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Teodoro Obiang Nguema Mangue Der luxuriöse Lebensstil des protzigen Vizepräsidenten

Teodoro Obiang Nguema
Teodoro Obiang Nguema
© Getty Images
Während mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger seines Landes in Armut leben, wirft der Vizepräsident von Äquatorialguinea mit Geld nur so um sich

Champagner, Villen, Rennautos: Der Lebensstil von Teodoro Obiang Nguema Mangue, 39, dem ersten Vizepräsidenten von Äquatorialguinea, Afrika, könnte nicht protziger sein.

43 Millionen in zwei Jahren verprasst

Während im Jahr 2006 drei von vier Bürgerinnen und Bürgern in Äquatorialguinea unterhalb der Armutsgrenze lebten, hat der Vizepräsident laut "Spiegel Online" innerhalb 2004 und 2006 insgesamt 43,45 Millionen US-Dollar (knapp 39 Millionen Euro) für seinen dekadenten Lebensstil ausgegeben - mehr als die Regierung von Äquatorialguinea im Jahr 2005 in Bildung investiert hat. Wie kann so etwas möglich sein?

Teodoro Obiang Nguema Mangue teilt seinen Lebensstil auf Instagram

Der Sohn von Staatschef Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, 77, liebt den Luxus, er ist ihm gar verfallen. Als Obiang zum Beispiel einen Monat nach dem Finale der Fußball-WM 2018 in Moskau nach Sâo Paulo reiste, wurden in den Koffern seiner Delegation Armbanduhren im Wert von über zehn Millionen US-Dollar (rund neun Millionen Euro) und über eine Million US-Dollar Bargeld (rund 900.000 Euro) gefunden. Zur Einordnung: 2400 US-Dollar (knapp 2000 Euro) sind bei der Einfuhr erlaubt. Situationen wie diese sind für den prolligen Vize-Präsidenten allerdings nicht neu, schon oft musste Obiang hohe Vermögenswerte an die Behörden anderer Länder abdrücken. Kein Wunder, schließlich macht der 49-Jährige kein Geheimnis aus seinem abgehobenen Lebensstil und postet fleißig Fotos auf Instagram, die ihn in teuren Luxusvillen, schnellen Rennautos und Co. zeigen.

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Die Behörden sind hinter "Prinz Protz" her

Vor drei Jahren, 2016, versuchte die Genfer Staatsanwaltschaft, Teodoro Obiang Nguema Mangue wegen Korruption, Geldwäscherei und Veruntreuung zu belangen. Ohne großen Erfolg: Das Ergebnis war ein Vergleich zwischen Justiz und den Anwälten des Vize-Präsidenten. Über zwanzig Luxusautos, darunter ein Bugatti Veyron und ein schwedischer Koenigsegg One, von dem es laut Hersteller nur sieben Exemplare gibt, wurden direkt am Flughafen beschlagnahmt. Auch die Jacht "Ebony Shine" im Wert von über 100 Millionen US-Dollar (rund 89 Millionen Euro) wurde beschlagnahmt. Trotzdem kam "Prinz Protz" glimpflich davon: Die Autos wurden für Sozialprojekte versteigert, außerdem musste Äquatorialguinea die Prozess- und Verfahrenskosten tragen.

Eine Botschaft mit 100 Zimmern?

2016 sollte kein gutes Jahr für den Vize-Präsidenten werden: Ein Pariser Gericht verurteilte ihn zusätzlich wegen Geldwäsche von rund 150 Millionen Euro zu drei Jahren Haft auf Bewährung und einer Strafe von 30 Millionen Euro. Aktuell versucht er, juristisch gegen den Fall vorzugehen. Französische Finanzbehörden versuchen allerdings, die Summe der Strafe im Pariser Stadthaus Obiangs einzutreiben. Obiang besitzt ein 4000 Quadratmeter großes Haus mit 100 Zimmern im wohlhabenden 16. Arrondissement von Paris. Ob so ein Anwesen die diplomatische Vertretung eines Landes ist, wie Teodoro Obiang Nguema behauptet, ist allerdings äußerst fraglich. Zumal er in Äquatorialguinea offiziell ein Ministersalär von monatlich 8000 Dollar (Stand 2016) bezieht.

Verwendete Quellen: Spiegel Online, Tagesanzeiger

aen Gala

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