VG-Wort Pixel

Stefanie Kloß im Interview Kind und Arbeit funktionieren auch parallel


Stefanie Kloß und ihr Freund und Band-Kollege Thomas Stolle sind im April 2018 erstmals Eltern eines Sohnes geworden, den sie strickt aus der Öffentlichkeit raushalten. GALA hat trotzdem mal vorsichtig nachgefragt, wie es der Musikerin mit dem Spagat zwischen Kind und Arbeit geht.

Gerade noch saß sie neben Yvonne Catterfeld, 41, auf dem Coach-Stuhl bei "The Voice of Germany" und schon nimmt Stefanie Kloß, 36, beim Ableger "The Voice Kids" Platz. Dieses Mal aber wieder alleine. Es scheint fast so, als gönne sich die "Silbermond"-Sängerin keine Pause, denn auch mit ihrer Band geht es stetig voran, wenn auch wegen Corona nicht als Live-Act auf der Bühne. Doch wie macht Stefanie das eigentlich – Job und Familie?

Nahtloser Übergang von "The Voice of Germany" zu "The Voice Kids"

GALA: Sie kommen gerade frisch von "The Voice of Germany" und sind nach zwei Jahren wieder als Coach bei "The Voice Kids" zurück. Wie groß ist die Freude?

Stefanie Kloß: Mit den Kindern ist es sehr erfrischend. Die haben noch einen ganz anderen Blick auf die Welt. Was uns diese Kids an Ausstrahlung, Offenheit und Neugier entgegenbringen, finde ich sehr schön.

Hand aufs Herz: Sind Sie bei den Kindern weniger streng in der Bewertung als bei den Erwachsenen?

Vielleicht manchmal. (schmunzelt) Es gibt Momente, da hört man eine Stimme und weiß: das ist ein ganz großartiges Talent, das grad sehr aufgeregt ist. Dann geht auch mal vereinzelt ein Ton daneben, aber da drückt man auf jeden Fall ein, zwei Augen zu.

Wincent Weiss und Alvaro Soler sind ganz neu in der "The Voice"-Familie. Müssen Sie sich auf neue Kollegen immer wieder einstellen oder kennt man sich schon?

Unter normalen Umständen war es immer so, dass wir Coaches uns vorher zum Essen getroffen haben. Dieses Mal ging das ja leider nicht. Also fand unser erstes Treffen sehr spät statt. Smudo und Michi kannte ich schon von "The Voice of Germany". Die Telefonnummern von Wincent und Alvaro habe ich mir erschlichen. (lacht) Ich war dann diejenige, die unsere gemeinsame WhatsApp-Gruppe eröffnet hat. Es kommt mir mittlerweile so vor, als würde ich Wincent und Alvaro schon ewig kennen.

Sie waren zuletzt mit Yvonne Catterfeld bei "The Voice of Germany" in einem Zweier-Team. Wie ist das Gefühl, jetzt wieder alleine als Coach dazusitzen?

Ich hatte mich gerade daran gewöhnt, alles zu teilen, den Gesprächsanteil, den Druck, die Aufregung. Immer jemanden zu haben, mit dem man sich beraten kann und noch eine weitere Meinung hat. Aber es ist auch interessant, wieder als Einzel-Coach zu arbeiten. Man muss wieder mehr auf sich selbst hören und sich auf seine eigene Intuition verlassen, weil man niemanden mehr hat, mit dem man sich absprechen kann. Ich finde beides super.

Ihr wart als Zweier-Team sehr beliebt bei den Talenten. Glauben Sie, dass Sie das Interesse als Coach auch alleine wieder entfachen können?

Natürlich ist ein Zweier-Team für die Talente sehr interessant, weil es eine doppelte musikalische Geschichte mitbringt. Die müssen sich nicht für eine Person oder eine Musikrichtung entscheiden, sondern bekamen mit Yvonne und mir sowohl einen Coach mit Soul und Schauspiel-Erfahrung, als auch einen Coach mit Band-Erfahrung. Ich kann aber jetzt schon verraten, dass es auch bei "The Voice Kids" alleine für mich sehr gut laufen wird. Wenn man irgendwann aufpassen muss, nicht zu oft zu buzzern, ist das ein tolles Feedback von den Talenten für einen Coach.

