Ulrich Tukur: Schwache Draufgänger sind spannend

Schauspieler Ulrich Tukur reizen Rollen, die von außen anders wirken als sie in Wirklichkeit sind. 

Ulrich Tukur (55) näherte sich in seinem neuesten Film einer umstrittenen historischen Figur.

In dem mit Spannung erwarteten TV-Film 'Rommel', der am kommenden Donnerstag um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt wird, übernimmt der Schauspieler ('Das Leben der Anderen') die Rolle des Erwin Rommel - dem legendären Generalfeldmarschall und glühendem Verehrer von Adolf Hitler.

Doch eigentlich wollte Tukur gar keine "Dritte-Reich-Typen" mehr spielen: "['Nein, nicht schon wieder Zweiter Weltkrieg'] waren meine Worte. Ich habe mich in so vielen Rollen kreuz und quer durchs Dritte Reich gespielt, dass ich der Meinung war, es müsste reichen", erklärte der Leinwandheld im Interview mit der 'Bild'-Zeitung seine erste Reaktion, als er für die Rolle vorgeschlagen wurde.

Allerdings habe ihn dann folgendes umgestimmt: "Das Drehbuch, das ich von Niki Stein bekam, war gut geschrieben. Es zeigte die Nahaufnahme eines Mannes, hinter dessen strenger soldatischer Fassade ein Mensch spürbar war, der von seinem inneren Konflikt zerrieben wurde, dem Konflikt zwischen Pflichtbewusstsein und der Verantwortung vor seinem Gewissen. Und plötzlich hatte ich Lust, eine Figur zu spielen, die den Ruf eines Draufgängers hatte, aber in Wirklichkeit viel schwächer war."

Die Annäherung an den umstrittenen Nazi war keine leichte. So kritisierten die Familienangehörigen des Mannes, der am 14. Oktober 1944 auf Befehl von Adolf Hitler Selbstmord beging, den jetzigen TV-Film, da Rommel ihrer Meinung nach zu negativ dargestellt wurde. "Es ist schwierig, das liebgewordene Bild eines Familienangehörigen plötzlich in den Händen anderer Menschen zu wissen. Aber Erwin Rommel ist nun mal auch eine Figur der Zeitgeschichte. Wir haben uns ihm respektvoll und behutsam genähert. Wir haben ihn nicht demontiert, sondern versucht einen Menschen zu zeigen, der an sich und seiner Zeit zerbrochen ist", erklärte Tukur in einem weiteren Interview gegenüber der 'Berliner Morgenpost'.

Auch wenn ihn die Rolle des Erwin Rommels sehr gereizt hat, so schnell wird man den Darsteller nicht mehr in Nazi-Uniform sehen. Sein Kommentar auf die Mitteilung der 'Bild'-Zeitung, dass der 'Rommel'-Produzent Nico Hofmann demnächst eine achtteilige Serie über Adolf Hitler in Angriff nehmen wolle, lautete: "Habe ich gelesen. Viel Glück! Ich jedenfalls spiele den Hitler nicht. Ich bin kriegsmüde und begebe mich ins Lazarett. Egal was ich mache, ich verliere den Krieg ja doch jedes Mal wieder. Meine Aussichten im nächsten Jahr sind allerdings blendend. Keine Uniformen, keine Panzer, keine Stahlhelme …", fügte Ulrich Tukur voller Zuversicht hinzu.

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