Tatort: Schwanensee: So wird der Krimi am Sonntag

Im Therapiezentrum "Schwanensee" wird eine Patientin tot aufgefunden. Prof. Boerne und Kommissar Thiel ermitteln. Sollten Sie einschalten?

Es ist wieder soweit: Ein neuer Münster-"Tatort" steht an. Ob die beliebtesten Ermittler der Krimi-Reihe in "Schwanensee" (08.11., 20.15 Uhr, das Erste) erneut zur Höchstform auflaufen und andere wichtige Antworten zum Sonntagskrimi lesen Sie hier:

Um was geht's in "Schwanensee"?

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©Gala

Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) ist eigentlich schon fast auf dem Weg in den Urlaub, als im Therapiezentrum "Schwanensee" die Leiche von Mona Lux (Jessica Honz) auf dem Grund des hauseigenen Schwimmbades gefunden wird. Andreas Kullmann (Robert Gwisdek), der wie jeden Morgen dort seine Bahnen gezogen hat, will die Tote nicht bemerkt haben. Schwer vorstellbar, findet Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl). Aber "Schwanensee" ist eine psychiatrische Einrichtung und Kullmann Autist. Der Kreis der Verdächtigen ist zwar klein, die Situation aber unübersichtlich...

Lohnt sich das Einschalten?

Jein. Das gilt vor allem für Fans der Münsteraner Klamauk-Experten Boerne und Thiel. Denn diese könnten enttäuscht sein, weil die legendären Wortgefechte diesmal mit nicht ganz so spitzen Waffen ausgetragen werden. Auch der Hunger als Running Gag ist schnell überstrapaziert. Inhaltlich gibt es ebenfalls einiges zu meckern.

So werden beispielsweise die psychischen Krankheiten der einzelnen Patienten, "Kunden" genannt, so klischeehaft dargestellt, dass kaum eine Reaktion überrascht. Im Gegenteil, in manchen Szenen ist es schon fast ein bisschen lächerlich, was sich da so tut in der fiktiven psychiatrischen Einrichtung am Münsteraner Aasee. Hier wurde einiges an Potential der Grundidee verschenkt. Denn gerade im Zusammenspiel mit Prof. Boerne, der stets auf dem Grat zwischen Genie und Größenwahnsinn wandelt, hätten sich nicht nur mit Autist Kullmann witzige Szenen ergeben können. Außerdem trägt die Frage, mit der der Zuschauer nach Ende der Sendung zurückgelassen wird - Wie gefährlich sind Menschen mit psychischen Krankheiten? -, nicht gerade zur immer wieder geforderten Entstigmatisierung bei.

Sehenswert ist der Krimi wegen der besonderen Architektur der westfälischen Domstadt und dem Blickwinkel, den die Kamera dazu einnimmt. Ebenfalls spannend ist die Idee, Inselbegabte bei der Steuerfahndung einzusetzen.

Die interessante Personalie

Der Autist und ehemalige Mitarbeiter der Münsteraner Steuerfahndung, Andreas Kullmann, wird gespielt von Robert Gwisdek, 31. Langsam aber sicher bleibt das Gesicht des Schauspielers im Gedächtnis - und das ganz ohne Hilfe seiner erfolgreichen Eltern Corinna Harfouch (61, "Der Fall Bruckner") und Michael Gwisdek (73, "Verlorene Kindheit: Das Lied in mir"). Die beiden waren von 1985 bis 2007 verheiratet. Ein Jahr vor der Eheschließung kam Robert Gwisdek zur Welt.

Zuletzt zu sehen war der 31-Jährige auch in den Kino- und Fernsehfilmen "Heil", 2015, mit Benno Fürmann, 43, "Weiter als der Ozean", 2014, mit Rosalie Thomass, 28, und "Das Wochenende", 2012, mit Katja Riemann (52, "Fack ju Göhte"), Barbara Auer (56, "Das Ende einer Nacht") und Sebastian Koch (53, "Das Leben der Anderen"). Auszeichnungen hat der Berliner für seine Arbeit ebenfalls schon bekommen, unter anderem den Webvideopreis 2015 für seine Regiearbeit "circuit".

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