Twitter: Die Aussetzer der Polit-Stars

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat einen Shitstorm auf Twitter ausgelöst. Da ist er aber in bester Gesellschaft.

Shitstorm-Erfahrung für CDU-Generalsekretär Peter Tauber

Shitstorm-Erfahrung für CDU-Generalsekretär Peter Tauber

Inzwischen hat er sich entschuldigt, einen Shitstorm konnte CDU-Generalsekretär Peter Tauber (42) aber nicht mehr verhindern. Mit einem Tweet zu Minijobs zog er viel Ärger auf sich. Auch andere Politiker haben sich beim Kurznachrichtendienst schon unbeliebt gemacht.

Peter Tauber

Der Tweet, der Tauber jetzt selbstverschuldet zum Verhängnis wurde, lautet: "Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Mini-Jobs." Das antwortete er einem User, der ihm zum Wahlprogramm von CDU und CSU gefragt hat: "Heißt das jetzt drei Mini-Jobs für mich?"

Nachdem sich zahlreiche Internetnutzer über seine Worte aufgeregt haben, ruderte der Politiker nun zurück und entschuldigte sich: "Wer drei Minijobs braucht, um über die Runden zu kommen, der hat es nicht leicht", so Tauber in einem neuen Tweet. "Und ich wollte niemandem zu nahe treten, der in so einer Situation ist. Es tut mir leid, dass ich mein eigentliches Argument - wie wichtig eine gute Ausbildung und die richtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind, damit man eben nicht auf drei Minijobs angewiesen ist - so blöd formuliert und damit manche verletzt habe."

Erfahrung mit Shitstorms hat auch schon Renate Künast (61) gesammelt. Einsatzkräfte hatten im Juli 2016 einen Mann bei Würzburg getötet, der mit einer Axt auf Menschen in einem Zug losgegangen war und später Polizisten angegriffen hatte. Künast twitterte: "Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!" Viele Twitter-User fragten sich allerdings eher, ob Künasts Tweet zu diesem Zeitpunkt angebracht war. Sie mache den Täter zum Opfer, hieß es bei dem Kurznachrichtendienst.

Und das ist nicht der erste Shitstorm, der über Künast hinwegfegt. Häme hatte es für die Grünen-Politikerin auch schon gegeben, nachdem sie den Europa-Abgeordneten Richard Sulík, der in der Talkshow bei aufgetreten war, von der Slowakei nach Polen verpflanzte: "oh je, es gibt bestimmt bessere Botschafter für #Polen. #annewill", twitterte sie dazu. Der Spott ließ nicht lange warten. Allerdings reagierte Künast auch souverän. 30 Minuten später schrieb sie: "Man soll nicht tweeten, wenn man nur kurz reinzappt. Aber man muss daraus auch keinen Weltuntergangs-Shitstorm machen." Im Oktober 2015 hatte Künast auf Facebook für Lacher gesorgt: Sie zeigte dort ein Foto von sich am Lincoln Memorial in Washington - verwechselte diesen aber mit ...

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch (46) nutzt Twitter ebenfalls gerne. Shitstorms inklusive: Nachdem die DFB-Elf bei der EM in Frankreich ausgeschieden war, schrieb sie: "Vielleicht sollte nächstes mal dann wieder die deutsche NATIONALMANNSCHAFT spielen?" Die Reaktionen darauf gingen von "dumm" bis "der ekelhafteste Tweet des Abends". Von Storch löschte später den Tweet und erklärte auf Facebook, ihr Posting habe sich auf den Namen "die Mannschaft" bezogen und nicht auf die Spieler: "Ich nenne sie weiter Nationalmannschaft. Wenn Bild & Co das Bedauern über den politisch korrekten, weil entnationalisierten Namen als rassistische Hetze abtut, dann ist denen nicht mehr zu helfen."

Nicht das erste Mal, dass sie nach einem Post mit hanebüchenen Erklärungen zurückruderte. Zur AfD-Diskussion über den Gebrauch von Schusswaffen bei illegalen Grenzüberschreitungen lautete ihr Facebook-Post Anfang 2016: "Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen." Später erklärt sie dem "Spiegel", sie sei auf ihrer Computermaus ausgerutscht. Der Spot auf Twitter ließ nicht lange auf sich warten.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder (50) liebt Twitter. Die Twitter-User aber nicht immer ihn. Nach dem EM-Viertelfinal-Sieg gegen Italien hieß es auf dem Account des CSU-Politikers: "Nie mehr Elfer für Özil. Künftig Elfer nur noch durch junge Spieler" und stieß damit auf sehr wenig Begeisterung... Söder löschte diesen ursprünglichen Tweet dann. Nach den Anschlägen in Paris im November 2015 hatte Söder schon für ganz andere Entrüstung gesorgt: "#ParisAttacks ändert alles. Wir dürfen keine illegale und unkontrollierte Zuwanderung zulassen", twitterte er und erntete einen gehörigen Shitstorm.

Erika Steinbach

Shitstorms kennt auch Erika Steinbach (73): Die Politikerin hatte im Februar 2016 auf Twitter ein Foto geteilt, das ein weißes, blondes Mädchen umgeben von einer Gruppe dunkelhäutiger Kinder zeigt. Auf dem Bild stand: "Deutschland 2030" und "Woher kommst du denn?". "Widerlich" und "rassistisch" lautete nicht nur das Urteil der Netzgemeinde.

Julia Klöckner (44, CDU) sorgte einst mit diesem Tweet für Verwirrung: "Wer AfD aus Protest wählt, stärkt am Ende das linke Lager". Viele machten sich einen Spaß daraus, zu lesen war nicht nur von einer "Rechts-Links-Schwäche", sondern auch Sprüche wie "Wer für Kinder bremst, stärkt am Ende die Raser" oder "Wer Schweinefleisch isst, stärkt das vegane Lager". Schon 2009 hatte Klöckner mit einem Tweet danebengegriffen: Bei der Wahl des Bundespräsidenten twitterte sie aus der Zählkommission heraus - rund 15 Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses - das Ergebnis der Abstimmung. Mit Bezug auf den letzten Spieltag der Bundesliga schrieb sie: "Leute, Ihr könnt in Ruhe Fußball gucken. Wahlgang hat geklappt!". Später löschte sie den Tweet und entschuldigte sich dafür.

Peter Altmaier (59, CDU) ist nicht gerade für unsinnige oder provokante Tweets bekannt, einmal, Anfang 2012, erwischte es ihn aber auch - es ging dabei um , der sich weigerte, Fragen von Journalisten rund um die "Kreditaffäre" zu beantworten: "Wünsche mir, dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt", schrieb Altmaier. Einige waren von diesem Tweet gar nicht angetan.

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