VG-Wort Pixel

Susan Sarandon Papst als Nazi bezeichnet


In einem Interview hat Susan Sarandon Papst Benedikt XVI. einen Nazi genannt. Die katholische Kirche attackiert sie nun heftig

Dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, dafür ist Schauspielerin und Aktivistin Susan Sarandon bekannt. Doch nun hat sie es wohl übertrieben: Sie bezeichnete Papst Benedikt XVI. als Nazi. Zurückgenommen hat sie die Äußerung bisher noch nicht.

Im Interview mit einem Schauspielkollegen auf einer Veranstaltung in den Hamptons ging es um die "Occupy"-Bewegung, die weltweit für gerechtere Finanzsysteme und eine Einschränkung der Macht von Banken eintritt. Der Moderator Bob Balaban sprach Sarandon auf ihre oscarprämierte Vorstellung in "Dead Man Walking" an. Da entglitt der Preisträgerin das Mundwerk.

Der Film basiert auf einem Buch von Schwester Helen Prejean, in dem sich die Autorin klar gegen die Todesstrafe stellt. Sarandon erinnerte sich nun, dass sie damals den Film zum Anlass genommen hatte, um dem Papst das Buch zu schicken. "An den letzten, nicht an den Nazi, den wir jetzt haben", so Sarandon. Und statt danach ihr Versehen zu bedauern, wiederholte Sarandon ihre Meinung zu Papst Benedikt XVI. nochmal.

Die Äußerungen der renommierten Schauspielerin haben seither einen Sturm der Entrüstung innerhalb der katholischen Kirche losgetreten. Offizielle Vertreter weisen daraufhin, dass Josef Ratzinger sich während der Nazi-Herrschaft verweigert habe, an Versammlungen und dergleichen teilzunehmen.

Immerhin: In Hollywood ist Susan Sarandon mit ihrer Nazi-Attacke in prominenter Gesellschaft. Regisseur Lars von Trier, Mel Gibson, Charlie Sheen und Sänger John Mayer haben sich bereits Ähnliches erlaubt. Ob die passionierte Menschenrechtlerin und Umweltaktivistin sich jedoch gern mit diesen Herrschaften solidarisieren würde, ist eher unwahrscheinlich.

smb

gala.de


Mehr zum Thema


Gala entdecken