Howard Carpendale: Das Ende der CD

Wenn man Howard Carpendale Glauben schenkt, steht es schlecht um die gute alte CD. Stattdessen träumt er lieber von seiner nächsten Tour.

Für viele ist Howard "Howie" Carpendale (69, "Das ist unsere Zeit") nur ein Schlagersänger mit der Angewohnheit, Wörtern die Endung "sch" zu verpassen. Dass er nicht umsonst seit Jahrzehnten im Geschäft ist und weiß, wie der Hase in der Musik-Branche läuft, bewies er nun in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Und prognostiziert prompt das baldige Ableben einer alten Vertrauten: der CD.

"Das CD-Geschäft stirbt aus. Ich glaube nicht, dass die CD noch zehn Jahre Bestand hat. Die Verkäufe sind rapide zurückgegangen. Die Komponisten, die Texter, die Verleger werden alle ein Riesenproblem haben. Ich bin gespannt, wie die Musikindustrie mit diesem Thema umgehen wird", wagt der Musiker einen Blick in die Kristallkugel.

GALA Unterwegs mit ...

Motsi Mabuse backstage bei "Let's Dance" on Tour

Motsi Mabuse
Motsi Mabuse begeistert die Zuschauer nicht nur als "Let's Dance"-Jurorin auf dem Bildschirm, sondern auch live in vielen Städten Deutschlands. GALA durfte sie einen Abend lang bei der Tour der erfolgreichen Tanzshow begleiten.
©Gala

Live-Musik wird wichtiger

Dementsprechend noch wichtiger werde in der kommenden Zeit das Live-Geschäft. Und damit das bei ihm weiterhin boomt, überlässt Carpendale nichts dem Zufall - und wartet selbst auf Eingebungen in seinen Träumen: "Ich bin Perfektionist. Und daher versuche ich, jede Minute einmal durchdacht zu haben. Die Show ist dann fertig, wenn ich sie einmal richtig in meinem eigenen Traum erlebt habe. Kein Witz, ich träume die Show, bevor es zum ersten Mal auf der Bühne losgeht."

Fast mit so etwas wie Wehmut erinnert sich Carpendale in dem Interview an vergangene Zeiten: "Die Tourneen vor 40 Jahren waren flexibler. Heute ist das anders, was nicht unbedingt mit dem Alter zu tun hat. Das ganze Musikbusiness ist professioneller geworden. Damals haben wir auch nicht unbedingt die ganze Nacht an der Hotelbar gezecht, sondern eher bis fünf Uhr morgens gepokert."

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