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Til Schweiger über Dieter Wedel "Man wusste, dass er ein Menschenquäler ist"

Til Schweiger
© Action Press
Die Missbrauchsvorwürfe um Dieter Wedel sind erschütternd. Jetzt äußerte sich Schauspieler Til Schweiger dazu - seine Aussage schlägt große Wellen

Dass nicht nur Schauspielerinnen und Schauspieler in Hollywood Opfer von sexuellem Missbrauch und veralteten Machtstrukturen sind, ist längst klar. Sexueller Missbrauch, Macht-Demonstrationen und die Angst, mit den eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen, sind tägliche, weltweite Probleme. Nach Hollywood wird nun auch die deutsche Filmbranche erschüttert: Star-Regisseur Dieter Wedel, 75, soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben.

Til Schweiger: "Man wusste, dass er ein Menschenquäler ist"

Dieter Wedel lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen, er streitet sie ab. Aus diesem Grund melden sich jetzt immer mehr Schauspieler zu Wort. Nach Simon Verhoevens, 45, knallharten Facebook-Post äußerte sich nun Til Schweiger, 54, am Mittwochabend (31. Januar) in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" zu den Vorwürfen. "Es wussten nicht alle in der Branche, dass er vergewaltigt haben soll. Man wusste aber, dass er ein Menschenquäler ist", sagte der Schauspieler. Damit meine Schweiger die Demonstration von Macht und nicht unbedingt in erster Linie Sex, schob er hinterher.

"Leute, die ihre Macht demonstrieren und ausleben wollen, können nichts weniger leiden, als wenn sich jemand widersetzt. Deswegen wollen sie diesen Menschen brechen, verletzen und erniedrigen."

Für Till Schweiger sei es grade jetzt wichtig, den Opfern zu zuhören, ihnen zu glauben und sie zu ermutigen.

Vertrauenspersonen bei den Dreharbeiten

Für den Schauspieler stehe deswegen das Verständnis für die Frauen, die sich erst Jahre später öffnen konnten, an oberster Stelle. "Wir müssen sagen: 'Wir verstehen, warum ihr so lange gelitten habt und so lange nicht den Mut hattet'. Und nicht sagen: '20 Jahre hattet ihr die Chance und jetzt haltet die Klappe.'" Till Schweiger ziehe aus dem Skandal um Dieter Wedel nun Konsequenzen und kündigte an, bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film zwei Vertrauenspersonen einzusetzen, an die sich die Crew -Mitglieder im Falle von sexuellen Belästigungen wenden können. "Jeder, dem so etwas widerfährt, ist sein Leben lang traumatisiert", fügte er in der ZDF-Talkshow noch hinzu.

aen Gala


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