Tom Cruise: Bewerbung um den Job als Ehefrau

Scientology-Anhänger Tom Cruise ist selbst Schauspieler. Doch zum Casting mussten bei ihm auch potenzielle Ehefrauen. "Vanity Fair" hat recherchiert, wie vor der Holmes-Ehe nach einer Braut gesucht wurde

"Was Katie nicht wusste" - so betitelt das US-Magazin "Vanity Fair"

seine Oktober-Ausgabe, auf der ein Foto von Katie Holmes prangt. Die Geschichte dahinter dreht sich jedoch mehr um ihren Exmann Tom Cruise. Denn "Vanity Fair" kann nun die Jahre alten Gerüchte stichhaltig machen, dass der Star aus Filmen wie "Mission Impossible" und "Last Samurai" für die Scientology-Sekte so wichtig ist, dass seine Ehefrau per Casting ausgesucht wird.

Die preisgekrönte Autorin Maureen Orth hat tief gegraben und schreibt, ausgerechnet Shelly Miscavige, die Frau von Scientology-Anführer David Miscavige, habe eine Gruppe geleitet, die die geeignete Partnerin für Cruise finden sollte. Nach Cruises Scheidung von Nicole Kidman im Jahr 2001 seien junge Frauen zu einem Casting eingeladen worden, angeblich für ein neues Scientology-Trainingsvideo.

Tom Cruise

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Im Rahmen der Aufnahmen, von denen noch Filmmaterial existieren soll, kam das Gespräch dann auch auf Scientology-Vorzeigemann Tom Cruise. Gespannt beobachtete man die Reaktionen der Kandidatinnen.

Diese Frau hatte Scientology 2004 für Tom Cruise vorgesehen: die Schauspielerin Nazanin Boniadi.

Im Herbst 2004 soll sich Scientology dann schließlich auf die iranischstämmige Schauspielerin Nazanin Boniadi (die später zum Beispiel in "Der Krieg des Charlie Wilson", "Iron Man" und "How I Met Your Mother" mitwirkte) konzentriert haben. Sie war zu dem Zeitpunkt in einer Beziehung und hatte Tom Cruise noch nie getroffen. Kein Hindernis: Ein Abendessen mit Cruise wurde arrangiert, eine gemeinsame Nacht sogar, heißt es in dem Magazin. Es hätte eine Verschwiegenheitsvereinbarung gegeben und peinliche Fragen zu ihrem Sex- und Privatleben. Außerdem gibt die Schauspielerin an, sie hätte ihre Zahnspange, ihre roten Haare und ihren Freund auf Befehl der Sekte loswerden sollen.

Nach drei Monaten war Schluss

Boniadi, die eine unverkennbare Ähnlichkeit im Typ mit Katie Holmes aufweist, soll sich Hals über Kopf in den mächtigen Hollywoodstar verliebt haben. Doch der hatte schnell die Nase voll von ihr. Und auch Scientology-Oberhaupt David Miscavige soll mit der Brünetten bei einem gemeinsamen Essen nicht warm geworden sein - ein Ausschlusskriterium.

So weit, so schräg. Doch das ganze Ausmaß des Scientology-Kontrollwahns, wie ihn der "Vanity Fair"-Artikel darstellt, offenbart sich erst hinterher. Boniani, die selbst Anhängerin der Organisation war, wurde nach einer zu offenen Bemerkung zu einem Kollegen als Putzkraft ins Sektencenter in Florida verbannt. Und Tom Cruise sprang bei Oprah Winfrey auf die Couch und heiratete die Katholikin Katie Holmes.

Regisseur Paul Haggis (2006 Oscar-prämiert für "LA Crash") war selbst lange Jahre Mitglied von Scientology und ist einer der prominentesten Aussteiger.

Seitdem die Zeitschrift erschienen ist, ist das Interesse an Tom Cruises Beziehung zu Scientology neu erwacht. Da hilft auch die eilige Behauptung seines Managements nicht, dass der Bericht voller Lügen sei. Mit dem Regisseur Paul Haggis hat sich nun gegenüber "showbiz411.com" einer der prominentesten Aussteiger aus der Sekte geäußert und bestätigt, dass Nazanins Geschichte wahr sei.

Der Mann, der einst selbst ein Anhänger der Hubbard-Lehren war und vor zwei Jahren mit offenem Brief und unter großem Getöse die Psychosekte verließ, sagt, er habe "Naz" persönlich drei Jahre lang gekannt. Er habe auch ihre Geschichte gekannt, die sie aber geheim habe halten wollen - sie habe sich geschämt. Die Tatsache, dass die Führung einer Glaubensgemeinschaft so einfach eines ihrer Mitglieder benutzen, es so bestrafen könne und so effektiv zum Schweigen bringen, die habe ihn sehr beunruhigt. Sie sei nur ein Beispiel davon, wie Menschen Angst hätten, offen zu sprechen. Er hoffe sehr, dass der Starfaktor hier Aufmerksamkeit bewirken könne. Auch wenn es nicht die Sorte Publicity sei, die diese talentierte Schauspielerin sich gewünscht hätte.

Es gibt schon wieder Gerede über eine neue Kandidatin

Nazanin Boniadi, heute 32, hat Scientology vor einigen Jahren ohne großes Aufhebens verlassen und ihre Karriere weiterverfolgt. Tom Cruise, 50, war von 2006 bis zur Trennung im Juli 2012 mit Katie Holmes verheiratet, die beiden sind frisch geschieden. Nach einem Bericht der "Huffington Post" vom Juli dieses Jahres hat Scientology schon eine neue Frau im Auge, die man an Tom Cruises Seite platzieren könnte: die 27-jährige Yolanda Pecoraro, sexy, schlank, lange dunkle Haare - Ähnlichkeit entdeckt? Die soll den Schauspieler auch im Jahr 2004 schon einmal im Umfeld der Sekte getroffen haben, genau zur von "Vanity Fair" eingegrenzten Castingzeit also.

Tom Cruises Team ist nun noch mehr in Zugzwang, den Schauspieler zur Abwechslung wieder in einem netten und sympathischen Licht zu präsentieren als vor der Castinggeschichte. Dabei hatte der 50-Jährige mit der schnellen, problemlosen Scheidung von Katie, fotogenen Ausflügen mit Suri und lockeren Clubbesuchen mit Sohn Connor gerade etwas Boden gutgemacht. Auch wenn einem die Kandidatenwahl abgenommen wird: So eine Ehe macht ganz schön viel Arbeit.

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