Stars + O.T.O.: Teuflischer Trend

Stars wie Peaches Geldof werben für die okkulte Gemeinde O.T.O. Ist der Geheimorden das neue Scientology?

Es klingt wie eine Szene aus dem düsteren Verschwörungsthriller "Eyes Wide Shut": Eine geheimbündlerische Gruppe trifft sich, um unter Drogen bizarre Sexrituale und schwarze Magie zu praktizieren. Wer Zutritt möchte, muss seine Telefonnummer mit den drei Buchstaben O.T.O. versehen und öffentlich aushängen. Was genau hinter verschlossenen Türen geschieht, wissen nur Eingeweihte - und wer einmal mitmischt, muss den Führern bedingungslos gehorchen.

Star-Tattoos

Tiefgehende Leidenschaft

" Der [Den] wohl schönste Liebesbeweis, den du mir hast machen können" postet das Model. Ihr frisch angetrauter Ehemann Dominic Harrison hat sich ein Porträt von Sarah auf die rechte Seite des Bauches tätowieren lassen. 
Zwei Jahre ist es nun her, dass die Musiklegende David Bowie verstarb.  "Du wirst immer ein Teil von uns sein" postet seine Witwe Iman und zeigt zwei Tattoos, die sie auf ewig an ihren verstobenen Ehemann erinnern werden. Zum einen das ihrer gemeinsamen Tochter Alexandria. Ein verschnörkelter Halbmond mit dem emotionalen Schriftzug "Daddy" und den Jahreszahlen 1947-2016 ...
 ... Zum anderen ihr eigenes Tattoo. Ein Messer mit der Inschrift "Bowie", welches den Knöchel des Models ziert. So ist für beide der geliebte Ehemann und Vater ewig präsent, wenn auch nur auf der Haut. 
Dieses Tattoo geht nun wirklich unter die Haut: Den Löwen, den Jenny Frankhauser sich Mitte Dezember auf die Innenseite ihres Oberarms stechen lässt, ist keinem anderen als ihrem Vater gewidmet, der vor einem halben Jahr ganz überraschend verstarb. Das Motiv wählte sie, weil es das Sternzeichen ihres Papas war, er für den Beschützer steht und ihr Vater immer einen Ring mit einem Löwenkopf trug.

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Die Geschichten, die über die okkultistische Glaubensgemeinschaft O.T.O. (kurz für "Ordo Templi Orientis", auf Deutsch: "Orientalischer Templerorden") kursieren, scheinen immer mehr Prominente anzuziehen. Bisher war Scientology die Nummer eins bei Stars auf Sinnsuche. Nun entdecken sie die Lehren des O.T.O. für sich. ließ sich den Namen in einem Herz auf den Unterarm stechen, via Twitter empfiehlt sie die "superinteressanten und günstigen Bücher" des Mitbegründers Aleister Crowley und versichert, den wahren Pfad ihres Lebens gefunden zu haben. Crowley war ein ebenso schillernder wie machtbesessener Hohepriester, ein bekennender Satanist.

Der britische Okkultist leitete neben dem O.T.O. diverse andere Geheimbünde, nahm harte Drogen, frönte tantrischen Ritualen mit beiden Geschlechtern. Zu Lebzeiten (1875 - 1947) verteufelt, beeinflusst er bis heute die Popkultur.

Der britische Okkultist leitete neben dem O.T.O. diverse andere Geheimbünde, nahm harte Drogen, frönte tantrischen Ritualen mit beiden Geschlechtern. Zu Lebzeiten (1875 - 1947) verteufelt, beeinflusst er bis heute die Popkultur.

Für die Nachwelt verfasste er Lehren wie die "Sex-Magick", die allerlei tantrische Rituale, SM-Praktiken und Drogen propagierte. Sein Leitspruch "Man tue, was man wolle", der Aufruf zu grenzenlosem Egoismus also, ziert neuerdings ein T-Shirt von . Die Outfitmarke Rocawear des Hip-Hop-Moguls hat Crowleys aufgedrucktes Konterfei und allerlei O.T.O.-Symbole im Sortiment. Sogar seine Frau, die tugendhaft wirkende , soll Jay-Z angesteckt haben. preist die Sexualmagie in Interviews an. Und Scientology-Jüngerin hat ein Tattoo, das das "Auge des Horus" zeigt und durch Crowley inspiriert worden sein soll. Der hatte es im alten Ägypten entdeckt, auf der Suche nach einem passenden Symbol für seine angeblich jahrtausendealte spirituelle Weisheit.

Geraten die Stars jetzt reihenweise in die Fänge einer satanischen Sex-Sekte? Es ist wohl mehr ein Flirt mit verbotenen Symbolen als eine Mitgliedschaft in einem okkulten Orden. "Es ist relativ schwer, heute noch zu schocken", erklärt der Sektenexperte Dr. Kai Funkschmidt gegenüber "Gala", "Stars wie Peaches Geldof möchten sich durch O.T.O. mit der Aura des Geheimnisvollen, Dunklen umgeben und Grenzen austesten." Das sei dann doch viel harmloser als etwa Scientology, das seine Mitglieder systematisch abhängig mache.

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