US-Bundesstaat Alabama: Abtreibung nach Vergewaltigung? Verboten! Stars sind entsetzt

Der Senat im US-Bundesstaat Alabama hat ein neues Gesetz beschlossen, das Frauen selbst nach einer Vergewaltigung etwa keine Abtreibung mehr erlaubt. Im Gesetzesentwurf gibt es nur eine Ausnahme. US-amerikanische Frauen, darunter auch viele Promis, sind empört. Ihre Reaktionen

Alabama hat das strengste Abtreibungsgesetz verabschiedet. Doch "ihr Körper, ihre Entscheidung", finden Abtreibungsbefürworterinnen. Frauen sollten das Recht haben über ihren eigenen Körper entscheiden zu können, finden auch internationale Stars

Bevor das Gesetzt endgültig verabschiedet ist und damit wirksam wird, muss es noch die republikanische Gouverneurin von Alabama unterschreiben. Doch das sei laut der "Tagesschau" nur eine reine Formalie.

Neues Abtreibungsverbot in Alabama

Milla Jovovich

Milla Jovovich

Not-Abtreibung: "Ich habe immer noch Albträume"

Im tief religiösen Bundesstaat Alabama ist die große Mehrheit der Politik und der Bevölkerung für ein weitgehendes Verbot der Abtreibung. Es könnte das härteste Abtreibungsgesetz in den USA werden, denn es geht weiter als alle bisherigen Einschränkungen des Rechts auf Abtreibung. Danach wären in Alabama künftig selbst nach Vergewaltigungen oder bei Inzest keine Schwangerschaftsabbrüche mehr erlaubt.

Der einzige Ausnahmefall

Wie in anderen Ländern, die Abtreibung generell verbieten, ist diese nur dann erlaubt, wenn das Leben der Mutter durch die Schwangerschaft akut gefährdet ist. Träte das Gesetz tatsächlich in Kauf, müssten Ärzten, die trotzdem Abtreibungen vornehmen, mit Gefängnisstrafen zwischen zehn und 99 Jahren rechnen.

Mein Körper, meine Entscheidung!

Unter Frauen in Alabama hat das Gesetz heftige Diskussionen und Ängste ausgelöst. Und auch viele internationale Stars reagieren auf diese für Frauen entsetzliche Nachricht. Doch es bestehen noch Chancen, dass das Gesetz nicht in Kraft tritt. Jenes verstoße nämlich eindeutig gegen ein bereits existierendes Gesetz des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 1973. Danach haben Frauen in den USA das Recht auf einen Abbruch ihrer Schwangerschaft. Die Bürgerrechtsbewegung ACLU kündigte umgehend an, das Gesetz anfechten zu wollen. Die ACLU verwies darauf, dass Abtreibungen weiterhin in allen 50 US-Bundesstaaten legal seien. "Wir werden klagen, um zu verhindern, dass dieses Gesetz jemals in Kraft tritt."

Tragische Schicksalsschläge

Auch Stars werden vom Leben hart getroffen

US-Bundesstaat Alabama: Die Trauer ist groß: Schlager-Musiker und "Goodbye Deutschland"-Liebling Jens Büchner stirbt am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca an den Folgen von Lungenkrebs. Er hinterlässt eine Großfamilie, bestehend aus Ehefrau Daniela ...
US-Bundesstaat Alabama: ... fünf leiblichen Kindern, drei Stiefkindern und einer Enkelin. Die Kleinen vermissen ihren Papa natürlich sehr, doch es gibt auch Momente des Glücks, in denen Jenna Soraya und Co. auch wieder lachen können. "Papa wäre so stolz auf dich", schreibt sie dazu ...
US-Bundesstaat Alabama: In einem Posting auf Instagram Stories erinnert sich Witwe Daniela an ihre Hochzeit mit Jens im Juni 2017. Dazu spielt sie das Lied "Einmal" von Mark Forster. "Einmal, einmal, das kommt nie zurück. Es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück", heiß es im Refrain.
Schock in der Sportwelt: Radsportlerin Kristina Vogel ist nach einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt und sitzt von nun am im Rollstuhl. Im "Spiegel"-Interview spricht die Olympiasiegerin erstmals über den folgenschweren Unfall bei dem ihr Rückenmark am Brustwirbel durchtrennt wurde: "Egal, wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen. Und das lässt sich nicht mehr ändern. Aber was soll ich machen? Ich bin der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar." Hut ab für diesen Kämpfergeist. 

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Stars machen sich gegen Abtreibungsverbot stark

Lady Gaga

Sängerin Lady Gaga, 33, sendet all ihre Gebete an alle Frauen und jungen Mädchen in Alabama. Via Twitter teilt der "A Star Is Born"-Star ihre Gedanken zum neuen Gesetz: "Es ist eine Unverschämtheit, Abtreibungen in Alabama zu verbieten [...] Es gibt also eine höhere Strafe für Ärzte, die Abtreibungen durchführen, als für die meisten Vergewaltiger? Das ist eine Farce und ich bete für all diese Frauen und jungen Mädchen, die durch dieses System leiden werden." 

Chris Evans

Auch "Captain America"-Schauspieler Chris Evans, 37, empfindet die Gesetzesänderung als "absolut unglaublich" und spielt auf den Rechtsfall "Roe v. Wade" an. Dieser führte zur kontroversen Grundsatzentscheidung im Jahr 1973, die der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten mit einer Mehrheit von sieben zu zwei Richtern fällte. 

Sarah Silverman

"Battle of the Sexes"-Schauspielerin und Komikerin Sarah Silverman, 48, findet auf Twitter klare Worte zu den bestehenden Machtverhältnissen in den USA: "27 weiße Männer haben soeben darüber entschieden, was Frauen in Alabama mit ihren eigenen Körpern tun und nicht tun dürfen. Männer verursachen 100 Prozent ungewollte Schwangerschaften."

 Erst beschloss das Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf, bevor dieser nun auch vom Senat in Alabama unterschrieben wurde.

Andrew Cohen

Der US-amerikanische Fernsehmoderator Andrew Cohen, 50, lässt seine Twitter-Community wissen, dass es "einen kalten Platz in der Hölle für den Senat in Alabama" gäbe.

Viele weitere Stars haben mittlerweile zur Gesetzesänderung öffentlich Stellung bezogen. Egal ob Frauen oder Männer, ihr Tenor lautet: Dieses Gesetzt muss verhindert werden. Der Rechtsstreit wird durch alle Instanzen gehen, bis vielleicht im kommenden Jahr die Richter am Obersten Gerichtshof endgültig entscheiden, so berichtet die "Tagesschau". Auf jeden Fall wird in den USA ab sofort wieder heftig über das Thema Abtreibung gestritten.

Elizabeth Banks, Bellamy Young und Co

Hollywoodstars unterstützen Pro-Abtreibungs-Kampagne

©Gala

Verwendete Quellen: Tagessschau, Twitter, ACLU, etonline

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