Lavinia Wilson: Schauspieler sind Objekte

Schauspielerin Lavinia Wilson hat sich damit abgefunden, beruflich als "Objekt" betrachtet zu werden.

Lavinia Wilson (32) beklagt sich nicht über Sexismus.

Im Gespräch mit 'Planet Interview' verriet die deutsche Schauspielerin ('Sechzehneichen') auch, warum: "Weil ich in meinem Beruf immer als Objekt beurteilt werde", erklärte die gebürtige Münchnerin und führte aus: "Das ist eine Vereinbarung, die ich eingehe mit den Rollen, die ich spiele. Ich bekomme keine Jobs, weil ich intelligent bin, sondern weil ich archaische Instinkte anspreche."

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Bei der Besetzung von Rollen spielen ihrer Meinung nach Stereotype eine große Rolle: "Da gibt es tief verwurzelte Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit, auch wenn ich mir das anders wünschen würde. Für Frauen bleibt das Mütterliche, Warme, Weiche reserviert, der große Busen, an dem man sich ablegen kann. Und aufgrund der Figuren, die ich spiele, wird mir diese mütterliche Wärme abgesprochen."

Dass sie auf ihr Äußeres reduziert wird, gefällt ihr zwar nicht unbedingt, aber sie hat sich damit abgefunden. "Ich werde nach meinem Aussehen beurteilt und es geht oft um Oberflächlichkeiten und Äußerlichkeiten. Der Beruf hat ja auch mit Sexappeal zu tun, wobei Männer allerdings alt als sexy gelten, Frauen eher nicht so." Unters Messer würde sie sich jedoch nicht legen. "Ich verstehe nur nicht, warum Frauen irgendwann anfangen, sich deshalb zu verunstalten. Ich persönlich würde das gerne vermeiden. Wenn ich mein Gesicht lahm lege, kann ich nicht mehr spielen. Aber da habe ich mit Anfang 30 vielleicht auch noch gut reden."

Mit Vorurteilen hat die Darstellerin auch privat zu kämpfen. Sie studiert nebenbei Philosophie, doch weil sie Schauspielerin ist, zweifeln viele an ihrer Intelligenz. "Da geht es um Schubladen", seufzte sie. "Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft eingeordnet." Wegen ihres Studiums wird sie zudem als Exotin ihrer Zunft angesehen. "Mir wird das gerne als Stempel aufgedrückt: 'Die Schlaue'. Und es scheint immer noch große Verwunderung hervorzurufen, wenn Schauspieler nicht blöd sind. Wobei ich nicht zu beurteilen wage, wie viel Wahrheit in diesem Klischee steckt", grübelte sie und erklärte dann: "Viele Schauspieler machen Sachen nebenher, weil der Beruf so unregelmäßig ist."

In ihrem neuen Film 'Quellen des Lebens', der sich an die Autobiografie des Regisseurs Oskar Roehler (54, 'Jud Süß - Film ohne Gewissen') anlehnt, spielt die Deutsche seine Mutter Gisela Elsner. Die kommt in dem Werk nicht unbedingt gut weg, doch gerade das faszinierte die Künstlerin an der Rolle: "Als Figur ist sie ein totales Geschenk. Figuren müssen ja nicht sympathisch, sondern interessant sein. Und uns Schauspielern machen die netten Figuren weniger Spaß", freute sich Lavinia Wilson.

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