Popstars: Darum will es keiner sehen

Die Mutter aller Castingshows leidet unter akutem Zuschauermangel: Die Quote von "Popstars" erholt sich nicht. Wir nennen die Gründe dafür.

Die Quote ist stabil, aber miserabel: "Popstars" lockt kaum noch Zuschauer vor den Bildschirm. Die dritte Folge interessierte am Montag 690.000 Zuschauer, das bedeutete für RTL II einen Marktanteil von 2,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen, und das zur Primetime. Auch Gast-Star Sarah Connor (35, "Wie schön du bist") konnte da nichts mehr reißen. Warum will keiner "Popstars" sehen?

Das Casting-Pferd ist totgeritten

Influencerin Ina Aogo

Warum sie sich nicht gegen ihr "Spielerfrau"-Image wehrt

Ina Aogo und Dennis Aogo
Ina Aogo ist mit Ex-Nationalspieler Dennis Aogo verheiratet und bekennende Spielerfrau. Dabei verdient die 30-Jährige als erfolgreiche Influencerin sogar ihr eigenes Geld.
©RTL / Gala

Man kennt das Phänomen. Kommt ein Format gut an, wird es gnadenlos ausgeschlachtet. Und der Casting-Boom nahm in jüngster Zeit schon bizarre Formen an. Alles wurde gecastet, von Models über Köche bis hin zu den schönsten Frauen Deutschlands - Guido Maria Kretschmers, 49, Show floppte im Übrigen auch. Selbst hartgesottene TV-Junkies können das nicht mehr sehen.

Wiederbelebung gescheitert

Dabei hatte RTL II sogar auf ein erprobtes Format gesetzt. Schließlich gilt "Popstars" als die Mutter aller deutschen Castingshows und startete im Jahr 2000 noch zwei Jahre vor "Deutschland sucht den Superstar". Doch dass sie 2012 abgesetzt wurde, hatte seine Gründe: Aufgrund sinkender Quoten wurde das Finale der 10. Staffel vorverlegt. Wieso sollte sich das in der Zwischenzeit, wo es Castingshow-Ersatz satt gab, geändert haben?

Die Gewinner bleiben erfolglos

Apropos 10. Staffel: Wer war denn da gleich wieder der Gewinner? Kunststück, dass sich kaum noch jemand an Melouria erinnert. Mehr als eine Single und ein erfolgloses Album waren nicht drin. Anderen Casting-Formaten ging es nicht besser. DSDS-Sieger Severino Seeger verschwand nur deshalb nicht sofort in der Versenkung, weil er ältere Damen um ihr Geld gebracht hatte. Selbst Kritiker-Liebling "The Voice of Germany" brachte keine echten Stars hervor.

Es war alles schon mal da

Ein bisschen Vielfalt sollte den Gesangswettbewerben im deutschen Fernsehen dann doch eingehaucht werden. Deswegen setzen die einen auf Emotionen und kramen von der Scheidung der Eltern bis hin zur mittelschweren Grippe alles hervor und unterlegen es mit süßlicher Musik, andere wiederum setzen auf Schadenfreude. "Popstars" dagegen will sich auf die Musik konzentrieren. Doch das hat auch schon bei "The Voice" bestens funktioniert.

Alles gaaaanz seriös

Eine weitere Parallele zu "The Voice" ist die professionelle Jury, bestehend aus Stefanie Heinzmann ("In The End"), Miss Platnum und der Tänzerin Bella Garcia. Tränen der Rührung und Konkurrenzkampf wie bei "The Voice", wo die Coaches um die Kandidaten buhlen müssen, gibt es da nicht. Doch gerade die munteren Sticheleien der Jury waren das Salz in der Suppe. "Wenn du auf Langeweile stehst, sei langweilig. Aber dann mit Überzeugung", sagte Heinzmann zu einer Kandidatin. Klingt löblich. Für die Quote ist es aber pures Gift.

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