Moritz Bleibtreu: Ideale, bitte

Schauspieler Moritz Bleibtreu glaubt von sich, ein Individualist zu sein. Das sei aber nicht immer so gewesen.

Moritz Bleibtreu

(41) hat erst als Schauspieler erkannt, dass man zu gewissen Dingen einfach stehen muss.

Der Star ('Agnes und seine Brüder') wurde von 'B.Z.' gefragt, ob er sich selbst für einen Individualisten halte, und antwortete nachdenklich: "Ich glaube schon. Individualismus ist das Salz in der Suppe, die Natur der Künste. Ich versuche, meinen Beruf so auszuüben, wie ich es für richtig halte. Mit all meiner Kraft und meinen Idealen." Ständiger Individualismus in allen Situationen des Lebens gelinge aber auch ihm nicht. "Ich bin sicher nicht davor gefeit, dass ich mich hier und da anpasse, und ich bin auch keiner, der gegen den Strom schwimmt. Ich habe aber den Anspruch, bei mir zu bleiben und für meine Werte auch einzutreten und zu kämpfen, wenn es darauf ankommt", betonte der Schauspieler.

Die Erkenntnis, für sich und seine Überzeugungen einzutreten, wurde dem gebürtigen Münchner nicht in die Wiege gelegt. Er wuchs mit seiner Mutter, der Kult-Schauspielerin (†65, 'Vier Minuten'), auf. Diese lebte ihm Individualismus zwar vor, doch der junge Bleibtreu wollte das nicht gleich übernehmen. Er erinnerte sich: "Eigentlich war ich in meiner frühen Jugend ein sehr opportunistischer Mensch. Das lag an der Unangepasstheit meiner Mutter, die gern provoziert hat und immer Spaß daran hatte anzuecken. Ich wollte immer, dass mich alle nett finden, um keinen Stress zu haben." Später allerdings fiel der Groschen und der Künstler wurde zu dem Mann, der er heute ist. "Durch meinen Beruf habe ich letztendlich erkannt, dass es Dinge gibt, wo man zu sich stehen muss. Da hätte ich auch keinen besseren Lehrer haben können als meine Mutter", sinnierte Moritz Bleibtreu.

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