Prinzessin Aiko

Prinzessin Aiko bei ihrem Schulabschluss am 22. März 2017 in Tokio. Mit dabei: Ihre stolzen Eltern Kronprinz Naruhito und Kronprinzessin Masako 

Prinzessin Aiko (eigentlich Aiko, Prinzessin Toshi, falls man sie präzise nach japanischer Sitte titulieren will) ist das einzige Kind des japanischen Kaisers Naruhito und seiner Frau, Kaiserin Masako. Trotzdem spielt sie in der Thronfolge Japans keine Rolle - weil veraltete Erbgesetze gelten. Die zurückhaltende Aiko wird vielleicht sogar froh darüber sein, denn auch so war ihre Kindheit schon überschattet.

Erst langsam tritt das Mädchen, das gerade seinen Schulabschluss feierte und volljährig wurde, mit mehr Selbstbewusstsein an die Öffentlichkeit.

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Endlich Nachwuchs für den Thronfolger

2001 war Japan euphorisch: Nach langer Wartezeit (die Hochzeit lag fast acht Jahre zurück) war Masako, die Frau des damaligen Kronprinzen Naruhito, endlich schwanger. Doch als am 1. Dezember 2011 ein Mädchen zur Welt kam, freute man sich zwar, wusste aber auch: Japans Nachfolgeproblem ist nicht gelöst. Weibliche Mitglieder der Familie haben gemäß dem "Gesetz über den kaiserlichen Haushalt" von 1947 keinerlei Thronansprüche in dem Inselstaat. Heiraten sie (in der Regel einen Bürgerlichen), verlieren sie damit die wichtigsten Bindungen zur Kaiserfamilie und treten in Zukunft nur noch sporadisch bei öffentlichen Events auf. Ist das ein Weg, der auch Aiko vorbestimmt ist? Derzeit sieht es so aus.

Aiko, Prinzessin Toshi - ein liebevoll ausgewählter Name

Als es galt, das kleine Mädchen zu benennen, brachen der heutige japanische Kaiser und seine Frau mit der Tradition, dass der Name vom Kaiser gewählt wird. Sie selbst suchten den künftigen Namen ihrer Tochter aus. Es geht in seinem Kontext viel um Liebe und Respekt im Umgang mit anderen Personen. Die Schriftzeichen des Namens umfassen die Worte "Kind" und "Liebe". Ihr Titel, Prinzessin Toshi, drückt den Wunsch aus, sie möge andere Menschen respektvoll behandeln.

Probleme in der Schule

Aikos Kindheit war nicht leicht. Das liegt zum einen an der nicht ganz einfachen Rolle der Kaiserfamilie in Japan - volksnah, aber doch viel mystisch verklärter, spiritueller verbrämter und traditioneller als wir es von europäischen Monarchien kennen. ZUm anderen aber tat sich die kleine Prinzessin insbesondere mit ihrer Schulgemeinschaft schwer. In ihrer Grundschulzeit setzet sie einige Monate mit der Schule aus, weil es zu Mobbingproblemen gekommen war. Dem japanischen Schulwesen im allgemeinen wird oft eine hohe Leistungsfokussierung und eine dadurch entstehende Mobbingkultur nachgesagt. Offenbar traf es auch die Prinzessin. Dass ihre eigene Mutter in der Zeit unter öffentlich diskutierten Depressionen, einer "Anpassungsstörung", zu kämpfen hatten, half der jungen Prinzessin sicherlich auch nicht, sondern bescherte ihr zusätzliche Sorgen.

Erst sukzessive konnte sie ab Frühjahr 2010 wieder ein paar Stunden pro Tag die Schule besuchen. Sie wurde im Unterricht begleitet, und auch ihre Mutter Masako kümmerte sich intensiv um Aiko, um ihr durch diese schwere Phase zu helfen. Erst in der Sekundarschule schien es für Aiko etwas leichter zu werden, mit dem schulischen Druck umzugehen.

Die Hobbys von Prinzessin Aiko

Der japanische Teenager soll sich für Kalligrafie und Gedichte begeistern, für Sport und für die Instrumente Klavier und Geige. Außerdem mag sie Tiere und hat einen eigenen Hund.