Lily Allen: Entschuldigung bei jungem Flüchtling

Lilly Allen entschuldigt sich bei einem Besuch in einem Flüchtlingscamp bei einem minderjährigen Flüchtling und erntet dafür große Kritik der User

Lily Allens Twitter-Account lief am Mittwoch auf Hochtouren. Praktisch im Minutentakt veröffentlicht die 31-Jährige Nachrichten, die ihr User schickten, in denen sie die Sängerin unter anderem als "selbstverliebte Zecke", "Schlampe", "Abschaum" und Schlimmeres bezeichnen. Aber auch bestärkende und tröstende Messages gibt es zuhauf. Was ist vorgefallen? Allen hatte begleitet von Kameras der BBC eine provisorische Flüchtlingszeltstadt, den "Dschungel", in der französischen Grenzstadt Calais besucht - und sehr emotional auf die Lebensgeschichte eines jungen Flüchtlings reagiert.

Ein 13-jähriger afghanischer Junge hatte der Sängerin erzählt, er sei in seiner Heimat vor den Taliban geflohen und versuche nun, über den Ärmelkanal hinweg ins englische Birmingham zu seinem Vater zu gelangen - was allerdings kein leichtes oder ungefährliches Unterfangen sei. Die Fernsehbilder zeigen, wie Allen während des Gesprächs in Tränen ausbricht. Unmittelbar zuvor sagt sie noch die Worte, die ihr Heimatland offenbar so polarisieren.

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Lily Allen entschuldigt sich "im Namen meines Landes"

"Es sieht so aus, als hätten an drei verschiedenen Momenten im Leben dieses Jungen die Briten sein Leben in Gefahr gebracht. Wir haben dein Land bombardiert, dich in den Händen der Taliban zurückgelassen und bringen dich jetzt dazu, dein Leben zu riskieren, um in unser Land zu gelangen", sagt Allen. Und schließlich: "Ich entschuldige mich im Namen meines Landes, für das, was wir dir angetan haben."

In einer anderen Passage des Beitrags erklärt die 31-Jährige, sie sei selbst Mutter von zwei kleinen Töchtern: "Wenn in diesem Land etwas passiert, wir vertrieben werden und sie allein flüchten müssten, hoffe ich, dass andere Gegenden der Welt etwas hilfsbereiter agieren." Laut BBC-Recherchen leben in der Zeltstadt von Calais derzeit etwa 600 bis 1.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Seit der Veröffentlichung der Bilder am Mittwochmorgen ist Allen jedenfalls damit beschäftigt, sich gegen die Hasskommentare zu verteidigen und gegen Wut-Posts zu argumentieren. Unterkriegen lassen will sie sich aber nicht: "Vielleicht lernt sie eines Tages, die Klappe zu halten", ätzte ein User - "keine Chance!", erwiderte Allen. Beim Durchhalten helfen der Sängerin vermutlich die positiven Kommentare vieler Follower. "Lilly Allen hat Mitgefühl mit einem 13-Jährigen gezeigt, der vor den Taliban und dem IS geflohen ist, und ihr seid alle angepisst? Ich kann euch nicht ganz folgen", schrieb einer von ihnen.

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