Superstars privat Auf einen Kaffee mit Brad Pitt


In ihrem Berliner Hotel "Q" empfängt Eva-Miriam Gerstner die Prominenz. Wie die Stars im Alltag sind, verrät sie im Interview.

Beim Kaffeetrinken gemütlich mit Brad Pitt (51, "Fight Club") plaudern, oder Musiklegende Amy Winehouse (1983-2011) kennengelernt zu haben. Wer würde das nicht gerne zu seinen beruflichen Aufgaben zählen? Für Eva-Miriam Gerstner, 38, gehörten solche Erlebnisse beinahe zum Alltag. Sie hat die Stars hautnah getroffen, beherbergt und kennt auch einige ihrer Macken.

Frau Gerstner, was ist anders, wenn man einen Star zu Gast hat? Worauf muss man achten?

Gerstner: Der Hotelier ist zunächst immer ein Gastgeber, egal, für wen. Es gilt tatsächlich der Satz: "Der Kunde ist König". Der Star ist vielleicht noch ein bisschen königlicher und das wichtigste ist Diskretion. Zimmermädchen sehen den Star ja wirklich in privaten Momenten. Wenn da jemand Bilder macht oder zur Presse geht, kommt das einem K.O. für das Hotel gleich.

Hat ein Star besonders viele Wünsche und Ansprüche?

Gerstner: Die Stars wissen schon ganz genau, was sie brauchen, um sich wohl zu fühlen. Also welche Getränke müssen in der Minibar stehen, welches Kissen brauchen sie oder welche Matratze und so weiter.

Haben die Stars mehr Extrawünsche als andere Gäste?

Gerstner: Fakt ist, dass sie überhaupt Wünsche haben. Der Otto-Normal-Hotelbesucher freut sich, wenn er etwas in der Minibar findet. Stars haben da schon mehr Ansprüche im Vergleich zu dem normalen Gast, der ja meistens gar nicht viel erwartet. So ein Star bringt aber auch total viel PR mit sich. Deshalb strengt man sich dann auch gerne etwas für die Person an und schaut, damit sie sich wohlfühlt.

Geht das auch so weit, dass ganze Zimmer umdekoriert werden und bestimmtes Essen eingeflogen werden?

Gerstner: Internationale Top-Hotels machen das wirklich, ja! Die haben sogar spezielle Möbel für die jeweiligen Stars in Lagerhallen außerhalb und tauschen sie dann dementsprechend aus. Ich kenne einen Star, der beispielsweise nur schwarzes Toiletten-Papier will. Das klingt lustig, ist aber noch das einfachste.

Welcher Star hat Sie am meisten beeindruckt?

Gerstner: Bei uns waren auch Angelina Jolie und Brad Pitt zu Gast. Damit fing eigentlich die Karriere meines damaligen Hotels "Q" so richtig an. Natürlich waren alle Mitarbeiter total aufgeregt und jeder wollte eine Schicht in der Zeit haben. Ich habe Angelina Jolie gefragt, ob sie ein Foto mit einem der Mitarbeiter machen würde, der ein riesiger Fan von ihr war. Schlussendlich haben die beiden mit allen Mitarbeitern ein persönliches Foto gemacht, das war echt toll.

Und waren Brangelina sehr anspruchsvoll?

Gerstner: Jetzt wird es etwas gehässig, aber je bekannter der Star ist, umso weniger anspruchsvoll wird er eigentlich. Die Z-Promis haben meistens die höchsten Ansprüche und Wünsche. Aber Brad und Angelina waren total nett und unkompliziert. Es gibt schon hysterische Diven, die sich auch mal total daneben benehmen, aber in der Regel ist es wirklich so: Je größer der Star, desto netter und dankbarer. Da ist es auch egal, ob er aus Amerika oder Deutschland kommt.

Sie hatten in Ihrem Berliner Hotel auch Amy Winehouse zu Gast. Wie war der Umgang mit ihr?

Gerstner: Amy war einfach ein riesiger Superstar. Musiker und Künstler sind schon teilweise anders. Die war für mich schon verrückt, aber ich war für sie bestimmt auch verrückt. Jeder lebt in einer für den anderen so komplett fremden Welt. Wir haben uns aber trotzdem über Essen und Shoppen unterhalten. Die Stars gehen eigentlich relativ offen auf einen zu und sind total dankbar, wenn sie jemanden zum Quatschen haben, der auf derselben Wellenlänge ist.

Hatten Sie denn auch skurrile Momente mit den Stars?

Gerstner: Naja, den komischsten Moment hatte ich, als ich mit Brad Pitt beim Kaffeetrinken saß. Plötzlich wurde mir beim Reden wieder bewusst, mit wem ich hier so plaudere und dann kam ich total ins Stottern und wurde auf einmal nervös. Ich war eigentlich nie ein Brad-Pitt-Fan, aber seit ich ihn getroffen habe, bin ich totaler Anhänger. Er ist so ein Über-Sympath, dass man einfach denkt: "Wow - was für ein Mann".

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