Suri Cruise Eine Nummer zu groß für Suri


Kinderglück kann man nicht kaufen: Tom Cruise und Katie Holmes überhäufen ihre Tochter mit Kleidern und Spielzeug - und verdecken damit nur ihre Einsamkeit

Der Hut passt zur roséfarbenen Tasche

, über dem azurblauen Kleid trägt sie ein Kunstfell- Jäckchen, auf den Lippen glänzt Gloss, und die Füße stecken in goldigen Absatzschuhen. Suri lächelt in die Kamera, wie sie es von Mama kennt. Ein kleines Kind in der Garderobe einer Großen. "Was auch immer sie tragen möchte - sie trägt es. Und ich werde ihr das nicht verbieten", erklärte Papa Tom Cruise, 49, in einem Interview: "Sie hat einen tollen Geschmack."

25000 Dollar monatlich spendieren er und Katie Holmes, 32, für die Mode ihrer Tochter. Suri greift in die Regale der Luxuslabels wie Burberry, Versace und DKNY wie andere Kinder ins Bonbonglas. Nur dass bei ihr niemand sagt: Stopp! Darf man ein Kind so sehr verwöhnen? Wolfgang Nieke, Professor für Erziehungswissenschaften in Rostock, sagt: "Das muss nicht unbedingt negative Folgen haben. Wenn das Kind eine sichere Bindung zu seinen Eltern hat, also weiß, dass Mutter und Vater da sind, wenn es sie braucht, verändert das nicht die Persönlichkeit." Wie fragil aber Bindungen einem Kind erscheinen können, wurde jetzt offensichtlich. Katie Holmes wollte Suri mitnehmen zu einem Promo-Termin für ihren neuen Film "Don’t Be Afraid Of The Dark". Ein Helikopter stand für Mutter und Tochter sowie eine Nanny bereit. Mit dabei waren auch Suris unzählige Puppen, von denen eine oft mit den gleichen Kleidern ausstaffiert ist wie sie selbst.

Doch das Wichtigste fehlte: Suris Schmusetuch, das sie sonst seit Babytagen immer dabei hat. Das Mädchen brach in Tränen aus, als es den Hubschrauber sah. An Bord steigerte sich die Verzweiflung noch, und so sehr sich Katie Holmes auch bemühte: Sie hatte keine Chance, den Weinkrampf zu stoppen. Suri beruhigte sich erst, als ein Bodyguard ihre hellrosa Decke brachte, in die sie sich einkuscheln konnte. Unter dem Stoff fühlte sie sich endlich geschützt vor der großen, lärmenden Welt.

Dabei wollen die Eltern stets vermitteln, wie strahlend und weltgewandt ihr Töchterchen bereits ist. Allein, wie gern sie den Inhalt ihres gigantischen Kleiderschranks präsentiert! Vergangene Woche wechselte Suri ihr Outfit an einem gewöhnlichen Dienstag gleich zweimal. Ihr Style-Vorbild: die Mama, der sie auch mal die Hermès-Tasche stibitzt, um sie selbst zu tragen. Dagegen gibt es genauso wenig Einspruch der Eltern wie gegen Schuhe mit Absätzen, dünne Kleidchen im Winter oder Cupcakes zum Frühstück. Ja, Suri darf alles - als könne sie wie eine Erwachsene über sich selbst bestimmen. Allerdings: Sie ist auch nur von Erwachsenen umgeben. Gleichaltrige Spielkameraden hat sie nicht. Stattdessen Berge von Puppen, Stofftieren. Suri lernt Spanisch und Französisch, Tanz und Kunst, natürlich im Einzelunterricht. Als Gemeinschaftserlebnis bleibt das Shoppen mit Mama. Auch für Spielzeug darf sie monatlich 15000 Dollar ausgeben.

"Ein Motiv, Kinder zu verwöhnen", erklärt Erziehungswissenschaftler Nieke, "ist das schlechte Gewissen der Eltern. Dabei versuchen sie etwas zu kompensieren." Das ist verständlich, hilft aber nicht unbedingt ihren Kleinen. Suri würde bestimmt liebend gern ein paar Dutzend Kleider und Puppen gegen echte kleine Freunde eintauschen.

Judith Nieke, Jenna Cordes

gala.de

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