Meret Becker Wichtiger Abschied

Meret Becker
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Die Schauspielerin Meret Becker sprach darüber, wie wichtig es für sie war, dass sie Zeit hatte, sich von ihrem Stiefvater Otto Sander zu verabschieden, bevor dieser starb

Meret Becker, 44, findet, dass in Deutschland nicht gut mit Sterbenden umgegangen wird - ihr hat es geholfen, dass sie sich von ihrem Stiefvater Otto Sander zu Hause und in Ruhe verabschieden konnte. Die Schauspielerin ('Kokowääh'), die gestern im 'Tatort' in die Rolle der vielschichtigen Liz schlüpfte, verlor im September ihren Stiefvater, das Schauspiel-Urgestein ('Comedian Harmonists') war im Alter von 72 Jahren verstorben. Beim Antritt seiner letzten Reise war Sander zu Hause, umgeben von Familie und Freunden. Meret Becker findet dies unglaublich hilfreich für den Abschied: "Wir konnten ihn anfassen, angucken und viele Freunde sind noch gekommen. Ich bin dankbar, dass wir diese Zeit hatten", erklärte sie im Interview mit der 'b.z.'. "Es ist wahnsinnig wichtig für die Hinterbliebenen, Zeit zu haben, sich zu verabschieden. Ich finde die Kultur, die heute in Krankenhäusern herrscht, und auch die Gesetzgebung, ganz schrecklich. Die Verstorbenen werden einfach weggeholt. Das ist ein Unding und es ist lebensverneinend."

Otto Sander war seit 1971 mit Beckers Mutter, der Schauspielerin Monika Hansen, verheiratet und somit Stiefvater für den Star und seinen Bruder Ben Becker (48, 'Das Kind'). In seiner fast fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere hatte sich Sander nicht nur einen Namen als Theater- und Filmschauspieler gemacht, sondern war unter anderem auch als Synchronsprecher tätig. Für Meret Becker geht das Vermächtnis des Niedersachsen jedoch weit über sein berufliches Schaffen hinaus. "Ich muss mir sein großes Erbe bewusst machen und werde hoffentlich im Stande sein, es anzutreten. Mit Erbe meine ich keine materiellen Werte, sondern das, was Otto uns gelehrt hat: Seine Sprache, sein Wissen über den Umgang mit Menschen ...", erzählte sie der Publikation.

Obwohl sich Becker von ihrem Stiefvater verabschieden konnte, hat sich die Tatsache, dass er für immer gegangen ist, noch nicht wirklich gesetzt. Der 'Bild am Sonntag' gestand die Darstellerin, dass sie noch immer mit Sander Zwiesprache halte. Für sie sei er weiterhin Teil ihrer Gegenwart und derart spricht sie auch von und über ihn. "Da er für mich da ist, kann ich ihn nicht der Vergangenheit zuschreiben. Er ist nicht weg, er ist bei mir - und das wird auch immer so sein", so Meret Becker.

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