Trystan Pütter im Interview: "Ich bin eine Rampensau"

Trystan Pütter moderiert erstmals den "First Steps“-Award. Der "Ku ’damm“-Star über den eigenen Karriere-Start, seine Daddy-Rolle und warum er auch schon mal im Auto gelebt hat

Herr Pütter, sind Sie aufgeregt wegen Ihrer Moderation?
Es ist natürlich ungewohntes Terrain, weil ich so etwas noch nie gemacht habe. Und aufregend, weil da immerhin die ganze Branche sitzt. Aber man kann so etwas auch nicht ablehnen. Schwanz einziehen ist da nicht drin. 

Da sind Entertainer-Qualitäten gefragt. Für „Ku’ damm“ haben Sie Tanzen und Singen gelernt. Wie praktisch, oder?
Auf jeden Fall. Und ich werde ein Feuerwerk an Talenten abfeuern! (lacht) Aber im Grunde geht es ja um die Nominierten und die Zukunft des deutschen Films.

Sind Sie eine Rampensau?
Total! Ich liebe es! Trotz meines wahnsinnigen Lampenfiebers, das ich immer im Theater oder vor dem ersten Drehtag habe. Vor meinem Auftritt kann man nichts mit mir anfangen, aber wenn der Sprung auf die Bühne getan ist, will ich da nicht mehr runter. 

Apropos "First Steps“: Wer hat Ihnen den Start ins Filmbiz geebnet?
Für mich war das Nina Haun. Sie ist Casterin und Ehrenpreisträgerin vom letzten Jahr. Im zweiten Jahr an der Schauspielschule sagte sie: "Du bist
toll, und dir will ich eine Chance geben.“ Seitdem begleitet und fördert sie mich. Ihr habe ich viel zu verdanken. Du kannst ein begnadeter Schauspieler sein, aber wenn du nicht gesehen wirst, musst du anfangen zu kellnern. Kellnern mussten Sie nicht? Doch. Während meiner Zeit in Bremen am Theater habe ich nach der Vorstellung in so einer alternativen Disko gekellnert, ich hab die immer Barfuß- Disko genannt, weil das alles Ü40-Leute waren, die ohne Schuhe abgedanct haben. Manche Zuschauer waren schon etwas verwundert: "Haben Sie nicht gerade noch die Hauptrolle auf der Bühne gespielt, und jetzt verkaufen Sie mir ein Bier?“

Sie sollen auch mal obdachlos gewesen sein.
Ja, ich habe tatsächlich eine Weile in meinen Citroën Saxo gewohnt. Meine Mutter ist nach Amerika gezogen, ich habe Zivildienst gemacht und bin aus meiner Wohnung geflogen. Ich war kurz vor der Schauspielschule und bin dann halt in mein Auto gezogen. Mein ganzer Hausstand war auch noch drin. Das waren lustige Monate.

Parallel zu Ihrem "Ku’damm“- Erfolg sind Sie Vater einer Tochter geworden.
Bei mir kommt immer alles auf einmal. Dann tanze ich auf 1000 Hochzeiten gleichzeitig und mache alles mit der gleichen Leidenschaft. Das Timing kann man sich halt nicht aussuchen. Man wartet so lange darauf, als Schauspieler diese Chance zu bekommen. Und wenn privat einen das Glück küsst, ist es natürlich egal, wann das passiert. Wie sieht’s mit Ihren Entertainer-Qualitäten als Vater aus? Ziemlich gut. Ich glaube, manchmal finde ich mich lustiger, als ich es wirklich bin. Wir machen viel Spaß zu Hause, aber ich versuche auch, die Kinder freizulassen und sie ihr Ding machen zu lassen. Aber mit zweieinhalb ist meine Tochter noch so klein – sie guckt mich an, will nicht, dass ich zur Arbeit gehe, und findet es cool, wenn wir viel Quatsch machen.

Worauf freuen Sie sich als Nächstes?
Ich bin total gespannt auf ""Parfum“, das demnächst im ZDF in Deutschland und gleichzeitig weltweit auf Netflix anläuft. Man merkt richtig, dass deutsche Produktionen weltweit wahr - genommen werden. Das finde ich toll.

Der "First Steps"-Award

1999 von Bernd Eichinger und Nico Hofmann gegründet, gilt der "First Steps“- Award heute als Deutschlands wichtigster Nachwuchsfilmpreis. Er ist ein Sprungbrett für junge Künstler. Die Verleihung am 24. SEPTEMBER im Berliner Stage Theater des Westens statt. Wer nicht dabei sein kann, hat erstmalig die Gelegenheit, den roten Teppich mit allen Nominierten, Stars sowie eine Backstage-Liveberichterstattung samt Preisträger- und Laudatoren- Interviews online zu verfolgen. Ab 18.30 Uhr auf fredcarpet.com

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