janosch: Der Schöpfer von Tiger und Bär wird 85

Seine Fantasie machte Panama berühmt: Am 11. März feiert Janosch 85. Geburtstag. Ein Rückblick auf das Leben des Hängematten-Liebhabers.

"Es waren einmal ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger, die lebten unten am Fluss. Dort, wo der Rauch aufsteigt, neben dem großen Baum." Mit diesen Worten beginnt ein Kinderbuch, das Generationen von Kindern beim Großwerden begleitet hat. Schriftsteller und Illustrator Janosch, der Schöpfer von Tiger und Bär, feiert am 11. März seinen 85. Geburtstag. Ein Rückblick auf das Werk und Leben des wohl bekanntesten Hängematten-Liebhabers von hier bis Panama.

Bevor er als Autor Janosch 1978 mit "Oh, wie schön ist Panama", der allerersten Geschichte von Tiger und Bär, seinen Durchbruch feiern konnte, erlebte Horst Eckert in seiner Kindheit und Jugend unschöne Zeiten. "Mein Vater war jeden Tag besoffen, meine Mutter nicht intelligent genug, um ein Kind zu behandeln", beschrieb er seine Kindheit einmal im Interview mit der "Welt".

"Es gibt nichts, was nicht geht"

Mit gerade mal 13 Jahren erhielt Janosch eine Lehrstelle als Schmied. "Meine beste und allerwichtigste Zeit im Leben, denn man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt nichts, was nicht geht", schrieb er 1994 in seinem Buch "Von dem Glück als Herr Janosch überlebt zu haben". Eine Lehre, die auch in seine Kinderbücher miteinfloss. So sagt der kleine Tiger zum kleinen Bär, bevor sie sich auf den Weg ins Land ihrer Träume machen: "Wir brauchen uns vor nichts zu fürchten. Weil wir nämlich auch noch stark sind."

Doch wer nun gedacht hätte, dass der gestreifte Tiger und der gemütliche Bär oder gar die Tigerente Janoschs Lieblingstiere aus seinen zahlreichen Illustrationen sind, liegt gänzlich falsch. Die Frage nach seinem Lieblingsmärchenhelden im Interview mit dem Magazin "Cicero" beantwortete er mit: "Immer der Maulwurf". Er habe sein Leben an dessen Verhalten ausgerichtet. "Sich verkriechen. Blind sein. Und die Grillen bewirten."

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte er einmal über das Leid, das er in seiner Kindheit ertragen musste: "Manchmal denke ich sogar, dass die Armut damals schön war. Weil man sich über jeden Dreck gefreut hat. Über jede Scheibe Brot. Heute esse ich manchmal trockenes Brot. Einfach aus Freude, dass ich Brot habe."

"Die Tigerente ist Mist"

Doch so sehr er die Einfachheit schätzt, Janosch gilt als schwieriger Mensch. Und so verwundert es auch nicht, dass er seine wohl berühmteste Figur nicht ausstehen kann. "Die Tigerente ist Mist", zitierte "Die Welt" das Geburtstagskind, das früher beim Schreiben gerne einen Tröpfchen Alkohol genoss, einmal. Und der "Bild" erzählte er, wie er das schwarz-gelb gestreifte Tier erfand: "Nüchtern. Aus Verzweiflung, weil mir nichts Vernünftiges einfiel. Ich hatte noch Platz auf dem Papier."

Eine große Liebe verbindet Janosch allerdings mit seiner Hängematte, in der er am liebsten seine Zeit in seiner Wahlheimat Teneriffa verbringt. Im Gespräch mit "Bild" verriet Janosch auch, wie man am besten in eine Hängematte steigt: "Zuerst muss man die Hängematte und ihr Wesen mit dem Kopf begreifen. Zu denken, dass man sie in Schwung halten muss, ist total falsch. Wer das denkt, kann hier schon aushaken! Einsteigen tut man umgekehrt, als wie man auf die Tochter des Bäckers aufsteigt: Also auf die Tochter mit dem Hintern nach oben und in die Hängematte mit dem Hintern nach unten." So ist Janosch - voller kluger Lebensweisheiten.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche