Susanne Klatten: Skandal reloaded

Geld oder Liebe: Das Erste hat die Affäre um die Erpressung einer Milliardärin verfilmt

Susanne Klatten

Was für eine Geschichte! Susanne Klatten wurde 2008 von einem windigen Gigolo erpresst. Nun läuft ein Fernsehfilm, der stark von der Affäre um die Milliardärin inspiriert zu sein scheint

Affäre endet in Millionenerpressung

Manchmal schreibt das Leben Geschichten, die ein Filmproduzent jedem Drehbuchautor um die Ohren schlagen würde: weltgewandter Schweizer, dezente deutsche Unternehmerin, heimliche Treffen in unauffälligen Hotels. Was als Affäre beginnt, endet als öffentlicher Skandal mit Millionenerpressung. Zu klischeehaft, viel zu unrealistisch, hieße es beim Film. Wenn am 11. November im Ersten "In der Falle" läuft, erinnert das laut NDR fiktive Drehbuch des Films sehr an diese Story und damit an einen der pikantesten Skandale der deutschen Society.

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Sarah Lombardi
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©Gala

Rückblick ins Jahr 2008

Susanne Klatten, Spross der erfolgreichen deutschen Unternehmerfamilie Quandt (BMW), steht plötzlich wegen einer Affäre mit dem Schweizer "Unternehmer" Helg Sgarbi in der Öffentlichkeit. Sie ist Mutter dreier Kinder, seit 1990 mit dem Ingenieur Jan Klatten verheiratet und notorisch diskret, was ihr Privatleben betrifft. Doch als ihr klar wird, dass Sgarbi von Anfang an nur an ihr Geld wollte, beschließt sie, die Flucht nach vorn anzutreten, trotz des erwartbaren Skandals. Sie zeigt ihn an und überführt ihn gemeinsam mit der Polizei. Susanne Klatten hatte dem Schweizer bereits sieben Millionen Euro gegeben, als der ihr eine absurde Geschichte auftischte. Er habe in den Vereinigten Staaten das Kind eines Mafioso angefahren und müsse zehn Millionen Euro zahlen oder um sein Leben fürchten. Wenig später trennt sich Susanne Klatten von Sgarbi, doch nun will er sie erpressen – mit Fotos und Videoaufnahmen, die sein Komplize Ernano Barretta, ein ominöser italienischer Sektenführer, angefertigt hatte. Die ernüchternde Erkenntnis für Susanne Klatten: Sie war einem professionellen Liebesbetrüger auf den Leim gegangen. Die Genugtuung: Sgarbi kommt für sechs Jahre hinter Gitter, seit Juni 2014 ist er frei. Die offene Frage: Wohin sind die Millionen geflossen? Sgarbi verrät es bis heute nicht.

Skandal

Wie kann es passieren, dass eine von klein auf wegen ihres Reichtums und ihres berühmten Namens höchst scheue Frau plötzlich alle Vorsicht über Bord wirft und sich auf eine Affäre mit einem Fremden einlässt? Welche Kraft hat das Versprechen, auf einem Segelboot die Welt zu bereisen, zu zweit ein großes Abenteuer zu erleben? Und wie sehr schmerzt es zu sehen, dass die Gefühle des anderen reine Lüge waren? Diese Fragen stellt "In der Falle", eine packende psychologische Studie, die laut NDR ausgedacht ist und deren Details auf der Fantasie der Autorin beruhen. Claudia Michelsen spielt die Unternehmenserbin Simone Carstensen- Kleeberg nicht als leichtes Opfer, sondern als Frau, die sich anfangs gegen diese Affäre wehrt, die immer wieder flüchtet und doch nicht von ihrem unnachgiebigen Verehrer Leon Vandenne loskommt. Zu verlockend ist die Aussicht, aus dem wohlsituierten, glücklichen, aber auch eingefahrenen Leben auszubrechen.

Krisen machen stark

Auch wenn Susanne Klatten keine Interviews zu der Gigolo-Affäre gibt, gewinnt man doch den Eindruck, dass sie beflügelt aus diesem Drama hervorgegangen ist. Was hat ein Mensch schon zu befürchten, der einmal in der Situation war, dass die Bäckersfrau, die Lehrer der Kinder und die anderen Aufsichtsratsmitglieder über das eigene Liebesleben Bescheid wissen? Kollegen bescheinigen Susanne Klatten – übrigens die reichste Frau Deutschlands mit einem geschätzten Vermögen von 17 Milliarden Euro –, dass sie inzwischen straighter auftrete, klarer ihre unternehmerische Position vertrete und härter verhandle. Sie, die bewusst unter einem Decknamen studierte, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, und die bar aller Jetset-Allüren lebte, bewegt sich nach dem Skandal auch auf dem gesellschaftlichen Parkett erhobenen Hauptes. Legendär ihr Auftritt auf der Party zum 60. Geburtstag ihres Mannes Jan. Susanne Klatten sang vor 350 Gästen den auf Deutsch umgedichteten Tina- Turner-Hit „Simply The Best“, mutig, kraftvoll. Respekt und Anerkennung statt Häme schlagen ihr heute entgegen. Der Erpresser Helg Sgarbi hingegen kann bei jedem Schritt, den er vor die Tür macht, sicher sein, dass Privatdetektive ihn verfolgen, um doch noch das Geld zu finden. Auch das hätte sich kein Drehbuchautor schöner ausdenken können.

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