Thomas Gottschalk: Die Bilanz des Showmasters

Eigentlich wollte Thomas Gottschalk "in Würde untergehen" und sich nicht zu seinem Misserfolg und dem Ende von "Gottschalk Live" äußern. Nun hat er es doch getan

Er gibt sich selbst die Schuld: In einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung äußerte sich Thomas Gottschalk erstmals ausführlich über das Aus seiner Vorabend-Sendung "Gottschalk Live". Damit will er sich sowohl seinen Zuschauern als auch den Kritikern erklären. "Denn wenig von dem, was da jetzt über das Ende der Sendung zu lesen ist, trifft den Kern", schreibt der 61-Jährige.

So sehe er sich nicht als "Opfer von ARD-Intrigen", wie manche ihn zu trösten versuchten. Den Misserfolg von "Gottschalk Live" und das Ende nach nur fünf Monaten schreibt er einzig sich selbst zu: "An der Tatsache, dass aus meiner Vorabendshow nie was wurde, was ich mir eigentlich vorgestellt hatte, bin ich in erster Linie selber schuld." Die Sendung sei "am Eisberg des ARD-Vorabends" zerschellt.

Wetten, dass..?

Die Highlights aus 33 Jahren

14. Februar 1981: Am Valentinstag startet sie neue Unterhaltungssendung "Wetten, dass..?" mit Moderator Frank Elstner im ZDF und kommt auf Anhieb gut beim Publikum an.
13. Dezember 1986: Moderator Frank Elstner stellt seinen Nachfolger Thomas Gottschalk vor. Er moderierte die Sendung 39 Mal, Thomas Gottschalk macht sie zur erfolgreichsten Abend-Show Europas.
13. September 1988: Die gefakte Buntstift-Wette
29. Juni 1991  Die 68. Sendung findet als erstes "Wetten, dass..?"-Open-Air-Special in der römischen Arena in Xanten statt.

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Trotz der Abschiedsworte wird der "abgehalfterte Showmaster", wie "Spiegel Online" ihn zu seinem Missfallen nannte, noch bis zum 7. Juni im Vorabend der ARD zu sehen sein. Und für diese vier Wochen wurde nochmal kräftig am Konzept geschraubt. Nach 52 Sendungen mit insgesamt 105 Prominenten ist nun Schluss mit Stars bei "Gottschalk Live".

Ab Mittwoch (2. Mai) wird er zum selbsternannten Robin Hood. "Aus dem erst mal Entfernten wird der Rächer der Enterbten", beschreibt Gottschalk die Veränderungen. In den verbliebenen Sendungen will er insgesamt 66 Träume seiner Zuschauer erfüllen. Jeder kann sich mit einem Wunsch bewerben, ob sinnvoll, unsinnig, lustig oder ernst sei dabei völlig egal.

Dieser neue Ansatz sei jedoch kein Versuch, sich "in letzter Minute den A... zu retten", betont der Entertainer. Er sehe ihn als "kleine Geste der Demut."

Bei seiner Arbeit im Fernsehen habe er sich immer "eher als Kellner verstanden denn als Koch". Doch mit einem Rezept, das ihn bei "Wetten dass ..?" so sympathisch machte, hat er sich wohl die Suppe im Ersten versalzen: "Ich habe die Angewohnheit, meinen Gästen immer das schönzureden, was gerade auf dem Teller liegt. Auch wenn sie es gar nicht bestellt haben." Und obwohl das im Fall des ARD-Vorabends schiefgegangen ist, legt Thomas Gottschalk auf eines Wert: "Ungenießbar war das Menü allerdings nie."

iwe

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