Meryl Streep: "Hexen dämonisieren ältere Frauen"

Im Musical "Into the Woods" ist Meryl Streep trotzdem als Hexe zu sehen. Warum, erklärt sie im Interview.

Jahrzehntelang wollte sie nicht in die Rolle der Hexe schlüpfen. Jetzt hat Hollywood-Star Meryl Streep (65, "Die eiserne Lady") klein beigegeben und in dem Musical "Into the Woods" die Rolle der strähnigen und schlecht bezahnten "Witch" angenommen. Der Lohn: eine Oscar-Nominierung, die mittlerweile 19. in ihrer Karriere.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt Streep, warum sie sich so lange gegen die Hexen-Rolle gewehrt hatte. "Ich hatte immer das Gefühl, Hexen würden ältere Frauen dämonisieren", so die Oscar-Preisträgerin.

Doch die Hexe in "Into the Woods" sei eine andere Art von magischem Charakter gewesen. "Das Schöne an dieser Hexe ist, dass sie nicht lügt. Das hat mich sehr angesprochen, weil sie ein großes Herz hat und es gut meint."

Die 65-Jährige bezeichnet sich selbst als eine "ehrliche Person, die glaubt, dass Lügen meist kurze Beine haben und einen am Ende des Tages sehr schnell einholen können."

Streeps Gesang war eingerostet

Ihr Gesang sei seit ihrem letzten Auftritt im Musical "Mamma Mia" allerdings ein "bisschen eingerostet gewesen. Aber ich habe mich an meine alten Chortage an der Yale-Universität erinnert und jeden Tag meine Tonleitern geprobt", so die Schauspielerin weiter.

Als Mutter von vier Kindern habe sie auch "gut verstehen können", wie schmerzhaft es ist, wenn die Kinder das Haus verlassen, um ihr eigenes Leben aufzubauen.

Für die jüngere Generation hat Streep auch deshalb ein paar nützliche Hinweise. So vermuten junge Frauen heute, dass "Schönheit mit der Idee von Liebe gleichzusetzen ist. Wir alle haben schon den Fehler gemacht, dass wir glauben, besseres Aussehen verdiene mehr Liebe. Das ist natürlich totaler Blödsinn. Deshalb ist es wichtig, dass man immer und in jedem Alter einen gewissen Selbstwert pflegt, der unabhängig von der Bewertung von außen ist", so Streep.

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