Erstmals dürfen in diesem Jahr auch mehrköpfige Formationen wie Bands, Chöre, Hip-Hop- Crews und A-cappella-Ensembles mitmachen. Macht es das beim Hören schwieriger?

Ich habe mich sehr über die Neuigkeit gefreut, dass jetzt auch Bands mitmachen dürfen. Da schlägt mein Band-Herz natürlich höher, ich bekomme leuchtende Augen und erinnere mich sofort an unsere Band, als wir 14 waren. Gleichzeitig ist es als Coach aber auch eine Herausforderung. Man muss innerhalb einer Minute auf so viel mehr hören als nur auf die Stimme. Wenn der Schlagzeuger es total versemmelt, aber der Sänger sehr gut ist, kann ich die Band leider nicht mitnehmen. Also, das Gesamtkonzept muss stimmen.

Mutter seit April 2018

Hat es Ihnen beim Umgang mit den Kindern geholfen, dass Sie selbst 2018 Mutter geworden bist?

Ich kann das nicht wirklich beurteilen, denn ich kenne ja den Unterschied nicht. Das erste Mal Coach bei "The Voice Kids" war ich 2018, als ich gerade Mutter geworden bin. Ich habe aber bestimmte Grundsätze, die mir sehr wichtig sind. Alle teilnehmenden Kinder haben ein liebevolles und unterstützendes Elternhaus, das ihnen keinen Druck macht. Die Produktion achtet sehr genau darauf, dass es den Kindern hinter den Kulissen gut geht und für sie gesorgt ist. Darauf habe ich ein Auge. Aber all das wäre mir genauso wichtig, wenn ich nicht schon selbst ein Kind hätte.

Sie haben nach der Geburt recht schnell wieder auf der Bühne und im Fernsehstudio gestanden. Ist Ihnen das schwer oder leicht gefallen?

Für mich war das von Anfang an keine Frage, dass beides zusammen funktioniert. Viele Mütter gehen nebenbei arbeiten. Wenn die Mutter glücklich ist, spürt das auch das Kind.

Außergewöhnliche Ideen in der Corona-Pandemie

Thomas Stolle, Andreas Nowak, Stefanie Kloß und Johannes Stolle von "Silbermond" im November 2019 in München
Thomas Stolle, Andreas Nowak, Stefanie Kloß und Johannes Stolle von "Silbermond" im November 2019 in München
© Getty Images

Ihr plant für diesen Sommer eine Open-Air-Tour. Wie zuversichtlich sind Sie, dass es trotz Corona dazu kommt?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber leider müssen wir aktuell von Monat zu Monat gucken, wie sich die Pandemie und auch die Impfsituation entwickelt. Wir sind eine Band, die immer nach vorne schaut. Im letzten Jahr haben wir eine "Wäbshow" ins Leben gerufen, um weiterhin den Kontakt zu den Fans zu halten und ihnen vielleicht auch ein Trost und eine Ablenkung zu sein. Außergewöhnliche Situationen bringen manchmal einfach außergewöhnliche Ideen hervor.

Bedeutet, uns erwartet noch ein weiterer "anderer Sommer". Apropos: Eure Single "Ein anderer Sommer" handelt von genau dem Thema. Hat euch die musikalische Auseinandersetzung geholfen, mit der Krise umzugehen?

Unsere Songs handeln meistens von Dingen, die um uns herum passieren und die uns kreativ machen. Für uns Musiker ist das die Art und Weise, mit den Dingen klarzukommen. Letztendlich hätte jeder den Text von "Ein anderer Sommer" schreiben können, weil es ja nur das ist, was täglich vor unserer Nase passiert. Wir sind als Gesellschaft gefordert, zusammenzuhalten und das Positive nicht zu verlieren, so schwierig das auch manchmal ist.

Die neue Staffel "The Voice Kids" startet am 27. Februar um 20.15 Uhr auf Sat.1.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken