Tom Tykwer: Kein Bond von mir

Starregisseur Tom Tykwer hat keine Lust, ein 007-Abenteuer zu drehen. Die Leinwandabenteuer um den britischen Spion seien eh immer dieselbe "Portion Pommes"

Tom Tykwer

(47) will nicht an der James-Bond-"Fritteuse" stehen.

Der deutsche Filmemacher ('Lola rennt') sprach mit dem Magazin 'TV Movie' über seine Arbeit und zukünftige Projekte und machte dabei unmissverständlich deutlich, dass es einen 007 à la Tykwer nicht geben wird. "Das ist doch nur eine neu dekorierte Variante der immer selben Portion Pommes, allein die Mayo-Sorte wird ausgetauscht", erklärte der gebürtige Wuppertaler über die beliebte Spion-Reihe. "Mag ja lecker sein, ich muss aber nicht an der Fritteuse stehen."

Außerdem versicherte der Regisseur der Publikation, dass er nicht vorhabe, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Hollywood lockt den Star entgegen anderslautender Gerüchte nicht. "Ich drehe manche meiner Filme zwar in Englisch, aber das hat allein Gründe in der Weltvermarktung", erläuterte der Star und betonte: "Ich bin ein Berliner Filmemacher - und bleibe auch hier."

Morgen wird der Deutsche Filmpreis verliehen und Tykwer darf auf einen Ritterschlag hoffen, sein Film 'Cloud Atlas' wurde gleich neunmal nominiert. Nichtsdestotrotz bleibt der Produzent auf dem Teppich. "Wir alle sollten das spielerisch sehen. Jeder der nominierten Filme ist eine ganz eigene Galaxie", gab er sich bescheiden, ließ dann aber doch durchblicken, dass seine Erwartungshaltung nicht ganz so niedrig liegt. "Klar will man das Ding auch mitnehmen. Außerdem geht es nicht nur um Ehre, sondern auch um Geld - Geld für neue Filme."

'Cloud Atlas' war mit umgerechnet ca. 78 Millionen Euro die teuerste Produktion der deutschen Filmgeschichte. Ob sich die saftige Investition mit einer - oder vielleicht auch mehreren - Auszeichnungen versüßen lässt, wird sich morgen zeigen. Die Erfahrung, die der Filmemacher bei den Dreharbeiten sammeln durfte, kann ihm jedoch niemand mehr nehmen. Er arbeitete mit den Regisseursgeschwistern Lana (47) und Andy Wachowski (45, 'Matrix') zusammen und die Kollaboration, beschrieb er, sei fast wie ein Liebesspiel gewesen. "Wir sind seit Jahren eng befreundet", verriet Tom Tykwer. "Die gemeinsame Arbeit war so anstrengend, wie Sex eben auch manchmal ist. Aber immer lustvoll."

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