mitzubringen. Wenn ich höre, wie manche Frauen sich darüber beschweren, denke ich mir: Mein Gott, sei doch froh, dass er dir treu ist und dich liebt! Ich finde es viel wichtiger, dass Andreas da ist, wenn es darauf ankommt.

Zurzeit müssen Sie Kritik einstecken, weil manche ein Schimpfwort in Ihrem neuen Song "Wir 2 immer 1" hören. Wie gehen Sie damit um?

Mit viel Humor. Es ist ja Fakt, dass ich das F-Wort nicht singe. Das ist nicht meine Art, und ich lasse mir auch nicht vorwerfen, dass es eine PR-Masche sei. Wenn ich mehr Aufmerksamkeit haben will, stelle ich mich lieber mit noch weniger Klamotten auf die Bühne. (lacht) Aber ich werde definitiv nicht irgendwelche Schimpfwörter singen.

Sie brauchen sicher ein dickes Fell.

Bei dieser Sache nicht. Was mich wirklich nervt, ist, wenn behauptet wird, ich sei nur so weit gekommen, weil: "Ohne den Andrea-Berg-Clan wäre sie nichts!" Ach ja: Und ich mache nur Helene nach. Wenn so etwas gesagt wird, werde ich sauer.

Vanessa Mai

Ausgeplaudert! DAS ist ihr Body-Geheimnis

Vanessa Mai
Wie schafft es Vanessa Mai, 25, immer so eine gute Figur zu machen? Im Video erfahren Sie, wie die Schlagersängerin es schafft, immer so gut auszusehen.
©Gala

Manche finden, Ihre Songs seien kein Schlager mehr, weil sie zu poppig klingen.

Weil bei Schlager immer alle in Schubladen denken. Ich will wirklich kein Rebell sein. Aber ich finde, dass man mutig sein muss, wenn man, wie ich, Spuren hinterlassen möchte. Ich will nicht, wie viele andere Künstler, immer nur das Eine machen, weil es als sichere Bank galt. Natürlich kann ich damit auf die Fresse fliegen. Aber das gehört im Leben dazu. 

Das ist also zu hundert Prozent Vanessa Mai?

Absolut. Wer mich so nicht mag, der wird mich nie mögen. Ich bin jetzt angekommen, auch wenn ich vor fünf Jahren vielleicht noch anders aussah und andere Texte gesungen habe. Es gibt ein paar Fans, denen gefällt das nicht, aber das kann ich nicht ändern.

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu den Fans beschreiben?

Meine Fans sagen, dass sie einen so innigen Kontakt wie mit mir mit keinem anderen Star haben. Darauf bin ich sehr stolz. Ich bekomme Unmengen von Fanpost und nehme meine Vorbildfunktion wahnsinnig ernst. Wenn sie mir von ihren Sorgen erzählen, dann antworte ich ihnen. Wir schenken uns gegenseitig viel Kraft.

Was sind das für Sorgen?

Mobbing in der Schule zum Beispiel. Ich kann das gut nachempfinden, weil ich mir in meiner Schulzeit auch Gemeinheiten anhören musste. Ich werde noch heute als arrogant abgestempelt. 

Warum ist das so? 

Ich weiß es nicht. Vielleicht wirke ich zu selbstbewusst? Als ich bei Instagram Fotos hochgeladen habe, auf denen ich ungeschminkt war und man meine Dehnungsstreifen an den Beinen sehen konnte, haben mir tatsächlich Leute geschrieben, dass sie mich erst jetzt nett finden. Dabei bin ich ein harmonieliebendes Ding und hätte am liebsten, dass mich alle toll finden.

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Sind Sie selbstbewusst?

Ich bin eigentlich ein unsicherer Mensch und sehr nachdenklich. Auf der Bühne wirke ich zwar nicht so, weil ich dort ausbreche. Aber das ist auch die einzige Zeit, in der ich im Moment lebe und sorgenfrei bin.

Auf der Bühne kann Vanessa Mai all ihre Sorgen vergessen.

Was bekümmert Sie denn?

Es fängt mit Kleinigkeiten an. Dann natürlich meine Family, Andreas und ich – die alle gesund bleiben sollen. Aber auch die Frage: Wie lange hält mein Glück noch an? Ich bin sehr, sehr gesegnet und dankbar. Und ich weiß, dass ich mir diese Frage nicht stellen sollte, aber es passiert immer wieder.

Haben Sie einen Talisman?

Ich schleppe tatsächlich Steine in einem Beautycase mit mir herum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich daran glauben soll. Aber wenn ich meine Taschen packe, dann müssen die mit.

Was für Steine sind das?

Halbedelsteine und teilweise Kieselsteine, auf die Maikäfer gemalt sind. Den ersten Stein habe ich von meiner Mama bekommen, andere von Fans. 

Können Sie eigentlich albern sein?

Ja! Ich kann auch peinlich werden. Aber nicht peinlich im Sinne von: Ich besaufe mich und falle von der Tanzstange. Ich will zum Beispiel nicht in TV-Shows, in denen man witzig sein muss. Das mag ich nicht. Dabei sagt Andreas immer, dass ich privat doch auch so lustig bin. Hmmm…

Vanessa Mai, Michelle, Helene Fischer + Co.

Der Style der Schlagerköniginnen

Helene Fischer ist zurück - zumindest kurz: Am Samstagabend (26. Oktober) rockt sie vor 1.500 Gästen auf einer Firmenfeier in Burladingen. Der knallrote Jumpsuit mit ausgestelltem Bein und asymmetrischen Dekolleté ist im Vergleich zu Helenes sonstigen Bühnenlooks eher angezogen. Ob mit Crop-Top oder langer Hose - So oder so liefert Helene auch an diesem Abend eine großartige Show ab. 
Seemannsmütze, Ringelshirt und ein Rock mit aufgedruckten Hummern: Schlagerkönigin Beatrice Egli hat sich für ihren Auftritt auf einem Kreuzfahrtschiff optisch schon mal eingestimmt. Ihre tollen Kurven betont die Blondine geschickt durch den Crop-Schnitt des Oberteils und zaubert durch den Highwaist-Rock eine schmale Taille. 
Auch Schlager-Ikone Andrea Berg setzt auf einen asymmetrischen Schnitt ihres Oberteils an Dekolleté und Borde. Ganz in Weiß verzaubert sie das Publikum der ZDF-Show "Willkommen bei Carmen Nebel" nicht nur optisch sondern auch mit ihrem Gesang.
In einem orangefarbenen Volant-Kleid mit asymmetrischen Ausschnitt strahlt Ella Endlich bei der ZDF Show "Willkommen bei Carmen Nebel" in der TUI Arena in Hannover. 

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