Tim Lobinger: Er bricht bei Markus Lanz in Tränen aus

Der Krebs ist zurück bei Star-Sportler Tim Lobinger. Offen und ehrlich spricht er nun über seine Krankheit - und kann bei "Markus Lanz" seine Tränen nicht zurückhalten

Tim Lobinger

Leichtathlet  , 45, erhielt im Januar 2018 erneut eine schlimme Nachricht: Er muss den Kampf gegen den Krebs erneut aufnehmen. In seiner Knochenmarkprobe wurden erneut Krebszellen gefunden.  Sein Motto "Verlieren ist keine Option" ist auch der Titel seines Buches, das am Montag, den 16. April erscheint. In diesem Zuge sprach er auch bei "Markus Lanz" über sein Schicksal. 

Tim Lobinger: Emotionales Geständnis im TV

Am Mittwochabend, den 11. April, war Tim Lobinger im ZDF zu Gast bei und sprach offen über seine erneute Krebsdiagnose. Es handelt sich um eine besonders aggressive Form von Leukämie (Blutkrebs), die nur bei fünf Prozent aller Patienten auftritt. Seit Januar weiß Lobinger, dass der Krebs zurück ist und gegen seinen eigenen Körper arbeitet. Deshalb hat Lobinger jetzt eine Stammzellentherapie begonnen, die sein Immunsystem stärken soll. In der ZDF-Sendung Markus Lanz wirkt er sehr optimistisch: "Ich habe erstmals wieder eine langfristige Perspektive" so der 45-Jährige. "Langfristig heißt?", will Markus Lanz wissen. "Für mich locker die nächsten drei, vier, fünf Jahre. Die Ärzte sind ehrlicher und sprechen von ein bis zwei Jahren, aber das ist ja schon mal eine Perspektive und am Ende ist man nur so krank wie man sich fühlt".

Als Lanz den Rückblick auf die Höhepunkte von Lobingers Sport-Karriere einspielt, bricht Lobinger in Tränen aus. "Diese Bilder sind halt fies, die kramen dann immer wieder Emotionen hoch, die man eigentlich immer gut im Griff hat", sagt Lobinger und trocknet seine Tränen. Als ehemaliger Profi-Sportler kämpft er sich nun, trotz der Diagnose, in einen starken Köper und ins Leben zurück. Sein Ziel ist es wieder zu arbeiten, sich beruflich etwas Neues aufzubauen - nicht zuletzt, um seinen Kindern etwas zu hinterlassen.

Tim Lobinger kämpft gegen den Krebs

Bereits im März 2017 war bei dem Ausnahmesportler Leukämie festgestellt worden. Eine Diagnose sei wie ein Schock gewesen. "Ich habe viel geweint. Komischerweise konnte ich nachts gut schlafen. Am nächsten Tag bin ich aufgestanden, habe noch mal geweint, aber dann habe ich gesagt: Okay, ist jetzt so." Es folgte eine Behandlung, die an die körperliche und seelische Substanz des Patienten ging: fünf Chemotherapien, eine Stammzelltransplantation, Bestrahlungen. Außerdem hatte Lobinger noch einen Tumor in der Schulter, "die Krebszellen hatten sich auch im Knochen angesiedelt und drohten ihn zu zerfressen."

Harte Zeit für den Sport-Star

Die Nebenwirkungen der Therapien machten ihm schwer zu schaffen. Die Haare fielen aus, bis ich sie abrasierte. Mein Mund war so entzündet, dass ich kaum essen konnte. Dann die Schmerzen in der Schulter. Ich habe mehrere Wochen nur im Sitzen schlafen können, trotz stärkster Schmerztabletten... Mein Körper war bleiern müde, aber mein Kopf kam nicht zur Ruhe. Die Symmetrie aus Körper und Geist war aufgehoben."

Erst ein Tiefschlag, dann neue Hoffnung 

Die schlauchende Behandlung schien anzuschlagen, denn die Haare wuchsen wieder und Tim Lobinger, der im vergangenen Jahr nur noch 71 Kilo bei einer Körpergröße von 1,93 Meter wog, konnte sogar wieder trainieren. Dann im Januar der nächste Tiefschlag: Der Krebs ist wieder zurück, aber: "Die zwei Krebszellenarten, die vergangenes Jahr erkannt wurden und vernichtet werden konnten, sind nicht mehr nachgewiesen worden. Dafür ist eine leicht mutierte Form zurückgekehrt. Die Blutwerte sind erst einmal nicht schlechter geworden. Zumindest bis heute nicht." Tim Lobinger hat den Kampf gegen die Krankheit erneut aufgenommen. "Mithilfe meines Stammzellenspenders werden mir aktuell dessen Lymphzellen infiltriert. Wie ein Booster für das Immunsystem soll das wirken. Die Ärzte wollen, dass es die alten Tim Lobinger-Krebszellen noch einmal jagt, die die Chemos und die Stammzelltransplantation nicht ganz ausradieren konnten."

Auch diese Therapie hat massive Nebenwirkungen. Schlimme Hautreaktionen, hohes Fieber, Durchfall. "Die Schuhgröße geht manchmal von 43 auf 47 hoch, wegen der geschwollenen Füße. Entscheidender ist für mich aber, dass der Arzt gesagt hat: Jetzt haben wir wieder ein bis zwei Jahre gewonnen, um zu sehen, was es an neuen medizinischen Therapieoptionen gibt. Das hört sich anders an, als Woche für Woche zu bangen." In dem bewegenden "stern"-Gespräch, bei dem er mehrmals in Tränen ausbricht, spricht Tim Lobinger auch über seine Kinder. Er hat drei: Tochter Fee, 23, und Sohn Tyger, 19, aus seiner Ehe mit der Dreispringerin Petra Laux (1994-2003) und Sohn Okkert, 2, aus seiner zweiten Ehe mit der Fernsehmoderatorin Alina Baumann (Hochzeit 2011).

Tim Lobinger ist wütend

"Auch wenn ich mir sage: Du hattest ein Leben, einen Grad an Zufriedenheit erreicht, du kannst loslassen - was ein langer Prozess war mit vielen Tränen -, aber das Leid, das man hinterlässt, das ist brutal... Da schreit es dann schon eher mal Ungerechtigkeit aus meinem Bauch heraus. Warum müssen meine Kinder diese Scheiße miterleben? Warum meine Partnerin Alina? Warum die ganze Familie? Es reicht ja schon, dass ich die Krankheit habe."

Trennung von Ehefrau Alina

Die Ehe mit Alina ist in die Brüche gegangen, was jedoch nicht an Lobingers Krankheit liegt. "Nach 15 Jahren Beziehung sind genügend Dinge passiert, die leider dazu geführt haben, dass wir bereits vor der Diagnose kein Paar mehr waren. Es ehrt Alina sehr, dass sie trotzdem ihre ganze Kraft mobilisiert hat und für mich immer da war... Sie macht die Maloche. Die schwierige emotionale Arbeit, sie ist das Auffangbecken. Das ist Schwerstarbeit." Er trage immer noch den Ehering als "ein Zeichen von Dankbarkeit und Anerkennung." Er möchte die nächsten Jahre seiner Kinder "nicht verpassen. Ich will bei den Menschen sein, die mir viel bedeuten und mir täglich geholfen haben, und etwas zurückgeben. Man wird genügsam. Ich möchte lieber beruflich noch etwas bewegen, um meinen Kindern etwas zu hinterlassen. Etwas, das sie weiterführen können."

GALA wünscht Tim Lobinger und seiner Familie viel Kraft.

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