Katarina Witt Stalker wollen Aufmerksamkeit

Katarina Witt
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Die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt sprach darüber, wie man mit dem Thema Stalking umgeht.

Katarina Witt (47) spricht nicht öffentlich über ihre eigene Stalkingerfahrung.

Die ehemalige Eiskunstläuferin wurde vor 20 Jahren Opfer eines Besessenen. Im Gespräch mit 'planet-interview.de' verriet sie nun, wie sie damit fertig geworden ist.

"Die Strategie ist eben die, dass man darüber in der Öffentlichkeit nicht redet", erklärte die zweimalige Olympiasiegerin. "Ich habe damals Rat bei einem Profiler gesucht, der hat mir genau das empfohlen. Weil der Stalker die Aufmerksamkeit will. Und an diese Strategie halte ich mich seit 20 Jahren."

Für Witt liegt die Erfahrung zwar in der Vergangenheit, Stalking an sich sei jedoch nach wie vor ein gesellschaftliches Problem. "Ich denke nicht, dass sich das bekämpfen lässt. Stalking wird es immer geben, im Kleinen wie im Großen", befand die einstige Eisprinzessin. "Wir erfahren von diesen Fällen ja meistens nur, wenn es einen Prominenten betrifft. Aber unter nicht-prominenten Menschen ist es genauso verbreitet, wenn jemand, dessen Liebe zurückgewiesen wird, es nicht wahrhaben will und die geliebte Person dann verfolgt. Solange es Emotionen und Leidenschaft gibt, wird Stalking auch existieren. Wobei es bei manchen Menschen an eine psychische Erkrankung grenzt, was dann auch behandelt werden muss."

Als sie gefragt wurde, ob der mediale Starkult Stalking möglicherweise begünstige, konnte Witt den Medien eine gewisse Mitschuld nicht absprechen.

"Sicher inszenieren die Medien auch. Es ging mir schon oft so, dass ich auf einer Veranstaltung war, wo ich dachte, 'wo bin ich hier nur gelandet' und am nächsten Tag steht in der Zeitung, dass sei DAS Event in der Stadt gewesen. Da wird von den Medien viel kreiert: bestimmte Images, ein Personenkult... – das geschieht vermutlich auch, weil jeder irgendwie von jedem leben will. Da ist eine Wirtschaft dahinter."

Auch das Internet sieht die Schönheit kritisch: "Eine andere Form von Stalking hat sich inzwischen im Internet entwickelt. Wenn sich jemand anonym hinter einer Kritik versteckt, hinter Kommentaren im Netz, die bösartig und teilweise unter der Gürtellinie sind, dann ist das für mich auch eine Form von Stalking", warnte Katarina Witt.

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