Wilfried Gliem So lebt der Herzbube mit dem kranken Herz


Der Wildecker Herzbube Wilfried Gliem leidet unter Herzschwäche. In einem Interview sprach er darüber und erzählte, wie er damit umgeht.

Ihre Musik ging Millionen zu Herzen - aber mit dem Herzen des Wildecker Herzbuben Wilfried Gliem, 68, selbst steht es nicht zum Besten: Im Dezember 2014 wurde der Volksmusik-Star zum zweiten Mal am Herz operiert. In einem Interview sprach Gliem jetzt zum ersten Mal über seine Herzinsuffizienz und wie er gelernt hat, damit umzugehen.

Wildecker Herzbube: "Die Eingriffe waren wichtig"

Vor neun Jahren bemerkte Gliem, dass mit seinem Herzen etwas nicht stimmt - er litt unter Herzschmerzen und -stechen. Ein EKG brachte Gewissheit: Herzgefäßverengung. "Also wurde mir über einen Katheter durch die Armbeuge ein Stent gesetzt, um die Gefäße zu erweitern", so Gliem. Dadurch verbesserte sich sein Zustand - bis kürzlich erneut ein Stent nötig wurde. Aber Gliem ist sich sicher, dass die Eingriffe ihm geholfen haben: "Ganz wichtig waren die beiden Interventionen durch das Einsetzen der Stents. Sie erweitern meine Herzkranzgefäße und Blutadern."

Wie Gliem leiden zwei Millionen Bundesbürger unter einer Herzinsuffizienz, also der "Unfähigkeit des Herzens, das aus dem Körper zurückfließende Blut aufzunehmen und zu den Organen zu pumpen", wie Prof. Dr. Georg Ertl von der Universitätsklinik Würzburg erläutert. Diese Herzschwäche kann gravierende Folgen für den Betroffenen haben - von Atemnot bis hin zu Funktionsstörungen bei lebenswichtigen Organen wie der Niere. Ursache ist, so Ertl, eine "akute oder chronische Überlastung des Herzens, weil Teile des Herzens durch Herzinfarkte oder eine Herzmuskelentzündung zerstört sind, der Blutdruck, gegen den das Herz anpumpen muss, zu hoch ist oder Herzklappen nicht gut funktionieren."

Neue Medikamente werden entwickelt

Eine Behandlung einer chronischen Herzschwäche erfolgt zumeist mit Medikamenten, besonders solche, "die das Herz entlasten und schützen gegen die Wirkungen von Stresshormonen wie Adrenalin - und den Puls und damit die Arbeit des Herzens vermindern", so Ertl. Auch wenn Herzbube Gliem davon träumt, dass "eine Universal-Tablette entwickelt würde, die für meine Erkrankungen wirksam wäre" - so weit ist die medizinische Forschung noch nicht. Nach wie vor ist die Einnahme von mehreren Medikamenten notwendig. In naher Zukunft soll es aber zusätzliche Therapie-Möglichkeiten geben. Es gibt laut Ertl "bald eine neue Behandlungsoption für die chronische Herzinsuffizienz. Damit kann vermutlich jedem vierten Betroffenen geholfen werden. Das Mittel hat in einer wegweisenden Studie die herzbedingten Todesfälle im Vergleich zum klassischen Standardmedikament um 20 Prozent gesenkt."

Gliem jedenfalls hat sich mit seiner Krankheit arrangiert - Medikamente plus "regelmäßige Kontrolle, vier EKGs im Jahr und eine möglichst gute Lebensführung mit gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf" lassen ihn wieder störungsfrei leben. Aber er ermahnt jeden, in sich zu horchen: "Jeder, der sich dauerhaft schwach und müde fühlt, dessen körperliche Leistungskraft nachlässt oder von Schwindel betroffen ist, sollte sein Herz untersuchen lassen. Das Herz ist ein lebenswichtiges Organ."

SpotOnNews

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