Thomas Anders über Untreue: "Wenn der Respekt schwindet, kommen die Gelüste"

Thomas Anders verrät im GALA-Interview, was er von Untreue in der Ehe hält und ob andere Partner bei ihm und seiner Claudia mal ein Thema waren

, 55, ist ein echter Workaholic. Der ehemalige "Modern Talking"-Sänger ist nicht nur als Schlagerstar erfolgreich, sondern sitzt auch in der Jury von "X Factor" und moderiert bald seine erste eigene TV-Show. Im Interview mit GALA erzählt Thomas Anders von seinen verschiedenen Projekten und gibt erstaunlich viel Privates über seine Familie preis.

GALA: Herr Anders, Ihr neues Album "Ewig mit dir", das am 19. Oktober erscheint, beinhaltet die Botschaft, dass alles möglich ist und Träume wahr werden können. Glauben Sie daran?

Thomas Anders: Ich lebe einen einzigen Traum. Bei mir ging alles gut, aber auch mit Höhen und Tiefen. Das gehört nun mal zum Leben dazu. Es wäre ja auch langweilig, wenn es immer nur gut läuft. Auf der anderen Seite müssen wir uns auch eingestehen, dass wir nur aus unseren Fehlern und Problemen lernen. Wir lernen nicht vom Glück. Das Glück, wenn es kommt, wirkt selbstverständlich. Man ärgert sich dann, wenn es wieder weg ist. Also überlegt man sich, wie man es wiederbekommt. Aber das Glück ist ein flüchtiges Gut. Ich kann mit dem Album nicht die Welt verändern. Ich will einfach nur kleine Hoffnungsschimmer aussenden, nach dem Motto ‚wenn du daran glaubst und wenn du dir einen kleinen Ruck gibst, dann hast du die Möglichkeit auf ein schöneres Leben‘.

GALA: Inwiefern waren Sie an dem Schreibprozess der Songs beteiligt?

Anders: Ich hab ein paar mitgeschrieben, aber ich bin nicht so der Schreiber. Mir fehlt einfach die Zeit, ich bin sehr viel unterwegs. Das glaubt man ja oft nicht. Die Menschen denken oft, ich geh ein bisschen auf die Bühne und feiere danach. Aber das stimmt natürlich nicht. Entweder bin ich auf Tour, fliege zum Konzert, komme vom Konzert, habe Auftritte. Um kreativ zu sein, muss ich aber in mich gehen.

GALA: Aber Sie haben schon eine persönliche Beziehung zu den Songs?

Anders: Natürlich! Ich muss mir die Songs ja aussuchen. Wenn mir die Songs nichts sagen, kommen die natürlich nicht aufs Album.  Es ist kein Song dabei, den man mir aufdiktiert. Das würde man bei mir auch nicht schaffen.

GALA: Sie sind aktuell als Juror bei "X Factor" dabei. Wie Sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Anders: Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Ich war mir nicht ganz sicher, wie ich damit umgehen kann, wenn ich Träume zerplatzen lasse. Das entspricht eigentlich nicht meinem Naturell. Aber manchmal muss man Träume zerplatzen lassen. Manchmal wird ein Traum eines Kandidaten für ihn zum Albtraum. Weil die Phantasie von ihm viel zu groß ist als die Erkenntnis, was es heißt, in der Showbranche zu arbeiten. Ich hatte bei ein, zwei Kandidaten fast das väterliche Gefühl, ihn beschützen müssen - dass er nicht weiterkommen darf. Ich bin in diese Rolle des ältesten Juroren mit der jahrelangen Erfahrung sehr schnell reingewachsen.

GALA: Die Show steht ja in Konkurrenz zu DSDS und ...

Anders: Wir habend das Rad nicht neu erfunden. Klar, es liegt auf der Hand, auf der einen Seite Dieter Bohlen, auf der anderen Thomas Anders. Da projiziert man immer gerne einen Konkurrenzkampf rein. Aber es hat überhaupt nichts miteinander zu tun, außer, dass es eine Castingshow ist.  Jeder hat eine andere Handschrift. Der Gedanke der Konkurrenz ist eine Journalisten-Phantasie. Warum drängt man uns in ein Battle? Warum drängt man uns in diese Richtung, dass wir Konkurrenten sein wollen? Nein, das sind wir nicht. Wir hatten eine Traum-Karriere, aber jeder hat seit vielen Jahren sein eigenes Leben.

