Jochen Busse: "Deutschlands beliebtestes Arschloch"

In seiner Autobiografie schreibt Jochen Busse über seine Bühnenkarriere, Sexfilmchen, seine TV-Highlights und seine Ehen.

Jochen Busse feiert im Januar seinen 75. Geburtstag - Anlass genug, um sein Leben aufzuschreiben. Herausgekommen ist das Buch "Wo wir gerade von belegten Brötchen reden: Die Komödie meines Lebens" (Ullstein, 304 Seiten, 19,99 Euro). "Ich habe keine schrecklichen Krankheiten gehabt, keine Pleite erfahren und musste in kein Dschungelcamp. Ich habe Helmut Kohl und vier Ehen überstanden. Wie kann man nur so verdammt viel Glück haben?", fragt sich der Schauspieler und Kabarettist darin.

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Seine Heimat Iserlohn hatte Busse noch vor dem Abitur gegen München eingetauscht, um sein Ziel, Schauspieler zu werden, zu verwirklichen, wie er in seinem Buch erzählt. Ohne finanzielle Unterstützung von zuhause - sein Vater war mit einem Metall verarbeitenden Betrieb pleite gegangen - schlug er sich dort mit Gelegenheitsjobs durch und sammelte Bühnenerfahrung, als Statist an den Kammerspielen oder bei den "Knallfröschen". Später spielte er dann im Münchner "Rationaltheater" und im Düsseldorfer "Kom(m)ödchen", von 1976 bis 1991 gehörte Busse zum Ensemble und Autorenteam der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Bis heute steht er auf der Bühne.

Sexfilmchen

Auch über seine filmischen Anfänge schreibt Busse in seinem Buch. "Die waren gepflastert von kleinen Rollen in belanglosen sogenannten "Sexfilmen"." Diese Filme wie "Die Jungfrauen von Bumshausen" oder "Hausfrauenreports" hätten ihm "weder genutzt, noch haben sie mir geschadet", so Busse. "Sie waren ja auch gänzlich harmlos und äußerst mäßig." Busses Leinwand-Präsenz endete Anfang der 90er. Bis dahin war er auch mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger in "Die Supernasen" zu sehen und in "Hochwürden erbt das Paradies" oder "Kehraus".

RTL-Star

Ein richtiges großes Publikum fand Busse dann bei RTL. Von 1996 bis 2005 moderierte er "7 Tage, 7 Köpfe", außerdem war er dort von 1997 bis 2002 in der Comedy-Serie "Das Amt" zu sehen: "Deutschlands beliebtestes Arschloch zu sein - das habe ich wahrlich hingekriegt mit dem Amt. Ein bisschen Louis de Funès, zwar nicht ganz so exzessiv, aber eben ein Arsch. Die Leute liebten mich dafür. Das ist gar nicht so einfach." Weniger glücklich war er auf Dauer mit "7 Tage, 7 Köpfe". Am Anfang sei zunächst "alles recht ungeordnet" gewesen, doch genau darin hätte die Chance der Sendung bestanden. Produzent Rudi Carrell ließ dann nach der Zeit aber Texte für die Sendung schreiben, "so dass das Ganze schließlich mehr und mehr durchgeskriptet war, das heißt, Gagautoren schrieben Sätze auf und die Interpreten lernten sie innerhalb kürzester Zeit auswendig. Im Notfall lag der Text auf dem Tisch. Das machte mir immer weniger Spaß".

"Vom Rentnerdasein meilenweit entfernt"

Aber nicht nur über seine Karriere, auch über die wichtigsten Frauen in seinem Leben berichtet Busse. "Dass ich inzwischen zum vierten Mal verheiratet bin, also drei immer teurer werdende Scheidungen hinter mir habe, war nicht von mir beabsichtigt. Es ist halt passiert. Ich habe bei jeder meiner Partnerinnen wirklich geglaubt, sie sei die richtige Frau fürs ganze Leben." Seit 2007 ist er mit seiner vierten Frau verheiratet. Und auch, was seinen Job angeht, will er mit fast 75 nicht kürzer treten: "Nein, vom Rentnerdasein bin ich meilenweit entfernt."

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