Rico und Oskar: Tiefbegabt plus hochbegabt

"Rico, Oskar und das Herzgebreche" läuft am Donnerstag in den deutschen Kinos an. So ist die Buchvorlage von Andreas Steinhöfel.

Nach "Rico, Oskar und die Tieferschatten" melden sich die jungen Berliner Detektive mit "Rico, Oskar und das Herzgebreche" im Kino zurück. Und auch dieses Mal haben es die beiden wieder mit einem heiklen Fall zu tun. Oskar ( ) wurde von seinem Papa kurzerhand bei Rico (Anton Petzold) und seiner Mutter Tanja Doretti ( ) in der Dieffe 93 abgegeben. Seinen Helm hat Oskar gegen eine Sonnenbrille eingetauscht, denn schließlich sind die beiden inkognito unterwegs. Beim wöchentlichen Bingo, das Ellie Wandbeck ( ) veranstaltet, stellen sie fest, dass bei der Vergabe der Gewinne geschummelt wird und nicht nur Wandbecks Sohn Boris ( ) scheint mit drin zu stecken, sondern auch Ricos Mutter... Obendrein sind da auch noch die Kessler-Zwillinge, die durch ihre Schwärmerei für weitere Verwirrung bei den Jungs sorgen.

Als Vorlage für die Filme dienen Andreas Steinhöfels gleichnamige Bücher - neben den beiden bereits verfilmten gibt es noch einen dritten Teil: "Rico, Oskar und der Diebstahlstein". Dass Steinhöfel damit den Geschmack der Nachwuchsleser getroffen hat, zeigt auch eine Sonderauswertung von GfK Entertainment anlässlich des "Internationalen Kindertages": "Rico, Oskar und die Tieferschatten" landete im Ranking der meistverkauften Kinder- und Jugendbücher im Zeitraum Januar bis Mai 2015 auf Platz drei hinter "Gregs Tagebuch - Böse Falle!" und Bestseller "Das Schicksal ist ein mieser Verräter".

Immer geradeaus

Und was macht die Bücher so erfolgreich? Da sind einmal die Figuren: Rico, der ins Förderzentrum geht und sich selbst als tiefbegabt bezeichnet mit seiner Bingotrommel im Kopf, die immer anspringt, wenn er unter Stress gerät. Am liebsten läuft er geradeaus, mit links, rechts und den Himmelsrichtungen hat er es nicht so. Dafür notiert er in seinem Tagebuch jede Menge nützlicher Begriffe, wie "Neue Bundesländer: Im Atlas Brandenburg und Thüringen, Sachsen zum Anhalten, Sachsen zum Durchfahren und Meck.-V.pomm. Es gibt noch mehr Bundesländer, aber die sind alt und sterben sicher bald aus. Es lohnt sich also kaum, die Namen zu lernen."

Nicht nur für Kinder

Sein hochbegabter Freund Oskar nervt ihn dann auch manchmal mit seinem vielen Wissen. Aber der hat es ebenfalls nicht immer leicht im Leben: Sein Vater ist arbeitslos und kümmert sich nicht weiter um ihn, und Oskar hat vor so gut wie allem Angst. Dazu kommen Ricos alleinerziehende Mutter, die in einem zwielichtigen Club arbeitet, und die anderen Bewohner der Dieffe 93: Westbühl (bei Rico einfach nur Bühl, schließlich ist West eine Himmelsrichtung), Fitzke, der nur im Schlafanzug rumrennt und mit Vorliebe Kinder beschimpft, Frau Dahling, die seit sie von ihrem Mann verlassen wurde, an Depressionen ("das graue Gefühl") leidet oder der meist wenig ansprechbare Hausmeister Mommsen.

Ein weiterer Pluspunkt von Steinhöfels Werken ist es, dass sich nicht nur Kinder darüber amüsieren können. Auch Erwachsene haben beim Vorlesen jede Menge Spaß und können mit Sicherheit über einige Details schmunzeln, die sich den Kleinen nicht immer gleich erschließen. Steinhöfel hat schließlich keine für Kinder zurecht gebügelte Welt erschaffen, sondern präsentiert sie, wie sie ist: bunt, oft lustig und manchmal eben auch traurig.

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