GALA: Sie moderieren nun auch eine Show auf ZDF mit dem Titel "Du ahnst es nicht". War es Ihr Traum, mal eine eigene Show zu haben?

Anders: Ich habe nie daran gedacht, mal eine eigene Fernsehshow zu haben. Ich habe mich da nicht vorgedrängt. Es zeigt eine andere Facette von mir, es hat mal nichts mit Musik zu tun. Als wir am Anfang die Pilotfolge drehten, dachte ich, das sei doch total trocken. Ich habe mich gefragt, wo da überhaupt der Unterhaltungswert liegt. Ich musste mich vollkommen belehren lassen. Es ist so spannend und interessant. Wir alle haben Vorfahren und könnten, wenn wir es wollen, in unserer Familiengeschichte zurückgehen. Ahnenforschung ist in Deutschland eines der beliebtesten Hobbys. Plötzlich bekommt man eine ganz andere Sicht auf sich selbst. Es war eine unfassbare Erfahrung, die ich machen durfte.

GALA: Haben Sie auch in Ihrer eigenen Familie Ahnenforschung betrieben?

Anders: Ja. Ich wollte gerade den nächsten Gast anmoderieren, da sagt man mir, dass ich dieser sei. Ich wusste davon überhaupt nichts. Ich habe dann einiges erfahren, aber das sieht man dann in der Sendung.

GALA: Ihr Sohn Alexander ist 16 Jahre alt – also mitten in der Pubertät. Wie gehen Sie zu Hause mit diesem Thema um?

Anders: Wir haben einen sehr beständigen, unrebellischen Sohn, der es nicht krachen lässt. Außerdem ist er im Internat, da gelten ganz andere Regeln. Die Leute fragen sich, warum Internat. Entweder hat es was Elitäres oder es wird einem unterstellt, man würde sein Kind von sich wegschieben. Aber so ist es nicht. Wir haben das damals natürlich mit seinem Einverständnis gemacht. Er war damals noch sehr jung, 12 Jahre alt. Das hat uns natürlich auch sehr wehgetan. Hätte er das auf keinen Fall gewollte oder hätte wieder nach Hause gewollt, hätten wir ihn natürlich jeder Zeit geholt. Was kann man seinem Kind außer Liebe geben? Bildung.

In meinem Fall kam noch dazu, dass er im beschaulichen Koblenz, wo wir wohnen, immer der Sohn von Thomas Anders sein würde. In einem Internat kann er sich selbst entwickeln. Er ist ein ganz toller Junge, für sein Alter schon sehr erwachsen, selbständig und selbstbewusst. Er muss wissen, wer er selbst ist, finden, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Er soll bitte nicht mit 30 sagen "mein Name ist Alexander, ich bin der Sohn von Thomas Anders". Das wäre der Supergau.

GALA: Sie und Ihre Frau sind schon sehr lange zusammen. Machen Sie Claudia auch nach so vielen Jahren immer noch Geschenke zum Hochzeitstag oder Valentinstag?

Anders: Auf jeden Fall! Auch wenn ich nicht da bin, gibt es immer den großen Rosenstrauß. Jedes Jahr, wenn ich zu meinem Blumenhändler gehe, und für den Valentinstag 50 langstielige, rote Rosen bestelle, sagt er zu mir "Sie wissen, was die kosten? Es ist Valentinstag". Dann antworte ich ihm: "Es ändert ja nichts daran." Das läuft seit 18 Jahren so. Was wir außerdem brauchen, sind unsere Auszeiten. Alle sechs bis acht Wochen nehmen wir uns vier, fünf Tage, um aus dem Trott rauszukommen, mieten uns in ein schönes Wellnesshotel ein oder fahren in unser Haus auf Ibiza. Einfach, um die Seele baumeln zu lassen und wieder Kraft zu tanken. Das tut auch unserer Beziehung gut.

GALA: Waren andere Partner jemals ein Thema bei Ihnen?

Anders: Nein, nie. Dafür haben wir einfach zu viel Respekt voreinander. Wir können uns alles sagen. Ich weiß nicht, warum einige Menschen das brauchen. Ich glaube aber, wenn der Respekt schwindet, gibt man sich gerne mal anderen Gelüsten hin. So etwas gab es bei uns nie. Sonst hätten wir auch keine 18 bzw. 22 Jahre durchgehalten. Wenn ich unterwegs bin, nehme ich den ersten Flieger zurück, um bei meiner Frau zu sein.

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