Tatort: So wird der Krimi am Sonntag

Der Bremer "Tatort" macht es den Zuschauern nicht einfach. Eine gute Geschichte droht unter einem riesigen Durcheinander zu ersticken.

Die Wahrheit tut oft weh - also ist es manchmal angenehmer, sie durch eine andere zu ersetzen. Wenn diese alternative Version der Wirklichkeit dann auch noch einfach so an der Haustüre klingelt, könnten sich Kummer und Leid eigentlich in Wohlgefallen auflösen. Leider gibt es da noch zwei "Tatort"-Kommissare, die es mit der Wahrheit bekanntlich sehr genau nehmen.

Die gerne sehr politischen und weltmännischen Bremer werden in "Die Wiederkehr" plötzlich ganz klein. Eine Familie steht im Zentrum der Geschichte. Das Jahr 2005: Die siebenjährige Fiona ist verschwunden. Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) sind sich sicher, dass sie ermordet wurde und verdächtigen den Vater des Mädchens, der sich daraufhin selbst tötet. Fionas Mutter (Gabriela Maria Schmeide) erhebt schwere Vorwürfe gegen Inga Lürsen, indem sie ihr die Schuld am Tod ihres Mannes gibt.

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©Gala

2015, zehn Jahre später: Eine junge Frau taucht auf, die behauptet, Fiona zu sein. Sie sei als 7-Jährige entführt und jahrelang missbraucht worden. Fionas Familie freut sich, ihre Tochter und Schwester wieder in die Arme schließen können. Und dann kommen die Kommissare und versauen es schon wieder.

Wildes Durcheinander

Regie führt einmal mehr der Bremer Haus-Regisseur Florian Baxmeyer. Gemeinsam mit Autor Matthias Tuchmann inszenierte er zuletzt bereits den "Tatort: Alle meine Jungs". Beide Fälle sind sich sehr ähnlich, im Guten wie im Schlechten. Eine klassische Krimidramaturgie gibt es nicht, die Spannung entsteht aus der tragischen Verbindung der Figuren zueinander. Vieles ist sehr liebevoll und stimmig gezeichnet, doch leider geht es viel zu sehr durcheinander, um den Überblick zu behalten.

Mädchen verschwindet, Mädchen kommt wieder. Eine DNA-Probe soll Klarheit bringen, tut sie aber plötzlich nicht, weil Spuren vertauscht wurden. Lürsen wird mit den scheinbaren Fehlern ihrer Vergangenheit konfrontiert, hat sich am Ende aber doch nichts vorzuwerfen. Statt eines Mädchens sterben zunächst mal zwei Erwachsene und im Hintergrund hüpft ein schmieriger Nachwuchs-Gangster durchs Bild, dessen Rolle bis zum Ende völlig unklar bleibt. Alles ein bisschen viel.

Der ganze Wust an Andeutungen und verschachtelten Konstellationen verdeckt leider viel zu oft den Blick auf das im Kern wirklich bewegende Familiendrama.

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