Sylvester Stallone: Tränen beim Musical

Sylvester Stallones Kultfilm "Rocky" wird zum Musical - und der Actionstar hat sich Deutschland für die Premiere ausgesucht. Gemeinsam mit den Klitschkos stellte Sylvester Stallone das Projekt in Hamburg vor

Er kann es nicht lassen, auch nach über 30 Jahren nicht: Als die Titelmelodie aus den "Rocky"-Filmen ertönt, reißt Sylvester Stallone unwillkürlich den Arm in die Höhe und boxt in die Luft. Der Actionstar ist am Sonntag (20. November) nach Hamburg gereist, um ein ungewöhnliches Projekt vorzustellen: "Rocky" wird zum Musical.

"Wenn man so viel gemacht hat wie ich, dann gibt es nicht viel, was einen noch berührt. Aber das hier geht mir nahe", sagt Stallone mit seiner unverwechselbaren tiefen, rauhen Stimme. Im gestreiften Anzug und fliederfarbenen Hemd steht er vor den zahlreichen Pressevertretern und erklärt überzeugend, warum es funktionieren kann, wenn der harte Boxer "Rocky Balboa" aus Philadelphia plötzlich singt und tanzt.

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"'Rocky' war schon immer das geborene Musical. Die Musik spielt im Film eine zentrale Rolle und die Box-Szenen haben viel Rhythmus. Außerdem gibt es eine große Liebesgeschichte zu sehen", erzählt Stallone. Er habe aber die Idee zu einem "Rocky"-Musical schon fast aufgegeben gehabt, bis die Hamburger Musical-Produktionsfirma "Stage Entertainment" auf ihn zukam.

Doch in das Büro von Sylvester Stallone kommt keiner so leicht, deshalb schickte "Stage Entertainment" die Boxweltmeister Wladimir und Vitali Klitschko nach Los Angeles. Die Brüder sind Co-Produzenten des Musicals und "Rocky"-Fans der ersten Stunde. "Der Film motiviert die Menschen. Schließlich muss man sich auch außerhalb des Boxrings im Leben oft durchboxen", sagt Wladimir Klitschko.

Da Sylvester Stallone ein großer Klischko-Fan ist, ging danach alles ganz schnell. Nun findet nächstes Jahr die Weltpremiere von "Rocky - das Musical" statt und zwar im Hamburger Operettenhaus - natürlich auf Deutsch. "Es ist eine außergewöhnliche Stadt, die mich sehr an Philadelphia erinnert", sagt Stallone zur Wahl.

Entwickelt wurde die Show jedoch in New York auf Englisch, Hits wie "Eye of the Tiger" und "Gonna Fly Now" werden dabei sein, aber auch 20 neue Songs. Beim Testlauf Anfang des Jahres zeigte sich Stallone sehr beeindruckt von der Vorstellung. "Es war sehr emotional für mich. Ich habe geweint, weil ich es so schön fand", gesteht er. Dabei sei es ja albern, von sich selbst gerührt zu sein. "Vielleicht liegt es an meinem Ego", scherzt der Hollywoodstar.

Es war das erste Mal, dass der 65-Jährige jemand anderen in der Rolle des Underdogs "Rocky" sah. Stallone spielte nicht nur in allen sechs Filmen die Hauptrolle, sondern schrieb auch die Drehbücher dazu. Mit dem Film gelang ihm 1976 sein großer Durchbruch, der Streifen wurde mit drei Oscars ausgezeichnet. Sequenzen wie "Rockys" hartes Training im grauen Jogging-Anzug auf den Treppen zum Kunstmuseum in Philadelphia oder die blutigen Kämpfe gelten mittlerweile als ikonisch.

"Ihr habt meinen Segen", brummt Sylvester Stallone zum Abschied ins Mikrofon und reckt noch einmal den Arm in die Luft. Bald kommt "Rocky" wieder: Am 12. November 2012 ist die Weltpremiere in Hamburg.

Sarah Stendel

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