Mein Stück vom Glück: Kleingärten "feiern ihre Renaissance"

Über Kleingärtner gibt es viele Vorurteile. Victoria Strachwitz und Angelika Ziebart haben einen Blick in die Schrebergärten geworfen.

Spießer mit Gartenzwergen und Eigenbrötler, die ihren Rasen mit der Nagelschere pflegen - das sind einige der Vorurteile, mit denen Kleingärtner zu kämpfen haben. Victoria Strachwitz und Angelika Ziebart sind der Sache auf den Grund gegangen. In "Mein Stück vom Glück: Die verborgenen Paradiese der Kleingärtner" (Bastei Lübbe/Quadriga, 128 Seiten, 15 Euro) zeigen sie durch ausdrucksvolle Bilder, was ihre Spurensuche gebracht hat.

Ein Fazit der beiden Autorinnen, die für ihr Buch Anlagen quer durch die Republik besucht haben: Die Schrebergärten "feiern ihre Renaissance" - viele junge Leute und Familien suchten darin ihr Glück. Unter den Neuverpachtungen der letzten fünf Jahre habe der Anteil von jungen Familien mit Kindern bei 45 Prozent gelegen. Und die Wartelisten sind lang: In München oder Berlin könne die Wartezeit bis zu drei Jahre betragen.

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©Gala

Guerilla Gardening und Saatbomben

Zudem zeigen Strachwitz und Ziebart, dass das Gärtnern nicht mehr zwingend "ein Hort der Privatheit" ist. Viele warten nicht mehr auf die Parzelle in einer Kleingartenanlage: Guerilla Gardening, Saatbomben und Urban Gardening seien angesagt. Ob mobile Hochbeete in Tempelhof oder ausrangierte Hamsterkäfige, die in München zum Blumenbeet umfunktioniert werden - die beiden Autorinnen haben auch diesen Trend in Bildern eingefangen. Und ebenfalls, wie es die Kleingärtner in anderen Ländern halten: Es gibt Einblicke in Anlagen in Innsbruck mit W-LAN, Strom und fließend Wasser über die Schweiz, England, Frankreich, Schweden bis nach Nordamerika.

"Kleingärtner haben den Schlüssel zum Glück gefunden. Sie nehmen ihr Glück selbst in die Hand. Sie gönnen sich ein Paradies auf Erden", heißt es in dem Buch, das auch Fakten und historische Hintergründe zum Thema bietet. Und wie tickt nun der deutsche Kleingärtner? "Die meisten von ihnen sind herzlich und offen", schreiben Ziebart und Strachwitz. Und davon könne sich jeder selbst ein Bild in den meist der Öffentlichkeit zugänglichen Kolonien machen: "Wir können jedem mit bestem Gewissen raten, einmal einen Ausflug in eine Kleingartenanlage zu unternehmen." Die Autorinnen jedenfalls "haben die kleinen lustigen Gärten" für sich entdeckt: "Viele Vorurteile haben sich bestätigt, viele haben sich erklärt, und manche wurden widerlegt."

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