Tamme Hanken (†): So lernte er seine Carmen kennen und lieben

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die so ist wie er: Authentisch, herzlich und direkt

Tamme Hanken (†) und seine Carmen

Tamme Hanken und Carmen Hanken, das war über Jahre hinweg eines der heimlichen Traum-Paare der deutschen Fernsehlandschaft. Der rustikale XXL-Ostfriese und seine herzliche Gattin waren jedes Mal ein Highlight von "Der Knochenbrecher" oder "Der XXL-Ostfriese". Ihre direkte Art miteinander umzugehen und ihre ehrlich empfundene Liebe trug maßgeblich dazu bei, dass einem der große Hüne mit dem noch größeren Herz noch sympathischer wurde. Sie beide waren wie er: Authentisch und unkompliziert.

Seine Frau trauert um ihn

So verliebt wie die beiden ineinander waren, so hart sind die letzten Tage für Carmen Hanken gewesen. Doch auch in ihrer unbeschreiblichen Trauer findet sie rührende und liebevolle Worte für den Mann, der sie die letzten 14 Jahre glücklich gemacht hat. "Ich kann euch nicht beschreiben, welch großer Film heute in in den letzten Stunden an mir vorbei gegangen ist.", trauert sie fassungslos in ihrem letzten facebook-Post und gibt Tamme letzte Worte mit auf den Weg: "Finde einen schönen Platz im neuen Reiche mein Schatz - ich werde Dich immer ganz fest in meinem Herzen behalten."

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

So ungewöhnlich echt wie ihre Liebe gewesen ist, so ungewöhnlich hat sie auch begonnen. Erst mit 42 Jahren lernte Tamme seinen Carmen kennen und lieben. Und natürlich spielte in dieser Liebesgeschichte auch ein Pferd eine wichtige Rolle: Carmens Wallach hatte sich verrenkt. Ein Fall für den ostfriesischen Knochenbrecher! Er nahm sich des Pferdes an und richtete die Verrenkung wieder zurecht. Doch nicht nur in Carmens Pferd hatte er etwas bewegt, auch Carmen war ganz hin und weg von dem lustigen 2,04m-Riesen mit dem großen Herz.

Moin miteinander, wir grüßen euch bei strahlendem Himmel und Sonne in Filsum am heutigen Mittwoch. Der...

Gepostet von Carmen Hanken - Hankenhof am Mittwoch, 13. April 2016

Drei Wochen später tauchte sie wieder mit ihrem Pferd auf dem Hanken-Hof in Filsum auf und behauptete, es sei krank. "Mein Wallach musste als Alibi wieder mit in den Hänger", erzählte Carmen verschmitzt 2012 in der NDR-Talkshow bei Barbara Schöneberger. Tamme Hanken, ganz der Profi, sah dem Pferd sofort an, dass das Pferd kerngesund war. Unverblümt und direkt wie ihn die Fernsehzuschauer zu schätzen gelernt haben, raunte er ihr am Ende seines Check-Ups zu: "Nächste Woche kommst Du wieder, dann aber ohne Pferd." Der Rest ist Geschichte. Carmen verbrachte danach jede freie Minute bei ihrem sanften Riesen und anderthalb Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken.

Ihr größter Wunsch und eine unheilvolle Voraussage

Nur das Kinderglück blieb ihnen vergönnt. Als letzte Hoffnung wollten Carmen und Tamme ein Kind adoptieren, aber auch diese Mühe blieb fruchtlos. "Wir haben mit 44 Jahren geheiratet. Da hat mir so ein Typ gesagt, ich solle mich lieber um einen Friedhofsplatz bemühen, als Kinder zu adoptieren. Weil wir zu alt waren.", frotzelte Tamme noch im Mai dieses Jahres bei Markus Lanz. Erschreckend und traurig, dass sich diese Aussage schon bald bewahrheiten sollte. Mit Tamme Hanken stirbt ein Mann, der nicht nur seine Ehefrau, sondern auch unzählige Menschen vor den Fernsehbildschirmen, tief berührt hat. Er hinterlässt eine klaffende Lücke in der Medienwelt, in der er erfrischend anders war als die anderen: Ehrlich und herzlich. Einfach er selbst.

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