Terroranschläge in Paris: Isobel Bowdery stellte sich tot - und überlebte so

Die Geschichten der Opfer und Überlebenden der Anschläge in Paris berühren momentan die ganze Welt - so auch das Erlebnis der Pariserin Isobel Bowdery

Isobel Bowdery

Diese erschütternde und persönliche Nacherzählung von dem Terroranschlag im Bataclan am vergangenen Freitag rührt zu Tränen. Die Pariserin Isobel Bowdery, 22, war unter den Konzertgästen der Band "Eagles of Death Metal" und überlebte, indem sie sich tot stellte - eine Taktik, zu der schon viele Experten bei solchen Situationen geraten haben. Auf Facebook verfasste die junge Frau einen Brief, in dem sie die schreckliche Nacht beschreibt und gleichzeitig Bewusstsein für die wichtigste Emotion nach solch einem Ereignis schaffen möchte: Liebe.

"Es war ein Massaker"

So schrieb sie: "Du denkst nie, dass dir das passieren würde. Es war nur ein Freitagabend bei einem Rockkonzert. Die Atmosphäre war fröhlich und jeder tanzte und lächelte." Als die Männer dann das Feuer eröffneten, dachte sie, wie viele andere in dieser Nacht, es sei Teil der Show. "Es war nicht nur ein Terroranschlag, es war ein Massaker" stellt Isobel klar. Dutzende Menschen wurden vor ihren Augen erschossen und der Boden war überfüllt mit Blut. Besonders bewegend: "Die Schreie von erwachsenen Männern, die die leblosen Körper ihrer Freundinnen in den Armen hielten, durchdrangen den kleinen Konzertsaal. Die Zukunft von so vielen vernichtet, die Herzen von Familien gebrochen. Innerhalb eines kurzen Moments."

Pietro Lombardi

"Wenn sie nicht bei 'Love Island' dabei wäre..."

Pietro Lombardi
Pietro Lombardi verfolgt aufmerksam die aktuelle Staffel von "Love Island" und hat sich dabei sogar in eine Kandidatin verguckt.
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Eine Stunde lang regungslos

Weiterhin beschreibt sie, wie sie sich für über eine Stunde lang tot stellte und versuchte, sich weder zu bewegen noch zu atmen oder zu weinen. Dabei dachte Isobel sogar die ganze Zeit, ihr Freund befände sich unter den Toten. "Diese Welt ist grausam" sagt sie und erklärt, dass die Männer einfach um sich schossen, "ohne Berücksichtigung für das menschliche Leben." Jeden Moment erhoffte sie, jemand würde ihr sagen, dass es sich hier nur um einen Albtraum handelt.

Danke an die Helden

Sie möchte als Überlebende dieses Horrors aber auch die Helden dieses Abends hervorheben. "Der Mann, der sein Leben für mich riskierte und mir etwas über den Kopf legte während ich wimmerte, das Paar, deren letzte Worte voller Liebe mich an das Gute in der Welt erinnert haben, die Polizei, der es gelang, hunderte Menschen zu retten." Und Isobel dankt auch den Menschen, die sie völlig selbstlos behandelten: "Die völlig Fremden, die mich 45 Minuten lang trösteten in denen ich dachte, der Junge, den ich liebe sei tot." Genau so wie ein Verletzter, den sie für ihren "Amaury" hielt, der sie umarmte und sagte, dass alles wieder gut werden würde. Diese Menschen lassen sie an das Potential der Menschheit glauben, so Isobel. "Die letzte Nacht änderte das Leben von vielen für immer und nun liegt es an uns, bessere Menschen zu werden. Das Leben so zu leben, wie es sich die unschuldigen Opfer dieser Tragödie erträumt haben und nun traurigerweise nicht mehr erfüllen können. Ruht in Frieden, Engel. Ihr werdet niemals vergessen werden."

Das Posting erreichte eine unglaublich hohe Anteilnahme in der Facebook-Community und wurde 2,5 Millionen Mal geliked, darunter auch der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. In den Kommentaren wird Isobel zu Tausenden für ihren Mut gedankt und viel Kraft gewünscht.

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