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Steffi Graf Sie verzichtet aufs Erbe

Steffi Graf
© Reuters
Steffi Graf bereitet die Beisetzung ihres Vaters Peter Graf vor. Kurz vor seinem Tod soll er noch sein Testament geändert haben - mit Zustimmung der Tochter

Steffi Graf steht der bisher wohl schwerste Gang ihres Lebens bevor: In diesen Tagen wird ihr Vater beigesetzt, der Ende November mit 75 Jahren an Krebs gestorben ist. Er hatte sich eine Feuerbestattung gewünscht. Auf ihrer Homepage schreibt seine Tochter, die er in den Achtzigerjahren zur erfolgreichsten Tennisspielerin der Welt machte, nun: "Wir gedenken seiner in Trauer und großer Dankbarkeit und bitten um Verständnis, dass wir im engsten Familienkreis stillen Abschied nehmen wollen."

Zur Beisetzung fliegt Steffi Graf, 44, aus ihrer Wahlheimat Las Vegas ein, wo sie mit Ehemann Andre Agassi, 43, und den beiden Kindern lebt. Es ist bereits ihr zweiter Deutschland-Besuch innerhalb eines Monats: Vor rund drei Wochen verabschiedete sie sich im Mannheimer Theresienkrankenhaus von ihrem Vater - außerdem hatte sie noch eine wichtige Familienangelenheit zu klären. Nach "Gala"-Informationen soll Peter Graf kurz vor seinem Tod sein Testament geändert haben.

Nach der Scheidung von Steffis Mutter Heidi heiratet Peter Graf 1999 die Augenoptikerin Britta. Sie brachte eine Tochter mit in die Ehe.
Nach der Scheidung von Steffis Mutter Heidi heiratet Peter Graf 1999 die Augenoptikerin Britta. Sie brachte eine Tochter mit in die Ehe.
© Picture Alliance

Mit Steffis Einwilligung. Sie und ihr Bruder Michael, 42, verzichten demnach freiwillig auf das Erbe ihres Vaters. Die Vermögenswerte von geschätzt über einer Million Euro, zu denen auch Grafs Haus in Mannheim gehört, sollen seine zweite Ehefrau Britta, 55, und deren Tochter bekommen. Nach der Hochzeit 1999 sah Peter Graf die heute 28-Jährige wie eine eigene Tochter an.

Ein enger Freund von ihm sagt zu "Gala": "Steffi kennt sie seit vielen Jahren und ist damit einverstanden, dass das Testament nicht zu ihren Gunsten ausfällt." Auch mit ihrer Stiefmutter ist sie schon lange verbunden - Britta war nicht nur im selben Tennisverein, sondern sogar Steffis Kindermädchen. Das Verhältnis der beiden gilt als eng. Um Geld dürfte es Steffi Graf sowieso nicht gehen: Ihr Privatvermögen wird auf 100 Millionen Euro, das ihres Ehemanns auf 300 Millionen geschätzt.

Ein Leben fürs Tennis: Mit Mutter Heidi und Vater Peter feiert Steffi Graf 1991 ihren Wimbledon-Sieg. Sie gewann allein dieses Turnier sieben Mal und war 377 Wochen die Nummer eins der Weltrangliste.
Ein Leben fürs Tennis: Mit Mutter Heidi und Vater Peter feiert Steffi Graf 1991 ihren Wimbledon-Sieg. Sie gewann allein dieses Turnier sieben Mal und war 377 Wochen die Nummer eins der Weltrangliste.
© Picture Alliance

Auch Steffis Mutter Heidi, Peter Grafs erste Frau, soll im Testament nicht bedacht worden sein. Seine Affäre mit einem Model Ende der Achtziger und der Steuerskandal wenige Jahre später belastete die Beziehung der beiden nachhaltig. Heidi Graf konzentrierte sich in den Jahren danach ganz auf ihre Tochter. "Wie sie den ganzen Druck bewältigt hat, da bin ich wahnsinnig stolz auf meine Tochter", sagte sie einmal in einem Interview.

So wird Steffi Graf auch diese schweren Tage bewältigen. Auf ihrer Homepage erinnert sie sich an "gute Zeiten" mit ihrem Vater, "vor allem, als ich jung war". Seine Liebe zur Familie gebe sie heute an ihre Kinder weiter.

Kirsten Reineke


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