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Taylor Swift Nach eigenen Regeln

Taylor Swift
© Jeff Kravitz / Getty Images
10 Songs in den Top 10: Taylor Swift bricht alle Musikrekorde. Viel wichtiger als die Tatsache, dass sie gerade alles übertrifft, ist die Art und Weise, wie sie das geschafft hat.
Stefanie Böhm

Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass ich ein Superhirn bin? Diese Frage stellt Taylor Swift im Song "Mastermind", einem von 13 Titeln auf ihrem neuen Album "Midnights". Die Antwort ist klar: Niemand, der gerade die Nachrichten verfolgt, würde daran zweifeln. Mit "Midnights" bricht Taylor alle Rekorde. Die Songs belegen komplett die zehn ersten Plätze der US-Billboard-Charts. Vor ihr hat das weder ein einzelner Künstler noch eine Band jemals geschafft. Und auf Spotify wurden die Songs des Albums in den ersten 24 Stunden unglaubliche 184 Millionen Mal gestreamt – ein neuer Rekord.

Taylor Swift: Vom süßen Country-Girl zur weltweiten Sensation

Taylor Swift schreibt Pop-Geschichte, rund anderthalb Jahrzehnte, nachdem sie als 16-Jährige mit süßen Korkenzieher-Locken als Country-Musikerin startete. Erfolg hatte sie schon bald. Elf Grammys gewann sie bisher, verbuchte zahlreiche Nummer-1-Hits und füllte riesige Konzert-Arenen. Doch jetzt, mit 32, übertrifft sie sich selbst. Taylor ist auf dem (vorläufigen) Höhepunkt ihrer Karriere.

Taylor Swift 2007
Taylor Swift 2007: Aus dem Country-Girl ist ein glamouröser Popstar geworden. 
© Ethan Miller / Getty Images

Alles kein Zufall!

Ihr Erfolg basiert auf harter Arbeit, unerschütterlicher Stärke und einzigartigem Marketing. Die Sängerin schreibt all ihre Songs selbst. Ihre Texte sind anspruchsvoll: Taylor erzählt Geschichten, mit denen sich ihre Fans, die sogenannten "Swifties", identifizieren können. Und bei den aktuellen Videos zu ihren Liedern hat sie selbst Regie geführt. Das Besondere: Hinter allem, was sie veröffentlicht – Musik, Clips, Nachrichten in den Sozialen Medien – verbirgt sich ein Geheimnis, verstecken sich Rätsel, Codes und kleine Botschaften. Von Hinweisen auf neue Projekte bis zu Kommentaren zur Vergangenheit. Diese sogenannten "Ostereier" werden von den Fans mit Hingabe gesucht und entschlüsselt. Eine moderne Schnitzeljagd als Erfolgsrezept. 

Taylors Rachefeldzug

Besonders viel Beachtung widmet Taylor Swift dabei ihren Widersachern. So steht sie schon seit Jahren mit Kanye West auf Kriegsfuß. Der Rapper hatte sie einst in der Öffentlichkeit beleidigt und sie später in einem seiner Songs als „Schlampe“ bezeichnet. Das lässt sie sich nicht einfach so bieten. Versteckte Seitenhiebe gegen Kanye West und dessen Ex-Frau Kim Kardashian finden sich vielfach in Taylor Swifts Songs.

Und dann ist da der Clinchmit ihrem Erzfeind Scooter Braun. Der US-Unternehmer kaufte 2019 für geschätzte 300 Millionen Dollar das Musiklabel, bei dem Taylor ihre Alben veröffentlicht hatte – und besaß damit die Rechte an ihrer Musik. Für Taylor Swift eine „Enteignung“. Auch das wollte sie nicht hinnehmen. Ihr Coup: Sie nahm all ihre alten Songs erneut auf – und besaß damit wieder die Rechte. In einem ihrer Musikvideos tauchte dann auch schon bald ein besonderes "Osterei" auf, ein Verbotsschild für Roller. Auf Englisch: scooter.

Taylor Swift: Mastermind, Popstar und trotzdem bodenständig

Statements setzen, sich nicht unterkriegen lassen und lieber den schwierigen Weg statt den leichten nehmen – das macht Taylor Swift aus. Typisch für sie sind auch Aktionen wie die von 2014, als sie ihr gesamtes Repertoire bei Spotify sperren ließ, weil sie mit der Aufteilung der Erlöse zwischen den Musikschaffenden und dem Streamingdienst nicht zufrieden war. Nach zweieinhalb Jahren knickte Spotify ein.

Was die "Swifties" an Taylor neben ihrer Stärke besonders lieben: ihre Bodenständigkeit und Herzlichkeit. Wenn sie Fans nach Hause einlädt, backt und kocht sie gern für sie. Dann wird zusammen getanzt, und zwischendurch gibt’s selbstgemachte Kekse. "Secret Session" nennen sich diese geheimen Zusammenkünfte. Nicht viele Weltstars sind so nahbar.

Nur wenn es um ihr Privatleben geht, hält sich Taylor Swift mittlerweile eher bedeckt. Seit sechs Jahren führt sie eine Beziehung mit dem britischen Schauspieler Joe Alwyn. Immer wieder kursiert das Gerücht, die beiden seien längst verheiratet. Ob Superhirn Taylor Swift dazu auch irgendwo einen Hinweis gegeben hat? Der wäre dann allerdings bislang zu gut versteckt.

taylor swift joe alwy
© Jackson Lee / Getty Images

Insiderwissen: 5 Swift-Storys

  1. Katzen-Freundin: Party nach den Grammys? Muss nicht sein, Taylor geht lieber heim zu ihren Katzen Olivia Benson, Meredith Grey und Benjamin Button. Die führt sie auch gern in der Handtasche aus.
  2. Gastgeberin: Wenn sie ihre Fans zu sich nach Hause einlädt, backt sie ihnen leckere Kekse.
  3. Glückszahl: Die Zahl 13 ist ihre Glückszahl. Am 13. Dezember 1989 ist sie geboren, und "jedes Mal, wenn ich einen Preis gewinne, sitze ich auf Platz 13 oder in Reihe 13". 
  4. Dr. Swift: Die New York University und bietet einen Studiengang über Taylor an. 
  5. Kryptisch: Mit Rätseln kündigt sie neue Projekte an, die ihre Fans wie einen Tresor zu knacken versuchen. 

Break-up-Songs: Ihre Verflossenen bleiben verewigt

In ihren Songs verarbeitet Taylor Swift oft ehemalige Beziehungen. Sänger John Mayer, 45, kommt in "Dear John" ebenso schlecht weg wie Hollywood-Star Jake Gyllenhaal, 41, in "All Too Well".

Ihre aktuelle Liebe Joe Alwyn, 31, hält Taylor dagegen aus der Öffentlichkeit raus. "Romantik ist nicht tot, wenn du sie für dich behältst", singt sie auf dem neuen Album "Midnights".

sb Gala

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