Horst Krause: "Helene Fischer ist nicht so meins"

Warum der Türkei-Aufenthalt "einen Sinneswandel" brachte und was er lieber hört als Helene Fischer, verrät Horst Krause im Interview.

Wer hätte das gedacht: Der Dreh eines heiteren TV-Films bringt einen wichtigen Sinneswandel. So zumindest ist es Schauspieler Horst Krause, 73, mit "Krüger aus Almanya" (11.4., 20.15 Uhr, das Erste) ergangen, wie er gewohnt kurz und bündig im Interview mit spot on news erklärt. Dabei erzählt er auch, wen er lieber hört als Helene Fischer und vor allem, was er nach dem letzten "Polizeiruf 110: Ikarus" (10. Mai) so vorhat.

"Krüger aus Almanya" spielt mit deutsch-türkischen Klischees. Wie wichtig ist so ein Film in Zeiten von Pegida?

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©Gala

Horst Krause: Der Film hat ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen. Für mich brachte der Aufenthalt in der Türkei (Antalya und Umgebung) einen Sinneswandel.

Warum?

Krause: Wir haben in Berlin-Neukölln angefangen zu drehen. Ziemlich am Anfang kamen drei ungefähr 14-Jährige auf einen Kollegen zu und fragten: "Hast du mal 'ne Zigarette?" Gegenfrage: "Ihr dürft doch noch gar nicht rauchen?" Darauf die Jungs: "Scheiß Deutsche!" Das ist leider eine nicht ganz untypische Begegnung mit türkischstämmigen Jugendlichen in Berlin.

Wie hat es Ihnen in der Türkei gefallen?

Krause: Ich war zum ersten Mal dort. Besonders aufgefallen ist mir, dass die Menschen viel freundlicher und aufgeschlossener sind und kaum jemand mit Schleier herumläuft. Es war ein wunderbarer Aufenthalt, eine wunderbare Arbeit, ein gutes Team.

Welche drei Dinge dürfen bei einer Reise nicht fehlen?

Krause: Taschentücher, Kulturbeutel, Tabletten gegen Sodbrennen und Bluthochdruck.

Ihre Rolle, Paul Krüger, mag Schlager. Sie auch?

Krause: Privat mag Horst Krause klassische Musik. Am liebsten höre ich das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.

Was halten Sie von Helene Fischer?

Krause: Das ist nicht so meins, dann doch lieber Edith Piaf. Bei Helene Fischer geht es vielleicht auch viel ums Aussehen und das lässt ja bekanntlich mit der Zeit nach.

Wie vertraut sind Sie mit Computer und moderner Technik?

Krause: Wenn Sie mich zuhause anrufen und ich nicht da bin, ist es möglich, mir eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Neben Telefon mit AB habe ich auch noch ein Fax-Gerät. Drehbücher oder andere längere Texte bekomme ich allerdings auch gern einfach per Post. Und dann besitze ich noch ein ganz kleines Handy für Notfälle, wenn ich unterwegs bin. Das war's. Eine E-Mail werden Sie also von mir nicht bekommen.

Und trotzdem sind Sie so gut im Geschäft...

Krause: Ja, weil die Zuschauer Krause-Filme gerne sehen. Ich bin in einem Alter, in dem das Spielen auf technischen Instrumenten nicht mehr so viel Spaß macht. Außerdem bin ich eher konservativ eingestellt. Eigentlich bin ich eine treue Seele und hänge an Menschen und Dingen.

"Krüger aus Almanya" wird am 11. April ausgestrahlt, im Mai Ihr letzter "Polizeiruf 110". Erstmals als Krause tauchten Sie darin im März 1994 auf. 21 Jahre später hören Sie auf. Traurig?

Krause: Nein. Der Polizist geht eben in Rente.

Schon zu DDR-Zeiten hatten Sie unterschiedliche Rollen beim "Polizeiruf"; die erste 1987. Wie hat sich das Format verändert?

Krause: Wenn der "Polizeiruf" in der DDR gedreht wurde, musste fachlich alles stimmen. Daher war immer ein pensionierter Polizist als Fachberater dabei. Der hat darauf geachtet, dass alles seine Richtigkeit hat.

Was war das Besondere an Ihrem Ermittler-Typ?

Krause: Polizeihauptmeister Krause ist von Anfang an ein Polizist gewesen, der ein paar Dörfer betreut, in denen vielleicht mal ein Huhn geklaut wurde. So war das angelegt. Mir war über all die Jahre nur eines wichtig: Ich wollte nie mit der Pistole arbeiten. Bei Krause ist das Wort die Waffe.

Was machen Sie ohne den Sonntagskrimi?

Krause: Ich gehe gern spazieren und dann setze ich mich vielleicht mal auf eine Bank, um vor mich hin zu sinnen, oder in ein Café oder eine Kneipe, um bei schöngeistigen Gesprächen hinzuhören...

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