Tom Cruise: Pause vom Dauerlächeln

So hat man Tom Cruise selten in der Öffentlichkeit gesehen: Die Trennung von Ehefrau und Tochter setzt auch ihm sichtlich zu

Bedrückt wirkt er und unendlich müde.

Vom ewigen Tom-Cruise-Strahlemann- Lachen ist beim Lunch mit seinem Anwalt Bert Fields in Malibu rein gar nichts zu sehen. Stattdessen spürt jeder Gast, der den Schauspieler im Essen herumstochern sieht: Hier sitzt ein Mann, der angeschlagen ist. Keine Scientology-Lichtgestalt, kein Hollywood-Held - ein ganz normaler Mensch, der unter der Trennung von Frau und Tochter leidet. Und der sein Leben jetzt vollkommen neu planen muss: Statt in seiner Villa in Beverly Hills wird der 50-Jährige künftig häufig im wenig geliebten New York leben.

Die Maske ist gefallen, wenn auch nur für kurze Zeit: Tom Cruise vorigen Samstag in Malibu, nach dem Lunch mit seinem Anwalt.

Eine Maklerin von Sotheby’s International, heißt es, suche bereits nach einem geeigneten Anwesen. Hauptbedingung: ein großer, uneinsehbarer Garten, der viel Raum für Vater-Tochter-Stunden bietet. Suri, die unter der Scheidungssituation wohl am meisten leidet, wird zum Trost von Mutter Katie Holmes, 33, rund um die Uhr bespaßt. Zoobesuche inklusive Giraffenfütterung, Cupcake-Orgien, Turnstunden - all das, damit die Sechsjährige sich im Hickhack zwischen Mom und Dad nicht verloren fühlt. Zumal das Leben sich auch für sie behutsam ändern soll. Katie wolle ihr nicht mehr alles durchgehen lassen, erklärte ein Insider jetzt gegenüber dem Magazin "Us Weekly". Schließlich ist sie in ihren Augen nicht mehr die kleine Erwachsene mit Selbstbestimmungsrecht, wie von Scientology gelehrt, sondern einfach ein Mädchen, das in den vergangenen Jahren viel zu oft seinen Willen durchsetzen durfte.

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Sich selbst gönnt Katie derzeit noch ein wenig Ruhe. Ihren ersten offiziellen Auftritt auf dem roten Teppich, der voriges Wochenende für ihre Stiftung, die Dizzy Feet Foundation, stattfinden sollte, sagte sie kurzfristig ab. Sie traf sich lieber mit ihrem Anwalt Jonathan W. Wolfe und seiner Frau Renee zum Dinner im "NoMad Hotel" im New Yorker Flatiron District. Wolfe tat das, was jeder Frau in Katies Situation guttun würde: Er kümmerte sich intensiv um sie. So glücklich sah man Katie lange nicht, schon gar nicht an der Seite von Tom Cruise. Dabei begann auch diese Beziehung, wie jetzt dessen enger Vertrauter John Brousseau berichtet, so liebevoll und glücklich, wie es sich jedes Paar nur wünschen kann. Brousseau war bis 2010 ein hochrangiges Mitglied von Scientology und unter anderem eng mit David Miscavige, dem Chef der umstrittenen Vereinigung, verbandelt. Deshalb durfte er Weihnachten 2006 mit Tom, Katie und der damals acht Monate alten Suri im winterlich romantischen Telluride, Colorado, verbringen. "Sie wirkten unglaublich glücklich", schildert Brousseau die Szenerie im Rückblick. Verrückt vor Liebe, ständig flirtend, lachend, küssend.

Was Katie wohl schon damals nicht gefiel: die ständige Präsenz hochrangiger Scientology-Mitarbeiter, die wie selbstverständlich mit der Familie im Haus lebten. Vor allem David Miscavige, die Nummer eins, spielte stets eine große Rolle. "Tom betet ihn an wie einen Gott", urteilt Scientology- Aussteiger Brousseau. Und ein Gott, das musste Katie leidvoll erfahren, duldet keinen widerspenstigen Geist, die sich auf Dauer nicht ins Sekten-Schema pressen lässt. Dass er zu schwach war, um sich auf die Seite seiner Frau zu stellen - vielleicht ging auch das Tom Cruise beim Lunch in Malibu durch den Kopf. Mensch zu sein gönnte er sich jedoch nicht lange. Schon wenig später, draußen vor dem Lokal, setzte er fix die Sonnenbrille auf, lächelte breit und antwortete auf die Frage eines Fotografen: "Es geht mir gut."

Martina Ochs

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