Tyron Ricketts: Ich will kein Alien mehr sein

Schauspieler Tyron Ricketts ist genervt von den Klischees, die ihm bei jeder Rollenvergabe entgegen schwappen.

Tyron Ricketts (39) würde wahnsinnig gerne mal eine Rolle spielen, in der er nicht Asylant, ohne Pass oder kriminell sein muss.

Der Schauspieler ('SOKO Leipzig') konzentriert sich aktuell nach zwölf Jahren Pause wieder auf die Musik: Mit seinem neuen Album 'Weltenreiter' gibt er einen Einblick in seine Weltreise von 2009. Der Wahl-Berliner, der in Weiz als Sohn einer Österreicherin und eines Jamaikaners zur Welt kam, würde auch gerne mal wieder vor der Kamera stehen, allerdings lässt das Rollenangebot sein Herz nicht gerade höher schlagen: "Ich bin grad etwas frustriert, was die Schauspielangebote angeht, die ich bekomme. Diese ganze Klischeenummer geht mir ein bisschen auf die Nerven", gestand er im Interview mit 'Cover Media'. "Ich habe keine Lust mehr, hier als Alien gesehen zu werden. Ich war insgesamt vielleicht ein Jahr in L.A. und wenn ich da auf eine Veranstaltung gehe, habe ich mehr das Gefühl dazuzugehören als in Deutschland. Und ich mach das hier schon seit 20 Jahren."

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Auf ein Genre will sich Tyron Ricketts nicht festlegen: Die Krimiserie hat ihm Spaß gemacht, aber auch etwas Romantik wäre er nicht abgeneigt: "Ich hätte nichts gegen eine tolle Liebesgeschichte, aber das wird noch 'ne Weile dauern, bis ich die Hauptrolle in einer deutschen Liebesgeschichte spiele, ohne dass ich keinen Pass habe, Asylant bin, oder sonst irgendwie so etwas."

Auf seiner Hip-Hop-Platte 'Weltenreiter' geht Ricketts offen mit seinen Gefühlen um. Er glaubt, dass es Deutschland gut tun würde, wenn mehr Menschen diese Haltung einnähmen: "Die Deutschen sind einfach ein bisschen ängstlich, wenn sie Neudeutschen zu tun haben. Wenn Du aber etwas aus Angst motiviert heraus tust, ist es immer verkrampfter, als wenn du etwas aus Liebe machst. Das hat dann eine ganz andere Dynamik. In Deutschland gibt es deswegen immer erst mal ein 'Nein ' oder ein 'Ja, aber'. Da habe ich im Moment keinen Bock mehr drauf. Das passt nicht zu der Energie, die ich selbst in mir spüre."

Wer sich von der guten Energie von Tyron Ricketts überzeugen lassen möchte: 'Weltenreiter' steht seit dem 31. August in den Läden.

(Foto: Tobias Schult)

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