Moritz Bleitreu: Ich spiele gern fiese Rollen

Für Leinwandheld Moritz Bleibtreu bieten böse Filmrollen eine "bessere Identifikationsfläche"

Moritz Bleibtreu, 42, bevorzugt den Part des Antagonisten.

Für seinen neuesten Film "Die schwarzen Brüder" schlüpfte der Schauspieler ("Schutzengel") in die Rolle eines bösen Kinderschleppers aus dem 19. Jahrhundert. In einem Interview mit "Filmreporter" erklärte der gebürtige Münchner, warum er am liebsten einen Bösewicht spiele: "Gute Antagonisten sind dramatische Figuren, das macht sie für einen Schauspieler so interessant. Das sind Figuren, die ihre Abgründe vor sich hertragen und damit kämpfen. Ein gut geschriebener Antagonist ist für mich immer eine bessere Identifikationsfläche gewesen als der Held." Und so gefiel Bleibtreu die Rolle des fiesen Kinderhändlers Luini auf Anhieb: "Ich finde, er ist eine gute Figur, schön gebrochen. Er ist kein narzisstischer, aalglatter Antagonist, sondern eine Figur, die selbst viele schlimme Dinge erlebt hat", verdeutlichte er.

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©Gala

Außerdem schätze er an "Die schwarzen Brüder", dass dieser Kinderfilm eine Geschichte erzählt, die nicht nur "pink und hellblau" ist. Schließlich ist das Thema der Kinderarbeit auch heute noch brandaktuell. Doch stellte der Schauspieler klar, dass er den Film nicht aus moralischen Gründen gedreht habe - das sei noch nie sein Anliegen gewesen. "Ich mache Filme, um die Herzen der Menschen zu erreichen und nicht, um soziale Missstände aufzudecken. Wenn ich das wollte, hätte ich Politiker oder Journalist werden müssen", sagte er.

So räumte der Star schon in einem früheren Interview mit Missverständnissen auf, die ihm ein Gutmensch-Image zuschrieben. Soziales Engagement und wohltätige Aktionen waren noch nie in Bleibtreus Interesse. Gegenüber "Gala" versicherte er, dass er niemandem ein Vorbild sein wolle und keinerlei hochtrabende Ambitionen hege: "Ich war in meinem öffentlichen Leben noch nie sozial und gesellschaftlich engagiert! Ich habe noch nie in meinem Leben Charity gemacht - und ich werde es auch nie machen. Ich habe mich nie politisch engagiert und war noch nie wählen, da mich die Politik noch nie überzeugen konnte. Ganz egal, von welche Couleur sie ausgeübt wird", betonte Moritz Bleibtreu.

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