Thomas Hitzlsperger: Respekt von den Kollegen

Das Coming-Out von Ex-Profifußballer Thomas Hitzlsperger ist auf ein großes positives Echo gestoßen. Sport-Kollegen, Politiker und Stars zollen dem 31-Jährigen ihren Respekt

Thomas Hitzlsperger

"Gute Entscheidung!" Dieser Auszug aus einem Twitter-Beitrag von Ex-Fußballnationalspieler Arne Friedrich gibt den positiven Ton vor, der seit dem Coming-Out seines ehemaligen Kollegen Thomas Hitzlsperger im Interview mit der "Zeit" die Reaktionen bestimmt. So wünscht sich Fußballnationaltrainer Jogi Löw auf der Internetseite des DFB beispielsweise, "dass sein Bekenntnis bei uns allen zu einem entspannteren Umgang mit dieser Thematik beiträgt." Auch Ex-Kollege Lukas Podolski äußerte via Twitter seinen Respekt für die Entscheidung Thomas Hitzlspergers.

Doch nicht nur von Seiten des Profisports kommen positive Äußerungen. So betonte Ex-Bundesaußenminister Guido Westerwelle im Gespräch mit "Zeit.de", dass dieser Mut "größten Respekt" verdiene. "Der Schritt in die breite Öffentlichkeit liest sich viel leichter, als er tatsächlich ist.," so der offen homosexuell lebende Politiker. Regierungssprecher Steffen Seibert wertet es laut "Tagesschau.de" als gut, "dass er über etwas spricht, was ihm wichtig ist, was ihn möglicherweise auch befreit [...] Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz", so Seibert. Die Hamburger Hip-Hop-Band "Fettes Brot" teilte den Link zum "Zeit"-Interview mit einem schlichten "Danke Thomas" bei Facebook.

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Die Reaktion von Arne Friedrich auf das Coming-Out von Thomas Hitzlsperger

Dass derart positive Reaktionen wie diese nicht unbedingt zu erwarten waren, hatte Hitzlsperger bereits im Gespräch mit der "Zeit" durchklingen lassen. Demnach sei für ihn der Umgang mit Teamkollegen und deren mitunter homophoben Witzen nämlich teilweise schwierig gewesen. Dass der 31-Jährige sein Coming-Out auf die Zeit nach seiner aktiven Karriere als Fußballprofi gelegt hat, stößt zwar bei Fußballkollegen wie Arne Friedrich auf Verständnis, der den "richtigen Zeitpunkt" bei Twitter ausdrücklich lobte, doch einige hätten ein Coming-Out während der aktiven Profizeit vermutlich noch inspirierender gefunden. "Sehr mutig, aber auch schade, dass es ihm im homophoben Umfeld des Männerfußballs offensichtlich erst nach dem Karriere-Ende möglich war, sich zu outen", drückte beispielsweise TV-Star Ross Anthony im Gespräch mit "Radio Energy" sein Bedauern aus.

Und auch andere - nicht nur prominente - Stimmen werden laut, dass allein die Notwendigkeit, öffentlich zu seiner homosexuellen Orientierung Stellung nehmen zu müssen, ein Zeichen für eine weiterhin bestehende Intoleranz in der Gesellschaft sei. Zwischen die überwiegend positiven und bestärkenden Postings mischen sich zusätzlich viele beleidigende Kommentare in den Netzreaktionen. Auch Arne Friedrich gestand in einem Antwort-Tweet an einen Fan auf dessen Nachfrage ein, dass er nicht einschätzen könne, welche Auswirkung ein Coming-Out für einen aktiven Profifußballer haben würde. "Schwer zu sagen. Leider kann auch in der heutigen Zeit niemand garantieren ob u. wie die Karriere danach weitergehen würde."

Fest steht jedenfalls, dass das Interesse am Coming-Out von Thomas Hitzlsperger immens hoch ist: Die Server von "Zeit Online" waren aufgrund der vielen Zugriffe zwischenzeitlich überfordert, wie das Portal auf Twitter bestätigte: "Wegen der sprunghaft gestiegenen Zugriffe ist @zeitonline derzeit für manche schwer zu erreichen. Wir entschuldigen uns und arbeiten daran."

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